Der Fanclub „Verde e Bianco Pazzo“ des SV Werder Bremen wurde während der Corona-Pandemie in Hamburg gegründet.
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Der Fanclub „Verde e Bianco Pazzo“ des SV Werder Bremen wurde während der Corona-Pandemie in Hamburg gegründet.

Neue DeichStube-Serie: „Corona-Fanclubs“

„Verde e Bianco Pazzo“: Wie ein Werder-Fanclub in Hamburg die grün-weiße Fahne hochhält

Hamburg/Bremen - Von Bjarne Voigt. Einen Werder-Fanclub in Hamburg zu gründen, ist auf den ersten Blick schon ein merkwürdiger Entschluss. Die Gründung dann auch noch in einer Pandemiezeit und während der schwächsten Phase der Vereinsgeschichte auf die Beine zu stellen, lässt den Plan noch verrückter erscheinen. Auf den zweiten Blick allerdings ergibt der Entschluss der drei Gründer Tristan, Frederick und Daniel nicht nur Sinn, er ist sogar die einzig vernünftige Entscheidung. Denn neben ihrem gemeinsamen Wohnort an der Elbe, ihrem ähnlichen Jobprofil und ihrer Zuneigung für italienisches Essen verbindet die drei vor allem eines: Die Liebe zum SV Werder Bremen.

Vor einigen Wochen hatte die DeichStube einen Aufruf gestartet: Welche Fanclubs des SV Werder Bremen haben sich während der Corona-Pandemie gegründet - und warum ausgerechnet jetzt? Es hat zahlreiche Rückmeldungen gegeben. Jetzt stellen wir einige Fanclubs in loser Folge vor. Den Anfang macht „Verde e Bianco Pazzo“.

Das Trio kannte sich aus beruflichen Gründen schon ein paar Jahre, aber das Thema Fußball spielte dabei nie eine Rolle - bis zu diesem schicksalshaften Abend im Mai 2019: In einer Bar schauten sie sich gemeinsam das Pokalfinale FC Bayern gegen RB Leipzig an. Nachdem die ersten Biere runtergespült waren, kam das Gespräch irgendwann auf Claudio Pizarro. „Der Name Pizarro hat bei uns richtig das Feuer entfacht, und plötzlich stellten wir drei fest, dass wir alle riesige Werder-Fans sind“, blickt Tristan auf den kuriosen Moment zurück. Noch an dem Abend wurde beschlossen, künftig gemeinsam Fußball zu gucken - und nicht mehr Bayern und Leipzig, sondern Werder Bremen.

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Schnell war auch die Idee eines eigenen Fanclubs geboren. Und sogleich flogen mögliche Namen für die neue Verbindung durch den Raum, bis schlussendlich die Wahl auf „Verde e Bianco Pazzo“ fiel - eine Mischung aus der Verbundenheit zu Werder Bremen, dem Flair der italienischen Sprache, dem Werder-Idol Claudio Pizarro und der nach außen hin wenig ertragreichen Werder-Juventus-Turin-Kooperation. Sofort wurde eine WhatsApp-Gruppe ins Leben gerufen, die in den nächsten Monaten Hauptbestandteil der Kommunikation werden sollte. Viel mehr ließ Corona nicht zu. „Mir hat dieser Fanclub einfach meinen sozialen Muskel in dieser Zeit wieder gestärkt, der war vorher ein wenig verkümmert“, gesteht Frederick und lacht.

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Bis zur offiziellen Anmeldung als Fanclub bei Werder Bremen sollte es noch fast zwei Jahre dauern, genauer gesagt bis zum 22. Mai 2021. Dieses Datum dürfte bei den meisten Werder-Fans ein flaues Gefühl in der Magengegend hervorrufen, denn es ist der Tag, an dem sich der Verein in die 2. Liga verabschiedete. Auch Tristan, Frederick und Daniel waren tieftraurig, aber es entwickelte sich umgehend eine Jetzt-erst-recht-Mentalität. „Wir hatten schon vorher mit einem offiziellen Fanclub geliebäugelt, aber sind nie wirklich aktiv die Umsetzung angegangen. Nach dem Abstieg wollten wir aber sofort ein positives Zeichen setzen und haben deshalb noch am Abend die Mail an den Werder-Fanbeauftragten geschrieben“, erklärt Tristan.

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Die Gruppe war schon damals auf die mindestens benötigten sieben Personen angewachsen. Inzwischen zählt der Fanclub „Verde e Bianco Pazzo“ 19 Mitglieder, die nicht mehr nur allein aus Hamburg kommen und zum größten Teil aus dem Freundes- und Bekanntenkreis stammen. Einen gemeinsamen Treffpunkt gibt es auch, den Irish Pub „Froggys“ in Eimsbüttel. Laut Daniel ist der Pub mittlerweile sogar deutlich mehr als nur die bevorzugte Stammkneipe: „Das Froggys ist unser Wohnzimmer geworden, in dem wir eigentlich fast alle Werder-Spiele mit unserem bunten Haufen zusammen anschauen.“ Beim Nordderby waren die Hamburger Grün-Weißen natürlich im Stadion dabei, bald sollen auch Heimspiele des SV Werder Bremen und weitere Auswärtspartien gemeinsam besucht werden. Mit dem Blick in die Zukunft sagt Daniel: „Wir werden die Werder-Fahne in Hamburg auf jeden Fall weiter hochhalten, wenn nicht sogar noch höher.“ (bvo) Schon gelesen? Der Fanclub „HB Nordhessen Crew“ wurde in der Corona-Pandemie gegründet - und den Mitgliedern ist für Werder kein Weg zu weit!

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