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Werder-Fans in der Ostkurve.

Unterstützung für Regionalligisten

Werder-Fans fordern Benefiz-Spiel gegen Babelsberg

Bremen - Es sind harte Zeiten für den SV Babelsberg 03 - wegen eines Rechtsstreits mit dem Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) droht dem Regionalligisten der Lizenzentzug.

Es ist ein Fall, der mittlerweile in ganz Deutschland für Aufsehen sorgt, weil eine grundsätzliche Frage im Mittelpunkt steht: die nach dem Umgang mit rechtsradikalen Äußerungen und Gedankengut. Die Solidarität mit dem SV Babelsberg 03 wächst täglich - auch Werder-Fans haben ihren SVW nun öffentlich dazu aufgerufen, den Potsdamer Stadtteilclub mit einem Benefizspiel zu unterstützen.

Rechtsradikale Gesänge aus dem Cottbus-Block

Der Ärger beginnt im April 2017, Babelsberg spielt zu Hause gegen Energie Cottbus. Während des Spiels kommt es zu rechtsradikalen Gesängen aus dem Gästeblock, auch der Hitlergruß wird gezeigt. Einige Babelsberger Fans antworten mit „Nazischweine raus“-Rufen. Auf beiden Seiten wird Pyrotechnik abgebrannt, schließlich kommt es zu einem Platzsturm der Cottbuser Anhänger.

Im Nachgang verurteilt der NOFV beide Vereine zu Geldstrafen. Babelsberg zu 7.000 Euro wegen der Verwendung von Pyrotechnik und den „Nazischweine-Rufen“, Cottbus zu 16.000 Euro wegen der Pyrotechnik und des Platzsturms. Die rechtsradikalen Äußerungen aus dem Energie-Block gehen nicht in das Urteil ein, woran sich der eigentliche Streit entzündet. Beide Clubs legen Einspruch ein. Während die Cottbuser Strafe auf 6.000 Euro reduziert wird, wird der Antrag aus Babelsberg abgelehnt, weil er laut Verband entgegen den Statuten nicht handschriftlich durch dazu befähigte Vereinsvertreter unterschrieben war.

 Werder-Fans wollen helfen

Bis heute weigert sich der SV Babelsberg 03 die Strafe zu zahlen, zwei Fristen hat der Verein bereits verstreichen lassen, weswegen nun eine Spielsperre droht. Selbst wenn es nicht dazu kommt, hat der Fall den Verein längst in Existenznöte getrieben. „Nach Stand der Dinge sind bereits und werden weiterhin größere Ausgaben für Verfahrens-, Prozess- und Anwaltskosten auf den SV Babelsberg 03 zukommen“, heißt es auf der Internetseite des Clubs. Neben einem Spendenaufruf an die eigenen Fans haben die Babelsberger noch ein besonderes Anliegen: „Es wäre zudem unser Wunsch, mit einem Verein aus der 1. oder 2. Liga ein Benefizspiel in unserem Karl-Liebknecht-Stadion austragen zu können.“

An dieser Stelle kommen die Werder-Fans ins Spiel, die ihren SVW am Donnerstag öffentlich dazu aufgefordert haben, dem SV Babelsberg 03 diesen Wunsch zu erfüllen. „Als Fans des SV Werder Bremen ist es unser Wunsch, dass sich unser Verein von diesem Aufruf angesprochen fühlt, um damit ein eindeutiges, klares und vorbildhaftes Statement gegen Neonazismus, Antisemitismus und Rassismus zu setzen“, schreiben die Gruppen „vert et blanc“ und „Fischmob Berlin“ in einem gemeinsamen Brief an Werder. Auch die Ultra-Gruppe „Caillera“ hat sich dem Aufruf angeschlossen und sich mit einem Brief an Werder gewandt.

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