In der organisierten Fan-Szene des SV Werder Bremen hat das große Suchen nach den Wontorra-Unterstützern begonnen.
+
In der organisierten Fan-Szene des SV Werder Bremen hat das große Suchen nach den Wontorra-Unterstützern begonnen.

Nachgefragt beim Dachverband Bremer Fan-Clubs

Werder-Supporter suchen Wontorra-Supporter – „wir rätseln, wer diese Gruppen sein sollen“

Bremen – In der organisierten Bremer Fan-Szene hat das große Suchen eingesetzt. Wonach? Nach den angeblich zehn Fan-Gruppen, die mit insgesamt 300 Mitgliedern die Bewegung „Kein-weiter-so“ unterstützen würden. Aber: Bislang ist diese Suche ergebnislos geblieben.

Am Freitag wandte sich die Ultra-Gruppe „Infamous Youth“, eine der führenden und größten Fan-Gruppierungen im Umfeld des SV Werder Bremen, an die Öffentlichkeit und stellte klar, dass „auch nach ausdrücklichem Umhören in der aktiven Fan-Szene keine einzige der zehn Fan-Gruppen“ ausfindig gemacht werden konnte. Auf Nachfrage der DeichStube erklärte zudem Thomas Vorberger vom Dachverband Bremer Fan-Clubs: „Auch wir als Dachverband rätseln, wer diese Fan-Gruppen sein sollen.“

Hinter „Kein-weiter-so“ stehen der TV-Journalist Jörg Wontorra (72) und die im Werder-Umfeld weitgehend unbekannte Maria Yaiza Stüven Sanchez (30) als treibende Kräfte. In den vergangenen Tagen hatten sie offen gegen die bisherige Vereinspolitik protestiert, hatten plakativ neue „Macher“ im Club gefordert. Beide streben bei den immer noch nicht terminierten Aufsichtsratswahlen einen Platz im höchsten Gremium des SV Werder Bremen an, wollen so künftig die Geschicke des Fußball-Bundesligisten mitbestimmen. Schon als Wontorra im vergangenen Winter seine Bewerbung erstmals öffentlich gemacht hatte, gab er vor, „eine Gruppe von hochinteressanten und hochintelligenten Menschen, die lieber in der Ostkurve stehen, als im VIP-Bereich zu sitzen“ hinter sich zu wissen. Mit Vertretern aus zehn Fan-Gruppen habe er sich getroffen, etwa 300 Personen würden ihn unterstützen.

Werder Bremen: Fans wundern sich über Aussagen von Jörg Wontorra, etwa 300 würden ihn unterstützen

Das allerdings kommt der Fan-Szene seltsam vor. „Wir haben uns umgehört, wer das sein könnte, aber es erschließt sich uns nicht“, sagt Vorberger, der seit vielen Jahren in der Fan-Arbeit rund um Werder Bremen aktiv ist: „Uns wäre es auch lieb, zu hören, wer dahintersteckt.“ Im Dachverband Bremer Fan-Clubs sind insgesamt 970 Werder-Fan-Clubs organisiert.

„Infamous Youth“ ist eine der aktivsten Ultra-Gruppierungen, und es ist auffällig, wie deutlich sich die Mitglieder, die selbst anonym bleiben, in ihrem Schreiben von Wontorra und Stüven Sanchez abgrenzen. Deren am Dienstag zielsicher in die Trainer-Diskussion platzierter Vorstoß ist bei den Ultras nicht gut angekommen. „Die äußerst schwierige Situation, in der sich Werder Bremen aktuell befindet, für sich zu nutzen und damit weiter Unruhe in den Verein zu bringen, ist für uns in keiner Weise nachvollziehbar“, schreibt „Infamous Youth“ und wirft der von Ex-Aufsichtsratschef Willi Lemke unterstützten „Kein-weiter-so“-Bewegung vor, „polemische Aussagen und platte Forderungen“ zu nutzen. Die Ultras vermissen schlicht das Programm hinter dem Protest: „Es werden ,Macher´ gefordert, die Werder brauche. Aber was diese ,Macher´ dann eigentlich umsetzen wollen, bleibt völlig offen.“

„Infamous Youth“: „Niemand ist größer als Werder Bremen“

Zwar will „Infamous Youth“ als Gruppe nicht für oder gegen den aktuellen Aufsichtsrat agieren, aber an die Adresse an der derzeitigen Verantwortungsträger bei Werder Bremen wird dann doch eine klare Aufforderung gesendet: „Die aktuellen Funkltionär:innen halten wir dazu an, Entscheidungen im Sinne der sportlichen Situation zu treffen und nicht, um die eigene Position zu sichern.“ Und um dem Ganzen noch mal Nachdruck zu verleihen, endet das Schreiben mit einem Satz, der wohl für alle in dem gerade an Kraft gewinnenden Machtkampf bei Werder Bremen gedacht ist: „Niemand ist größer als Werder Bremen.“ (csa)

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare