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Frank Baumann nimmt den angekündigten Fanboykott mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis.

Vor Spiel gegen Hertha

Baumann bedauert geplanten Stimmungsboykott

Bremen - Es dürfte eine merkwürdige Situation werden, wenn Werder Bremen und Hertha BSC am Dienstagabend den Rasen des Weserstadions betreten, denn so laut wie normalerweise wird es in der Ostkurve dann nicht sein.

Der Zusammenschluss der Fußball-Fanszenen in Deutschland hat für die Englische Woche einen „bundesweiten Aktionsspieltag“ angekündigt, an dem sich auch Bremer Ultra-Gruppen beteiligen.

Der Plan der Fans: Sie wollen während der ersten 18 Minuten und 30 Sekunden des Spiels schweigen, mit ihrer akustischen Unterstützung erst danach beginnen - und damit ihren Protest gegen die Spieltagszerstückelung zum Ausdruck bringen. In diesem Monat arbeitet die DFL den neuen TV-Vertrag und damit auch den Rahmenspielplan für die Saisons ab 2021/2022 aus. Da wollen die Fans ein Zeichen setzen.

Baumann: „Wir sind damit nicht glücklich“

„Wir haben keinen Bock auf Zustände wie in Spanien, wo die Spiele aufgrund ihrer Anstoßzeiten fast nur noch für Leute vor dem Fernseher zu verfolgen sind. Für uns muss es um das Herzstück der Vereine gehen, um diejenigen, ohne die das ganze Spektakel nur halb so interessant wäre: um die Fans“, schreiben die Bremer Ultra-Gruppen Infamous Youth, Caillera, UltrA-Team Bremen und Intesa Verde in einem gemeinsamen Statement.

Bei Werder nehmen sie den angekündigten Boykott mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis. „Wir sind damit natürlich nicht glücklich“, betonte Sportchef Frank Baumann am Dienstag während der Pressekonferenz vor dem Hertha-Spiel. „Es wird für die Spieler eine ganz andere Situation sein, auf die sie sich gedanklich einstellen müssen.“ Zwar hat Baumann durchaus Verständnis dafür, dass die Anstoßzeit 18.30 Uhr an einem Dienstagabend für berufstätige Fans problematisch ist. „Auf der anderen Seite ist es für Schulkinder angenehmer als erst um 20.30 Uhr“, sagte er.

Spieltags-Zerstückelung für Baumann „noch überschaubar“

Der Sportchef ist der festen Überzeugung, dass die Einwände der Fans schon jetzt bei der DFL angekommen sind. „Es ist nicht auszuschließen, dass sich an den Zeiten etwas ändern wird“, sagte er. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern halte sich die Zerstückelung der Spieltage in Deutschland aber noch in Grenzen. „Das ist noch überschaubar“, sagte Baumann.

Die Krux für die Vereine: Auf der einen Seite wollen sie ein volles Stadion, gute Stimmung und tolle Bilder. Auf der anderen Seite „leben wir aber auch gut von den TV-Einnahmen“, sagte Baumann. Diese kommen von den Inhabern der Bundesliga-TV-Rechte, die für ihr Geld möglichst viele Spiele einzeln vermarkten möchten. „Es geht darum, den richtigen Spagat hinzubekommen“, sagte Baumann.

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