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Ein Traum wird wahr: Lukas Bergmann (li.) läuft an der Hand von Serge Gnabry im Weserstadion ein.

Daumen drücken für ein besonderes Einlaufkind

Für Lukas: Serge Gnabry löst sein Versprechen ein

Bremen. Die Blicke der meisten Zuschauer waren ihm sicher: Serge Gnabry wurde am Samstag bei seiner ersten Rückkehr ins Weserstadion als Gegner ganz besonders beäugt.

Dass der 22-Jährige Profi der TSG 1899 Hoffenheim als einziger Spieler mit zwei Kindern an der Hand einlief, dürfte allerdings nur den wenigsten aufgefallen sein. Dabei ist das eine ganz besondere Geschichte – eine ziemlich herzergreifende, die nach einem Happy End schreit. Doch so einfach ist das im Fall Lukas Bergmann leider nicht.

Rückblende: Den 20. Oktober 2016 wird die Familie Bergmann aus Bremen-Nord nie mehr vergessen. „Da haben wir die niederschmetternde Diagnose bekommen“, erinnert sich Anna Bergmann. Ihr Sohn Lukas, eines von fünf Kindern, war an Leukämie erkrankt. Sein Leben änderte sich schlagartig. Krankenhaus statt Schule und Fußballplatz. Der Gesundheitszustand des damals Zehnjährigen verschlechterte sich ziemlich schnell. „Wir wussten nicht, wie lange es noch geht und wollten ihm wenigstens noch seinen größten Wunsch erfüllen: ein Treffen mit Serge Gnabry“, erzählt Anna Bergmann. Ihr Sohn sei schon immer glühender Werder-Fan gewesen, Gnabry habe es ihm besonders angetan. Eine Mitarbeiterin der Professor-Hess-Kinderklinik fragte beim Bundesligisten nach, der Club gab die Bitte an Gnabry weiter – und der kam im Februar 2017 wie selbstverständlich ins Krankenhaus.

„Lukas hat davon eigentlich gar nichts mehr mitbekommen, weil es ihm so schlecht ging“, erinnert sich Anna Bergmann. Ihr Sohn musste kurz darauf auf die Intensivstation, es sah gar nicht gut aus. Doch Lukas wachte wieder auf. „Und als erstes hat er gesagt, dass Serge da war und ihm versprochen hat, dass er mit ihm ins Weserstadion einlaufen wird. Das hatte Serge zwar tatsächlich gesagt, aber Lukas konnte das eigentlich gar nicht wissen“, wundert sich Anna Bergmann noch heute und glaubt: „Das war ein Grund, warum Lukas so gekämpft hat.“

Gnabry wollte unbedingt sein Versprechen einlösen

Das einzige Problem: Gnabry verließ am Saisonende Werder, wechselte zum FC Bayern und wurde schließlich an 1899 Hoffenheim ausgeliehen. Der Kontakt brach ab. „Inzwischen wissen wir: Serge hat versucht, Kontakt aufzunehmen, hatte aber eine falsche Nummer von uns“, erzählt Anna Bergmann. Sie schrieb an die TSG 1899 Hoffenheim. „Und am zweiten Weihnachtstag hat sich Serge bei uns gemeldet. Lukas war begeistert. Seitdem schreiben sie sich regelmäßig.“ Damit aber nicht genug. Gnabry wollte unbedingt sein Versprechen einlösen – und der 22-Jährige schaffte dies mit Hilfe seines Ex-Clubs Werder: Am Samstag durfte Lukas als zusätzliches Einlaufkind dabei sein.

Lukas Bergmann (li.) hat sich die Rückennummer von seinem Idol Serge Gnabry in die Haare rasieren lassen.

„Das war einfach toll“, schwärmt Lukas : „Serge hat mich gefragt, wie es mir geht und hat mir noch ein Trikot mit Unterschrift gegeben.“ Für den Elfjährigen war das Spiel danach nur auf den ersten Blick gar nicht so einfach als Fan von Werder und Gnabry. „Ich habe einfach beiden die Daumen gedrückt.“ Das 1:1 als Ergebnis passte da natürlich bestens.

Gesund ist Lukas noch lange nicht

Für Lukas war es ein unvergesslicher Nachmittag, aber auch ein sehr anstrengender. Das Krankenhaus hat er zwar inzwischen verlassen, er geht auch wieder zeitweise in die Schule und darf sogar ein bisschen Sport machen, doch gesund ist Lukas noch lange nicht. Ob er es überhaupt wird, ist sehr, sehr ungewiss. „Wir wissen es einfach nicht“, sagt Anna Bergmann: „Wir können nur hoffen.“ Solche Momente wie am Samstag seien für Lukas dabei extrem wichtig: „Daraus zieht er viel Kraft. Wir können nur den Hut vor Serge Gnabry ziehen, dass er so etwas macht. Er ist ein toller Mensch.“

Werder-Fans gegen Hoffenheim

Werder-Fans im Spiel gegen die TSG Hoffenheim
Werder-Fans im Spiel gegen die TSG Hoffenheim © Gumz
Werder-Fans im Spiel gegen die TSG Hoffenheim
Werder-Fans im Spiel gegen die TSG Hoffenheim © nordphoto
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Werder-Fans im Spiel gegen die TSG Hoffenheim
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