Frank Löhmann (v.l.), Mike Scollie und Marco Heinrich sind große Fans des SV Werder Bremen - das große Abstiegs-Finale gegen den 1. FC Heidenheim verfolgt jeder von ihnen anders.
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Frank Löhmann (v.l.), Mike Scollie und Marco Heinrich sind große Fans des SV Werder Bremen - das große Abstiegs-Finale gegen den 1. FC Heidenheim verfolgt jeder von ihnen anders.

Relegations-Rückspiel gegen 1. FC Heidenheim

Vom Hoffen auf Helgoland und Bangen in Dissen: So verfolgen Werder-Fans das große Finale

Bremen - Es ist ein Spiel, das eine ganze Stadt elektrisiert, so viel ist klar. Wehende Werder-Flagge vor dem Rathaus, nervöse Fans vor dem Fernseher - wenn der SV Werder Bremen am Montagabend im Relegations-Rückspiel beim 1. FC Heidenheim ums Überleben in der Bundesliga kämpft, zittert Bremen rund 650 Kilometer nördlich mit.

Allerdings nicht nur Bremen. Verteilt in ganz Deutschland werden grün-weiße Fans trotzig trinken, Fahnen hissen und die Einsamkeit suchen. Drei von ihnen haben der DeichStube erzählt, wie ihr Montagabend im Zeichen des SV Werder Bremen aussehen wird.

Frank Löhmann, 58 Jahre, Helgoland:

Ich hatte gerade zwei Wochen Urlaub, der ist am Montag leider vorbei. So ein freier Tag wäre vor dem Spiel schon nicht schlecht gewesen. So heißt es jetzt: Pünktlich um 16.30 Uhr in der Sparkasse Feierabend machen, aufs Fahrrad und ab nach Hause. Weit habe ich es nicht. Die Insel ist ja nur gut vier Quadratkilometer groß. Ganz wichtig ist, dass bei Werder-Spielen meine Flagge im Garten hochgezogen ist. Ich werde das Spiel ganz sutsche mit meiner Frau schauen. Die zwei, drei Kneipen hier haben sowieso kein DAZN. Nach der Niederlage in Mainz hatte ich mich eigentlich schon mit dem Abstieg abgefunden, jetzt hoffe ich wieder auf unsere Auswärtsstärke. Wie dürfen uns nicht so dumm anstellen wie der nördliche Bremer Nachbar.

Verfolgt das Relegations-Rückspiel von Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim im Live-Ticker der DeichStube!

Werder Bremen: So verbringen Fans den Tag des Relegations-Rückspiels

Mike Scollie, 30 Jahre, Dissen:

Das Hinspiel habe ich mit einem Freund im „Taubenschlag“ in Bremen gesehen, weil wir bei einem so wichtigen Spiel einfach am Ort des Geschehens sein wollten. Beim Rückspiel werde ich allein bleiben. Ich weiß ja nicht, wie ich reagiere, wenn Werder tatsächlich absteigen sollte. Da möchte ich lieber niemanden um mich herum haben. An der Wand hinter meinem Fernseher klebt die Foto-Tapete vom Weserstadion, dazu schalte ich grüne Beleuchtung ein. Während des Spiels werde ich auf jeden Fall das eine oder andere Gebet lossenden. Bei wichtigen Toren habe ich auch schon den Fernseher geküsst. Die Nachbarn wissen jedenfalls, dass es etwas lauter werden könnte.

Marco Heinrich, 38 Jahre, Stuttgart:

Ich werde das Spiel mit ein paar Freunden aus unserem Fanclub „Werder Supporters Stuttgart“ schauen. Danach wollen wir friedlich in die Dinkelacker-Brauerei in Stuttgart einreiten, um Flagge zu zeigen. Die sind ja Sponsor von Heidenheim, und deren Werbung von wegen „Sail away in die 2. Liga, liebe Bremer“ war schon frech. Vorher wird der ganze Tag grün-weiß sein. Ich arbeite im Öffentlichen Dienst, und meinen Kollegen, von denen die meisten VfB-Fans sind, ist klar, was sie erwartet.

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