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Bei einer Schlägerei am Steintor sind in Bremen mehrere Menschen verletzt worden.

Nach Werder-Spiel gegen Mainz 05

Ultras gegen Nazis? Mindestens fünf Verletzte bei Schlägerei

Bremen - Bei einer Schlägerei zwischen gewaltbereiten Bremer Ultras und Gästen einer Kneipe sind am Samstag in der Hansestadt mindestens fünf Menschen verletzt worden. War es ein Kampf von Werder-Ultras mit Neonazi-Hooligans?

In dem Lokal am Steintor wurden nach dem enttäuschenden 2:2-Unentschieden in der Bundesliga-Partie gegen Mainz 05 die Scheiben eingeworfen. Teile des Inventars wurden nach Polizeiangaben vom Sonntag möglicherweise als Waffen benutzt. Mehrere Menschen seien in Gewahrsam genommen worden. Wie schwer die Verletzungen der Betroffenen waren, war zunächst unklar.

„Die gewaltbereiten Fans schlugen Scheiben ein, es flogen Tische und Stühle“, sagte ein Polizeisprecher in der Nacht. Ob es sich bei den Verletzten um Gäste oder um Ultras handelte, war auch am Sonntag zunächst weiter unklar.

Ultras gegen Hooligans? Polizei ermittelt

Verschiedene Medien berichteten, dass es sich bei den Kneipengästen um Personen aus der Neonazi- und Hooligan-Szene gehandelt haben soll. „Spiegel Online“ spricht von 30 bis 40 Personen. Die Polizei konnte das zunächst nicht bestätigten. „Man kann durchaus sagen, dass die Werder-Fans dachten, sie hätten Leute aus diesen Lagern erkannt“, sagte der Polizeisprecher.

Ob es sich aber auch wirklich um Leute aus dieser Szene gehandelt habe, müssten die Ermittlungen erst ergeben. Sicher sagen konnte die Polizei nur, dass es sich bei den Gästen in der Kneipe nicht um Mainzer Fans handelte. Diese waren bereits unter Polizeibegleitung aus Bremen abgereist.

Laut „Spiegel Online“ sollen sich die mutmaßlichen Hooligans bereits während des Werder-Spiels in der Westkurve des Weserstadions aufgehalten haben. Die Ultras hätten „Nazischweine, Nazischweine“ gerufen und seien wohl im Gegenzug mit Gewalt bedroht worden.

Polizei verhindert geplante Schlägerei zwischen Bremern und Mainzern

Bereits vor der Bundesligapartie zwischen Werder Bremen und Mainz 05 am Samstagnachmittag wollten sich zwei Ultragruppen am Bremer Stadtrand für eine Schlägerei treffen. 37 Mainzer waren dazu mit einem Reisebus auf dem Weg nach Bremen. Um keinen Verdacht zu erregen, meldeten sie beim Busunternehmer einen Junggesellenabschied an und sicherten schriftlich zu, mit Fußball nichts zu tun zu haben, wie die Polizei mitteilte. Als sie an einer Raststätte ihre zivile Kleidung in „sportlich robuste“ tauschten, kamen dem Busfahrer Bedenken und er alarmierte die Polizei. Diese leitete den Bus noch in Niedersachsen in ein Industriegebiet um.

Zeitgleich wurden Bremer Polizisten im Industriegebiet Brinkum-Stuhr auf einen Auto-Corso mit bekannten Ultras aus der Bremer Szene aufmerksam. Beide Gruppen wurden überprüft, dabei habe sich der Verdacht auf eine vereinbarte Schlägerei bestätigt. Die Mainzer Ultras mussten nach der Überprüfung ihre Heimreise antreten. Die Gruppe aus Bremen blieb bis zum Spielende in Polizeigewahrsam.

(dpa/han)

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