Beim Bundesliga-Heimspiel des SV Werder Bremen gegen Bayern München im August 2017 kam es zu einer Schlägerei zwischen sechs Ultras und zwei Ordnern, die dabei schwer verletzt wurden. 
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Beim Bundesliga-Heimspiel des SV Werder Bremen gegen Bayern München im August 2017 kam es zu einer Schlägerei zwischen sechs Ultras und zwei Ordnern, die dabei schwer verletzt wurden. 

Bei Bundesliga-Spiel im August 2017

Nach Stadion-Prügelei mit zwei Ordnern: Sechs Werder-Ultras verurteilt

Bremen – Entscheidung im Eiltempo: Das Bremer Amtsgericht hat am Montag sechs Ultras des SV Werder Bremen wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen und zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt.

Die Gruppe hatte sich im August 2017 in der Ostkurve des Weserstadions eine Schlägerei mit Ordnern geliefert, zwei Männer wurden bei der Attacke leicht verletzt.

Nach Überzeugung des Vorsitzenden Richters Hans Ahlers fühlten sich die sechs Männer im Alter zwischen 25 und 32 Jahren beim Heimspiel von Werder Bremen gegen den FC Bayern München so sehr von einem Kameramann provoziert, dass ein Angeklagter diesen vom Filmen abhalten wollte. Dazu, das hatte die Beweisaufnahme ergeben, begab sich der Mann in den Zwischenbereich von Ostkurve und Spielfeld und wollte den Kameramann dazu auffordern, keine Detailaufnahmen der Männer zu machen. Ein damals 18-jähriger Sicherheitsmann, der zum ersten Mal im Stadion eingesetzt war, wollte den heute 31-Jährigen davon abhalten. Schnell entwickelte sich daraus zunächst eine Rangelei, kurze Zeit später eine handfeste Schlägerei.

Werder Bremen: Ultras zu Geldstrafen und Bewährungsstrafe verurteilt  

Alle sechs Männer schlugen und traten in unterschiedlicher Tatbeteiligung, so die Urteilsbegründung, auf insgesamt drei Ordner ein, der 18 Jahre alte Ordner erlitt durch Faust- und Ellenbogenschläge eine Nasenbeinprellung, ein anderer Mann leichte Verletzungen an den Beinen. Ein weiteres Opfer wollte das Gericht vernehmen, doch der Mann tauchte weder zu Prozessauftakt vergangene Woche noch zum zweiten Verhandlungstag am Montag auf. Die Staatsanwaltschaft beantragte aufgrund des unentschuldigten Fehlens ein Ordnungsgeld in Höhe von 200 Euro.

Wesentlich teurer – vorausgesetzt die Urteile erlangen Rechtskraft – wird die Sache nun für fünf der sechs Angeklagten. Sie wurden vom Gericht zu Geldstrafen von Höhe von 1800 bis 4800 Euro verurteilt. Dabei liegt die Anzahl der Tagessätze bei vier Urteilen zwischen 90 und 160, was gleichbedeutend ist mit einem Eintrag ins Führungszeugnis. Sollten die Urteile angenommen werden, gelten diese als vorbestraft

Der vom Gericht ausgemachte Initiator des Geschehens wurde zu einer Haftstrafe von sieben Monaten und zwei Wochen verurteilt, die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Lediglich ein Angeklagter kam mit einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 30 Euro davon. Einen Eintrag ins Führungszeugnis wird es für ihn nicht geben. Bei einigen Urteilen zog der Richter frühere Verfahren mit ein und bildete Gesamtstrafen. Fünf der sechs Angeklagten waren bereits in der Vergangenheit mit dem Gesetz in Konflikt geraten – insgesamt weisen ihre Führungszeugnisse 20 Eintragungen (unter anderem Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Hausfriedensbruch, Körperverletzung) auf.

Werder Bremen: Angeklagte haben sich bei Opfern entschuldigt 

Die Männer bedauerten die Angriffe, sie seien nicht mit bösen Absichten auf die Ordner zugegangen. Bereits zu Prozessbeginn hatten sich alle Angeklagten persönlich bei ihren Opfern entschuldigt und einem Ordner ein Schmerzensgeld in Höhe von 2.000 Euro angeboten. Ob die Verteidiger gegen die Urteile Rechtsmittel einlegen werden, ließen sie zunächst offen. Da alle Anwälte für ihre Mandanten Freisprüche gefordert hatten, ist es durchaus möglich, dass sich bald eine höhere Instanz mit dem Fall zu befassen hat. (ekn)

Zur letzten Meldung vom 03. März 2020

Nach Schlägerei mit Ordnern im Weserstadion: Sechs Werder-Ultras stehen vor Gericht

Bremen - Seit Montag müssen sich sechs Ultras des SV Werder Bremen im Alter zwischen 25 und 32 Jahren wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Bremen verantworten. Die Männer hatten beim Bundesliga-Heimspiel der Bremer gegen den FC Bayern München im August 2017 zwei Ordner attackiert und dabei schwer verletzt.

Es war der große Aufreger bei der 0:2-Heimpleite des SV Werder Bremen im Weserstadion gegen den FC Bayern München. Während der Halbzeitpause der Partie attackierten sechs Werder-Ultras zwei Ordnungskräfte, die die Fans daran hatten hindern wollen, in den Innenraum des Stadions einzudringen. Dabei erlitten die beiden Ordner zum Teil schwere Verletzungen

Grund für den Angriff seien laut Aussagen der Angeklagten die belästigenden Dreharbeiten eines Kameramanns gewesen. Dieser soll auch nach wiederholter Aufforderung nicht damit aufgehört haben, die Gesichter der Beschuldigten zu filmen, woraufhin ihn die Männer zur Rede stellen wollten. Sie entriegelten, wie die Angeklagten selbst vor Gericht einräumten, das Tor und wurden von den beiden Sicherheitskräften gestoppt. Mehrere Angeklagte sollen daraufhin die Ordner geschlagen und getreten haben, auch dann noch als diese bereits am Boden lagen.

Werder Bremen: Schläger anhand von Videoaufnahmen identifiziert

Die Täter wurden erst Wochen später anhand von Videoaufnahmen des Geschehens identifiziert. Nach der etwa zehn bis 15 Sekunden dauernden Schlägerei waren die Ultras wieder in der Masse verschwunden. Beim Prozessauftakt am Montag erklärten die Angeklagten nun, in unterschiedlicher Beteiligung auf die Ordner eingeschlagen zu haben. Doch ihrer Darstellung nach waren es nicht sie, die die Schlägerei anfingen, sondern die Ordner. 

Indirekt war von einer „Notwehrsituation“ die Rede. Alle sechs sagten, es tue ihnen leid und sie seien „ohne gewalttätige Absichten“ ins Gespräch mit den Ordnern gegangen. Einige deuteten an, dass die Situation mit langjährigen Sicherheitskräften nicht passiert wäre. Diese kenne man, mit diesen hätten sie reden und den Konflikt im Voraus klären können. Neue Ordner direkt vor der Ostkurve aufzustellen, so ein Angeklagter, sei „schon irgendwo fahrlässig“.

Schlägerei bei Spiel von Werder Bremen: Stadionverbote gegen Angeklagte ausgesprochen

Noch bevor der erste Zeuge aussagte, regte das Gericht ein Verständigungsgespräch an. Der Deal: Geständnisse gegen Geldstrafen zwischen 90 und 120 Tagessätzen, was für alle Angeklagten bedeutet hätte, dass sie offiziell als vorbestraft gelten würden. Doch die Staatsanwaltschaft spielte da nicht mit. Ihrer Auffassung nach würden einige der Angeklagten nicht um Haftstrafen herumkommen, der Deal platzte zunächst. Auch die angebotene Zahlung von 2.000 Euro Schmerzensgeld an den 20-jährigen Ordner würde daran nichts ändern, sagte die Anklagevertreterin.

So wird der Prozess fortgesetzt, weitere Zeugen müssen gehört werden. Abgesehen von der nun zu verhandelnden Strafe erhielten alle Angeklagten bereits Haus- und Stadionverbote, zum Teil auch bundesweit. Gegen zwei Angeklagte wurde zudem ein Betretungsverbot ausgesprochen, sie dürfen sich während der Spiele des SV Werder Bremen nicht ansatzweise in Stadionnähe aufhalten.

Zur letzten Meldung vom 25. September 2017:

Nach Gewalttaten beim Werder-Spiel gegen Bayern München: Polizei ermittelt Tatverdächtige

Beim Bundesligaspiel zwischen dem SV Werder Bremen und dem FC Bayern München Ende August 2017 im Weserstadion wurden nach Angaben der Polizei zwei Ordner in der Halbzeitpause von Heimbesuchern angegriffen und schwer verletzt

Wie die Polizei am Montagmorgen in einer Pressemitteilung bekanntgab, konnten nun sechs Gewalttäter mit Hilfe von Videoaufnahmen ermittelt werden. In der Halbzeitpause sollen die sechs Ultras aus der heimischen Ostkurve die Absperrung zum Innenbereich des Stadions überstiegen und die Stadionmitarbeiter attackiert haben, die sie am Betreten hindern wollten. Zwei 21 und 23 Jahre alte Ordner haben nach Angaben der Polizei schwere Verletzungen, unter anderem am Kopf erlitten.

Werder Bremen: Sechs Angreifer wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht

Wie die Polizei weiter mitteilte, konnten Einsatzkräfte nach dem Spiel einen 21 Jahre alten Schläger vorläufig festnehmen. Vier weitere Angreifer im Alter von 23 bis 29 Jahren konnten laut Pressemitteilung durch szenekundige Beamte über Videoaufnahmen identifiziert werden. Der sechste Angreifer, ein 23-jähriger Bremer, sei vor dem Heimspiel gegen Schalke 04 erkannt und vorläufig festgenommen worden.

Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln jetzt gegen das Sextett wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung. Alle Personen erhielten zusätzlich bis auf weiteres Hausverbot im Weserstadion. (len)

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