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Florian Wellmann in seiner VIP-Lounge im Bremer Weserstadion.

Unternehmer Florian Wellmann hat einen „grünen Spleen“

Wenn aus Werder-Profis Freunde werden

Bremen - Er war mit Tim Wiese in Dubai, angelte mit Wynton Rufer in Neuseeland, betete mit Robert Bauer in Achim und hatte neulich erst Philipp Bargfrede mit dessen Familie zu Gast bei sich in Bremen: Florian Wellmann pflegt ganz besondere Beziehungen zu ehemaligen und aktuellen Profis des SV Werder. Das hat viel mit seinem Job als Immobilienmakler zu tun – aber nicht nur.

„Meine Familie und ich sind Christen“, erklärt Wellmann, „wir praktizieren das Prinzip der Nächstenliebe. Leute, die ich mag, die ein gutes Herz haben, lade ich gerne zu mir nach Hause ein.“ So wie die Bargfredes in der Adventszeit. Fotos und ein paar nette Worte dazu werden anschließend im Internet bei Facebook veröffentlicht. Als Werbung? „Nein“, sagt Wellmann: „Ich will mich einfach nahbar geben und zeige ja auch Bilder mit weniger prominenten Menschen. Mir macht das einfach Spaß.“

Der 32-Jährige kennt keine Berührungsängste. Als er 2010 als Makler bei einer Firma in Bremen so richtig loslegen durfte, „da wollte ich schon vorne dabei sein“. Aber wie gelingt das? „Ich habe mir überlegt, welche Prominenten es in Bremen gibt. Rockstars und Schauspieler haben wir hier eher weniger“, sagt Wellmann und lacht: „Prominent sind hier vor allem die Werder-Spieler.“ Aber wie nur sollte er an Stars wie Tim Wiese, Per Mertesacker oder Mesut Özil herankommen? „Ich habe sie einfach angesprochen“, erinnert sich Wellmann. Das hat natürlich nicht bei jedem funktioniert, aber bei vielen. Daniel Jensen war sein erster Kunde, es folgten zum Beispiel Petri Pasanen, Jurica Vranjes und Marco Arnautovic. Meistens ging es um den Verkauf der Häuser, in denen die Profis wohnten. Wenn sie den Verein wechselten, war Wellmann zur Stelle.

Männertour nach Dubai

Inzwischen hat sich einiges geändert. „Heutzutage hat kaum noch ein Spieler Eigentum. Die meisten Profis sind hier auf der Durchreise, leben in einer Mietwohnung“, berichtet Wellmann. Auch da ist er, wenn nötig, behilflich. Oder wenn es grundsätzlich um die Kapitalanlage im Bereich Immobilien geht.

Einstige Kunden wie Daniel Jensen sind dabei zu Freunden geworden. „Daniel ist genauso ein Familienmensch wie ich“, schwärmt Wellmann. Bei Tim Wiese lief es anders. „Wir sind damals nicht ins Geschäft gekommen“, erinnert sich Wellmann: „Aber Jahre später haben wir uns über einen gemeinsamen Bekannten wiedergetroffen. Jetzt gehört er zu unserer verrückten Truppe von einigen Freunden.“ Vor ein paar Wochen ging es nach Dubai – eine Männertour. „Lustig war’s“, sagt Wellmann.

Wellmann mit Freunden beim Fußballgucken im Weserstadion

Seit 2014 hat er seine eigene Immobilienfirma – mit einer ziemlich markanten Farbe im Schriftzug: dunkelgrün, so wie die aktuellen Werder-Trikots. Mit Fußball hat das aber nichts zu tun, sondern mit Schuhen. Jahrelang hat Wellmann während der Arbeit auf das Schuhgeschäft Hautop blicken können – „und deren Grün fand ich einfach klasse“. Inzwischen ist daraus ein „kleiner Spleen“ geworden, wie er zugibt. Der Vater von zwei Kindern (vier und sieben Jahre) trägt eigentlich immer mindestens ein Kleidungsstück in diesem auffälligen Dunkelgrün. Und sein Porsche wäre auf einem Rasen bestens getarnt.

Bibelkreis mit Bauer

Das Gefährt hat oft prominente Beifahrer: Wynton Rufer zum Beispiel. Wenn der ehemalige Werder-Stürmer in Bremen zu Besuch ist, dann schläft er gerne mal bei den Wellmanns und wird auch zu Terminen gebracht. „Das ist doch selbstverständlich“, sagt Wellmann: „Wynton ist Christ wie wir, ein absoluter Herzensmensch.“ Erst vor wenigen Wochen hat Wellmann ihn in dessen Heimat Neuseeland besucht: „Wir waren angeln, herrlich.“

Über Rufer hat Wellmann auch Abwehrspieler Robert Bauer kennengelernt – beim Werder-Bibelkreis. „Robert war neu in Bremen, da habe ich ihm von unserer Gemeinde in Achim erzählt und ihn eingeladen.“ Bauer kam – und seitdem sieht man sich häufiger.

Durch diese besonderen Beziehungen macht es Wellmann natürlich noch mehr Spaß, im Weserstadion zu sitzen. Zusammen mit Freunden hat er sich in dieser Saison erstmals eine Loge gegönnt. Dabei kann er auch kontrollieren, ob seine Werbung tatsächlich über die elektronische Bande flackert. „Hier sitzt durchaus meine Zielgruppe“, sagt Wellmann, der mittlerweile auch in Hamburg gute Geschäfte macht. Da böte sich ja eine Loge beim Hamburger SV im Volksparkstadion an. „Niemals! Ich gehöre hier zu Werder. Ich bin in Bremen geboren.“

Europapokalspiele wären toll

Ein bisschen fremd geht er aber schon. Das Stadion des Bremen-Ligisten FC Oberneuland trägt seinen Namen. „Ich mag es bei der Werbung gerne etwas außergewöhnlich“, sagt Wellmann: „Und ich mag den Amateurfußball, also unterstütze ich ihn.“ Es müssen eben nicht nur Werder-Profis sein, wenngleich ihm der Club natürlich ganz besonders am Herzen liegt: „Hier noch mal Europapokalspiele zu erleben, das wäre echt toll.“

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