Bier, Bratwurst & Co. wurden zur neuen Bundesliga-Saison im Wohninvest Weserstadion teurer - doch die Fans von Werder Bremen störten sich nur kurz an höheren Preisen.
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Bier, Bratwurst & Co. wurden zur neuen Bundesliga-Saison im Wohninvest Weserstadion teurer - doch die Fans von Werder Bremen störten sich nur kurz an höheren Preisen.

Konsum der Werder-Fans bleibt gleich

Bier und Bratwurst bleiben beliebt: Werder-Fans stören sich nur kurz an den höheren Preisen im Weserstadion

Bremen – 5,50 Euro für ein Bier, 3,70 Euro für eine Bratwurst – im Sommer hob die Food Affairs GmbH, die für das Catering im Wohninvest Weserstadion zuständig ist, die Preise für Getränke und Essen deutlich an. Lediglich in der Allianz Arena des FC Bayern München, wo Bier und Bratwurst zusammen 10,50 Euro kosten, muss im Bundesliga-Vergleich noch mehr Geld für die wohl gängigste Kombination der Fußball-Fans gezahlt werden. Doch der zu erwartende Aufschrei unter den Fans des SV Werder Bremen verstummte schnell. „Natürlich gab es am Anfang auch negative Rückmeldungen, aber am Konsumverhalten hat sich nichts geändert – im Gegenteil“, sagt Björn Thies, Regionalleiter und Stadionmanager bei Food Affairs.

„Die Bundesliga-Rückkehr sorgt dafür, dass unter den Werder-Fans eine besondere Stimmung herrscht. Man merkt, dass es die Fans nach den zweieinhalb Jahren Corona-Pandemie genießen, ohne Einschränkungen ins Stadion gehen zu können“, sagt Thies. Allerdings sei der Absatz von Bier, Bratwurst und Co. an jedem Spieltag auch von den äußeren Einflüssen abhängig. Spielt Werder Bremen unter der Woche oder am Samstagnachmittag? Gewinnt oder verliert Werder? Scheint die Sonne oder regnet es in Strömen? „Wenn die Fans an einem Mittwoch nach der Arbeit ins Stadion hetzen, steht meistens eher das Essen im Fokus. Wenn Werder auf einem Sonntagabend spielt, trinken die Fans etwas weniger Bier, weil die meisten ja am nächsten Tag arbeiten müssen“, erklärt Björn Thies.

Food-Affairs-Regionalleiter Björn Thies: „Bundesliga-Rückkehr sorgt unter den Fans von Werder Bremen für eine besondere Stimmung“

Dass die Preise für Getränke und Essen im Wohninvest Weserstadion zu hoch sind, sieht Thies indes nicht so: „Die Preise bewegen sich im Vergleich zu den Kneipen, dem Freimarkt, der ÖVB-Arena oder dem Weihnachtsmarkt auf einem Niveau.“ In diesen Zeiten, in denen es für die Menschen in vielen Lebensbereichen teurer geworden ist, gelte für den Stadionbesuch aber dasselbe wie für andere Freizeitaktivitäten. „Natürlich müssen die Leute es sich auch leisten können. Aber grundsätzlich sind die Preise im Stadion nicht höher“, sagt Björn Thies, der zumindest versprechen kann: „Bis zum Saisonende bleiben die Bier- und Bratwurstpreise stabil.“

Für Ärger sorgte zu Saisonbeginn dagegen die Situation rund um die Verkaufsstände im Wohninvest Weserstadion. „Da sind wir leider nicht so gut in die Saison gestartet, das kann man schon sagen“, so Thorsten Lieder, Abteilungsleiter Public bei Food Affairs, mit Blick auf die langen Schlangen und damit verbundenen Wartezeiten. Der Bedarf von circa 650 Mitarbeitern an den Spieltagen des SV Werder Bremen sei am Anfang auch durch viele Fremddienstleiter gedeckt worden, weil Food Affairs noch das nötige Personal fehlte. „Da hat man gemerkt, dass es da ein paar Herausforderungen gab, zum Beispiel bei der zügigen Abwicklung an den Kassen oder bei der Abstimmung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untereinander.“ Inzwischen habe sich die Lage aber deutlich verbessert, behauptet Lieder und erklärt: „Die Fans sehen ja, dass jetzt deutlich mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Verkaufseinheiten sind und merken zudem, dass die Qualität deutlich gestiegen ist.“

Thorsten Lieder über Ärger an den Verkaufsständen im Wohninvest Weserstadion: „Sind nicht so gut in die Saison gestartet“

Mittlerweile verfügt die Food Affairs GmbH über einen Pool von knapp 700 Mitarbeitern, die für jeden Heimspieltag des SV Werder Bremen zur Verfügung stehen. Der erhöhte Stundenlohn von 13,50 Euro plus etwaiger Zulagen habe sich bewährt. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind vielschichtig und multinational, aber im Schnitt auch sehr jung. Eines unserer Ziele für die Zukunft ist es deshalb, dass sich auch deutlich mehr ältere Menschen bei uns bewerben“, sagt Thorsten Lieder.

Eine zusätzliche Herausforderung sei in diesem Jahr auch das erste Spiel der Frauen-Bundesligamannschaft von Werder Bremen im Wohninvest Weserstadion gewesen. 20.417 Zuschauer wollten Ende November die Partie gegen den SC Freiburg sehen, das Stadion war also zur Hälfte gefüllt. Dennoch standen die Verantwortlichen des Caterings großen Herausforderungen gegenüber: „Das war ja ein komplett anderes Publikum als bei den Heimspielen der Männer. Es waren viel mehr Frauen und Familien da - das Konsumverhalten war total anders“, berichtet Björn Thies und fügt an: „Statt Bier und Bratwurst waren zum Beispiel Softdrinks und Nachos gefragt.“ Dazu wurden beim Spiel der Frauen auch Getränke in 0,3-Liter-Bechern sowie Kakao verkauft. „Die Resonanz war super“, so Thies. (nag)

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