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Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald fährt eine Null-Toleranz-Schiene gegenüber Rechtsradikalen.

Werder-Präsident über die Ultra-Szene

Hess-Grunewald: Keine Toleranz für Rechtsradikale

Bremen - Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald spricht im Interview mit der „taz am Wochenende“ über das Verhältnis zu den Ultras. Die wichtigsten Aussagen.

Hubertus Hess-Grunewald sprach unter anderem über...

... die nazifreie Ostkurve:

Dass Rechtsextreme die Dominanz in der Ostkurve verloren hätten, sei ein Verdienst der Ultras, sagte Hess-Grunewald: „Wir haben eine sehr differenzierte Ultra-Szene, aber bei allen gibt es einen antirassistischen Grundkonsens, der ein offenes und positives Klima in der Kurve erzeugt. Das eint die Ultras, obwohl sie in vielen Detailfragen nicht immer einer Meinung sind.“

Sollten doch offen Rechtsradikale im Block auftauchen, würde der Verein einschreiten: „Rechte Transparente würden wir unterbinden und gegen die Personen, die sie verwendet haben, mit Stadionverboten und Ticketsperren vorgehen. Wir würden Rechte niemals dulden.“ Selbstjustiz der Fans verurteilte Hess-Grunewald.

... das Verhältnis zwischen Verein und Ultras:

Das Verhältnis zwischen Verein und Ultras bezeichnete Hess-Grunewald als „sehr positiv.“ Er erklärte: „Die Ultras sind ein wichtiger Bestandteil unserer Fanszene, machen Choreos und organisieren Support“, so der Werder-Präsident. Außerhalb des Stadions seien sie „ein kritischer und harter Dialogpartner“, der auf Fanrechte poche. „Das ist nicht immer leicht, aber dieser Dialog ist richtig und erforderlich."

... den Streit um Pyrotechnik:

Werder musste wegen sogenannter Fan-Vergehen wie dem Abbrennen von Pyrotechnik in dieser Saison mehr als 80.000 Euro Strafe zahlen. Hess-Grunewald gefällt das nicht: „Auch wir müssen einen kritischen Dialog führen“, sagte er, einfach ist das aber nicht: „Bei Pyrotechnik und Gewalt haben wir mit einigen Ultras unterschiedliche Auffassungen, die offenbar nicht überbrückbar sind.“

Der Werder-Präsident lehnte wie gewohnt Kollektivstrafen ab und sprach sich für eine täterorientierte Aufklärung aus. „Wenn die Polizei Personen identifiziert hat, werden wir tätig und holen uns die Strafen von den Tätern wieder.“

... die Ermittlungen gegen die Ultra-Gruppe „CDA“

Wegen eines vermeintlich gewaltverherrlichenden Banners vor dem Werder-Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen. Die Ultra-Gruppierung „Cercle d‘amis“ hatte ihr 15-jähriges Bestehen gefeiert, auf einem Banner auch ein Logo mit einem vermummten Zwillenschützen gezeigt. Der SV Werder hatte die Choreo genehmigt. Hess-Grunewald jetzt: „Wir haben keinen Aufruf zu Straftaten gesehen. Ansonsten hätten wir keine Genehmigung erteilt.“

Der Verein wolle den Fans bei Choreographien grundsätzlich größtmögliche Freiheit lassen, außerdem sei der „CDA“ noch nie gewalttätig aufgefallen. „Die Ultras waren total überrascht, dass sie plötzlich in eine solche Ecke gestellt und Gegenstand eines Ermittlungsverfahren wurden.“ Das Logo begleite die Gruppe schon seit Jahren. Hess-Grunewald: „Vor dem Hintergrund der Geschichte der Ultra-Gruppe ‚Cercle d’Amis‘ ist uns der Gedanke der Gewaltverherrlichung gar nicht gekommen.“

Das komplette Interview gibt es online bei der „taz“.

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