Lars Lukas Mai (am Ball) stand in Rostock erstmals seit Ende Oktober 2021 wieder in der Startelf des SV Werder Bremen.
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Lars Lukas Mai (am Ball) stand in Rostock erstmals seit Ende Oktober 2021 wieder in der Startelf des SV Werder Bremen.

Werders Mai mit Startelf-Rückkehr

Trotz Fehler in Rostock: Lars Lukas Mai erhält Lob von Werder-Trainer Werner und ist „stolz, Teil der Mannschaft zu sein“

Rostock - Wirklich gut hatte Lars Lukas Mai in dieser Situation nicht ausgesehen. Als Werder vermeintlich komfortabel mit 2:0 beim FC Hansa Rostock führte, segelte der nächste hohe Ball in Richtung Bremer Strafraum. Doch so lange das Spielgerät auch unterwegs war, so schwer tat sich Mai damit, dieses dann zu entschärfen. Die Folge: Robin Meißner bestrafte die Unzulänglichkeit, traf für die Gastgeber und sorgte dafür, dass der SV Werder doch noch einmal etwas zittern musste in der Schlussphase. Letztlich ging alles gut – und so fand auch die durch die Verletzung von Milos Veljkovic (Leistenprobleme) ermöglichte Startelf-Rückkehr von Lars Lukas Mai ein gelungenes Ende.

„Die Rostocker haben es uns sehr schwer gemacht“, ließ sich der Abwehrspieler kurz darauf auf der Internetseite von Werder Bremen zitieren. „In den letzten Minuten hat man gesehen, dass sie sehr viel Druck gemacht haben. Mit den langen Einwürfen und Standards sind sie immer gut für ein Tor. Aber wir haben uns dagegengestemmt und nichts mehr anbrennen lassen. Man kann nur sagen: reife Leistung. Ich bin sehr stolz, Teil dieser Mannschaft zu sein“, sagte Lars Lukas Mai.

Werder Bremen: Abwehrspieler Lars Lukas Mai erntete nach „Katastrophenspielen“ zu Saisonbeginn Kritik

Und das war er lange nicht mehr so richtig. Der 21-Jährige hat schwierige Monate hinter sich. Als er zu Saisonbeginn mehrmals von Beginn an ran durfte für Werder Bremen, stimmten die Leistungen nicht immer. Insbesondere nach den Partien gegen Paderborn (1:4) und Sandhausen (2:2), die der Abwehrspieler kürzlich selbst als „Katastrophenspiele“ bezeichnet hatte, hagelte es Kritik. Und so kam es, dass Lars Lukas Mai es allenfalls noch auf ein paar Kurzeinsätze brachte, obendrein setzte ihn eine Corona-Infektion außer Gefecht. Das neue Jahr soll nun eine Art Neuanfang sein. Erst gab er ein viel beachtetes Interview, in dem er offen über den Verlust seiner Mutter und die damit für ihn verbundene psychische Belastung sprach. Später setzte er auch optisch ein Zeichen, als er wie einst Claudio Pizarro grell erblondet auf dem Trainingsplatz erschien.

Bei seinem Startelf-Comeback war dem Abwehrspieler in vielen Szenen die fehlende Spielpraxis anzumerken, was wenig verwundert und bei einem jungen Mann in seinem Alter nur verständlich ist. Auch Lars Lukas Mai selbst war dankbar, dass die eigene Arbeit durch die Umtriebigkeit der Stürmer des SV Werder Bremen Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug wesentlich erleichtert wurde. „Die beiden machen ordentlich Rabatz, egal wer den Ball am Fuß hat, es ist eine Entlastung für uns hinten, da können wir mal durchschnaufen.“ 

Werder Bremen: Kein Tadel für Lars Lukas Mai nach seinem Fehler gegen Hansa Rostock

Der Weg zur gewünschten Stabilität bleibt für die Leihgabe des FC Bayern München ein weiter, der jetzige Auftritt in Rostock war ein erster Schritt. Ob die Zusammenarbeit zwischen Lars Lukas Mai und Werder Bremen über den Sommer hinaus weitergeht – ungewiss. Von Werders Trainer Ole Werner gab es jedenfalls erst einmal keinen Tadel aufgrund des Fehlers vor dem Gegentreffer, allerdings aus einem nachvollziehbaren Grund. „Ich hatte bislang noch nicht die Möglichkeit, mir das in Ruhe auf Video anzugucken. Das würde ich aber gern tun, um dazu eine genau Einschätzung abzugeben“, erzählte er den Journalisten einige Zeit nach dem Schlusspfiff.

Deshalb beließ er es bei der Begründung dafür, warum Lars Lukas Mai als Vertreter von Milos Veljkovic auserkoren worden war und nicht etwa Anthony Jung oder Christian Groß aus ihren angestammten Wirkungskreisen auf der linken Seite beziehungsweise im defensiven Mittelfeld zurückgezogen wurden. „In erster Linie ist Lasse der positionsgetreue Wechsel gewesen, ohne viel durcheinanderschieben zu müssen, was in den letzten Wochen gut funktioniert hat“, sagte Ole Werner und urteilte: „Lasse hat es heute gut gemacht.“ Womöglich darf der Abwehrspieler sich noch länger beweisen. Nämlich dann, wenn Milos Veljkovic und nun auch noch Marco Friedl dem SV Werder Bremen länger verletzungsbedingt fehlen sollten. Nicht die schlechteste Vorrausetzung, um den persönlichen Neuanfang voranzutreiben. (mbü)

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