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Claudio Pizarro und Werder Bremen haben nicht mehr zueinander gefunden.

Superstar verlässt Bremen

Adios, Superstar! Pizarro verabschiedet sich von Werder

Bremen - Jetzt herrscht Gewissheit: Claudio Pizarro und Werder Bremen finden nicht mehr zusammen. Der Bundesligist verliert einen der größten Stars seiner Vereinsgeschichte. Adios, Superstar!

„Aufgrund der großen Konkurrenzsituation im Angriff und der jungen Talente, deren Entwicklung wir nicht blockieren möchten, haben wir uns dazu entschieden, den Vertrag mit Claudio nicht zu verlängern“, sagt Frank Baumann, der die große Wertschätzung des gesamten Vereins für den Peruaner zum Ausdruck bringt. „Claudio ist eine Legende und völlig zurecht erhält er bei uns den bestmöglichen Abschied, den ein Spieler bei Werder Bremer erhalten kann – sein eigenes Abschiedsspiel.“

Für den Moment ist dies nur ein kleiner Trost, denn Pizarro „hätte gerne noch weiter für Werder gespielt“. Die Entscheidung des Vereins akzeptiere er aber.

Der Vertrag des 38-jährigen Stürmers bei Werder war am 30. Juni ausgelaufen. Die Parteien konnten sich nicht auf eine Verlängerung des Arbeitspapieres einigen - dabei hätte Pizarro gerne weitergemacht. „Ich würde sehr gerne in Bremen bleiben“, hatte er der DeichStube Anfang Mai gesagt. „Werder hat oberste Priorität.“ Im Umkehrschluss wird klar: Werder wollte den Oldie nicht mehr.

Der Nordclub verliert damit einen der größten Stars seiner Vereinsgeschichte, vielleicht den größten. Pizarro ist nicht nur erfolgreichster ausländischer Torschütze der Bundesliga-Geschichte, sondern auch Werders Rekordtorjäger mit 104 Toren. Mit den Grün-Weißen gewann er allerdings nur einen Titel: den DFB-Pokal 2009. Im gleichen Jahr verpasste er den UEFA-Pokal-Sieg im Finale gegen Schachtjor Donezk (1:2 n.V.).

Pizarros Karriere in Bildern

In der vergangenen Saison ließ Pizarros sportlicher Glanz nach. Immer wieder wurde der nur scheinbar ewig junge Stürmer von Verletzungen zurückgeworfen. Er kam auf lediglich 19 Einsätze - viele davon als Einwechselspieler. Sein Treffer gegen Bayer Leverkusen war sein einziges Saisontor. Das Spiel gegen die „Werkself“ war für Pizarro noch in anderer Hinsicht ein besonderes.

Damit stieg er in den „2x200er“-Club auf - ist also Spieler, der bei zwei Vereinen mindestens 200 Bundesliga-Spiele absolviert hat. Das hatten vor ihm nur die Torhüter Uli Stein und Eike Immel sowie Verteidiger Christian Wörns geschafft. Insgesamt spielte Pizarro 271 Mal für Werder, 206 Mal in der Bundesliga. Kein aktiver Spieler hat mehr Bundesliga-Spiele vorzuweisen als Pizarro mit seinen insgesamt 430.

Pizarro ist aber so viel mehr als die Kombination von Zahlen und Statistiken. Er ist längst eine Kultfigur der Bundesliga, ein eleganter Grandseigneur und immer fröhlicher Spaßvogel in Personalunion. Er war der vielleicht letzte Superstar bei Werder Bremen, dem es die Fans sogar verziehen, den Verein zweimal für Bayern München verlassen zu haben. Jetzt geht Pizarro zum dritten Mal, dieses Mal ist sein Ziel unbekannt.

Claudio Pizarro: Seine Anfänge beim SV Werder

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