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Alexander Nouri hat seinen Kontrakt beim SV Werder über die Saison hinaus verlängert.

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Nouris neuer Vertrag: Eigenwilliger Erfolgsweg

Jetzt ist Alexander Nouri richtig im Spiel – und kein Trainer auf Abruf mehr. Alles andere wäre auch nicht nachvollziehbar gewesen, schließlich hat Nouri Werder aus dem Keller in die obere Tabellenhälfte befördert – mit Aussicht auf mehr.

Der 37-Jährige besitzt nun einen langfristigen Vertrag. Sicherer ist sein Job dadurch nicht, im Fußball sind Arbeitspapiere kaum haltbarer als Malblätter im Kindergarten. Aber der Kontrakt bietet ihm zumindest finanzielle Sicherheit. Wie lange, das lässt Werder offen. Eine neue Bremer Eigenart ohne Folgen. Letztlich kommt so etwas trotzdem immer raus.

Großer Knall im Trainer-Team?

Etwas verwunderlich ist, wie zurückhaltend Nouri auf seiner Pressekonferenz wirkte. Als wollte er gar nicht über seinen neuen Vertrag und schon gar nicht über seine Zukunft und noch weniger über seine Ziele sprechen. Begründung: das ausstehende Spiel in Dortmund. Das sei wichtig, sagte er. Wofür, das sagte er nicht. Dieses böse Wort Europa hat an den vergangenen beiden Spieltagen schon zu viel Unheil angerichtet – in Zahlen: neun Gegentore, null Punkte.

Es blieb also offen, ob und wann Nouri mit Werder nach Europa will. Genauso ungeklärt ist die Frage nach seinem Trainerteam, das Nouri sonst so gerne lobt. Das sei noch nicht entschieden worden, hieß es. Ist klar, der Cheftrainer verlängert nach wochenlangen Verhandlungen seinen Vertrag und hat dabei nicht die Zukunft seiner engsten Mitarbeiter geklärt – gibt es da etwa einen großen Knall?

Nouri ist das zuzutrauen. Der 37-jährige geht schnurstracks seinen Weg, schaut dabei nicht immer nach rechts und links. Das schmeckt längst nicht allen Beteiligten im Club. Und Werder ist da ein sensibler Verein. Aber Nouri hat sportlichen Erfolg. Das ist die Währung im Fußball. Deshalb hat er sich seine Vertragsverlängerung absolut verdient. Mit ihm ist Werder wieder nach oben gekommen.

Wie einst übrigens auch mit Viktor Skripnik. Der Weg der Beiden in den ersten Monaten ist fast identisch. Auch vor zwei Jahren wurde von Europa geträumt, ehe Skripnik mit seiner speziellen Art zum Albtraum wurde. Nouri hat die große Chance, es besser zu machen. Die Voraussetzungen dafür sind schon mal besser, der Kader viel stärker, die finanzielle Situation wesentlich entspannter. Werder ist wieder im Spiel – mit einem Alexander Nouri, der nun die Nachhaltigkeit seiner Arbeit unter Beweis stellen muss.

Alexander Nouri: Seine Karriere in Bildern

Bereits im Jugendbereich lief Alexander Nouri für Werder Bremen auf. Dort schaffte er es in die deutsche U16-Nationalmannschaft und nahm 1996 sogar an der EM in Österreich teil.
Bereits im Jugendbereich lief Alexander Nouri für Werder Bremen auf. Dort schaffte er es in die deutsche U16-Nationalmannschaft und nahm 1996 sogar an der EM in Österreich teil. © imago
Bis 2001 spielte der spätere Bremer Chefcoach für die Amateurmannschaft an der Weser und war zwischenzeitlich für wenige Monate an Seattle Sounders ausgeliehen.
Bis 2001 spielte der spätere Bremer Chefcoach für die Amateurmannschaft an der Weser und war zwischenzeitlich für wenige Monate an Seattle Sounders ausgeliehen. © gumzmedia
Nouri verließ die Hanseaten für den KFC Uerdingen, wo er drei Jahre in der Regionalliga Nord kickte.
Nouri verließ die Hanseaten für den KFC Uerdingen, wo er drei Jahre in der Regionalliga Nord kickte. © imago
Anschließend wechselte er zum VfL Osnabrück. 2007 schaffte er mit dem Club den Aufstieg in die Zweite Liga und erzielte in insgesamt 93 Pflichtspielen neun Treffer für den VfL.
Anschließend wechselte er zum VfL Osnabrück. 2007 schaffte er mit dem Club den Aufstieg in die Zweite Liga und erzielte in insgesamt 93 Pflichtspielen neun Treffer für den VfL. © imago
Nach vier Jahren in Osnabrück zog es Nouri zu Holstein Kiel, wo er zwei weitere Spielzeiten verbrachte.
Nach vier Jahren in Osnabrück zog es Nouri zu Holstein Kiel, wo er zwei weitere Spielzeiten verbrachte. © imago
2010 wechselte der gebürtige Buxtehuder zum VfB Oldenburg, wo er 2012 seine Karriere als aktiver Spieler beendete und seine Laufbahn als Trainer startete.
2010 wechselte der gebürtige Buxtehuder zum VfB Oldenburg, wo er 2012 seine Karriere als aktiver Spieler beendete und seine Laufbahn als Trainer startete. © imago
Zur Saison 2014/15 kehrte Nouri nach Bremen zurück. Zunächst war er Co-Trainer der U23, dann wurde er befördert und übernahm als Cheftrainer die volle Verantwortung.
Zur Saison 2014/15 kehrte Nouri nach Bremen zurück. Zunächst war er Co-Trainer der U23, dann wurde er befördert und übernahm als Cheftrainer die volle Verantwortung. © gumzmedia
Noch in der gleichen Spielzeit führte Nouri Werders Reservemannschaft in die Dritte Liga. Von seinen Spielern wurde er dafür gefeiert.
Noch in der gleichen Spielzeit führte Nouri Werders Reservemannschaft in die Dritte Liga. Von seinen Spielern wurde er dafür gefeiert. © gumzmedia
Sein Aufstieg als Trainer ging weiter: Nach dem dritten Spieltag der Saison 2016/2017 wurde bei den Profis Viktor Skripnik als Coach entlassen. Nouri übernahm zunächst als Interimstrainer.
Sein Aufstieg als Trainer ging weiter: Nach dem dritten Spieltag der Saison 2016/2017 wurde bei den Profis Viktor Skripnik als Coach entlassen. Nouri übernahm zunächst als Interimstrainer. © gumzmedia
Der emotionale Nouri baute nicht nur Strukturen um, sondern brachte zunächst auch neue Leidenschaft in die Mannschaft von der Weser.
Der emotionale Nouri baute nicht nur Strukturen um, sondern brachte zunächst auch neue Leidenschaft in die Mannschaft von der Weser. © gumzmedia
Die Belohnung: Anfang Oktober wurde der 37-Jährige zum Cheftrainer befördert. Als Co-Trainer standen ihm Florian Bruns und Markus Feldhoff zur Seite.
Die Belohnung: Anfang Oktober wurde der 37-Jährige zum Cheftrainer befördert. Als Co-Trainer standen ihm Florian Bruns und Markus Feldhoff zur Seite. © gumzmedia
Die Zeiten blieben aber schwierig. Werder verlor die ersten vier Spiele nach dem Jahreswechsel und stürzte erneut auf den Relegationsplatz. Nouris Job stand stand arg auf der Kippe.
Die Zeiten blieben aber schwierig. Werder verlor die ersten vier Spiele nach dem Jahreswechsel und stürzte erneut auf den Relegationsplatz. Nouris Job stand stand arg auf der Kippe. © gumzmedia
Doch dann starteten die Bremer eine nicht für möglich gehaltene Erfolgsserie. Zwischen Mitte Februar und Anfang Mai 2017 blieb Werder in elf Spielen in Folge ungeschlagen, gewann neun davon - und ging voll auf Kurs Europa League. Nouri saß plötzlich ganz fest im Sattel.
Doch dann starteten die Bremer eine nicht für möglich gehaltene Erfolgsserie. Zwischen Mitte Februar und Anfang Mai 2017 blieb Werder in elf Spielen in Folge ungeschlagen, gewann neun davon - und ging voll auf Kurs Europa League. Nouri saß plötzlich ganz fest im Sattel. © gumzmedia
Der Werder-Trainer hatte auch mehrfach das Bedürfnis, sich in der Öffentlichkeit politisch zu positionieren. Nouri zeigte US-Präsident Donald Trump für ein verhängtes Einreiseverbot die „Rote Karte“. Und sagte bei einer Pressekonferenz: „Ich habe nichts gegen das Wort Europa - ich bin ja nicht die AfD.“
Der Werder-Trainer hatte auch mehrfach das Bedürfnis, sich in der Öffentlichkeit politisch zu positionieren. Nouri zeigte US-Präsident Donald Trump für ein verhängtes Einreiseverbot die „Rote Karte“. Und sagte bei einer Pressekonferenz: „Ich habe nichts gegen das Wort Europa - ich bin ja nicht die AfD.“ © gumzmedia
Am Ende der Spielzeit 2016/17 verpasste Werder die Europa League aber knapp als Tabellen-Achter.
Am Ende der Spielzeit 2016/17 verpasste Werder die Europa League aber knapp als Tabellen-Achter. © gumzmedia
In der Folgesaison konnte Werder in den ersten zehn Pflichtspielen keinen Sieg einfahren. Die Folge: Trainer Nouri wurde am 30. Oktober 2017 vom Verein freigestellt. 
In der Folgesaison konnte Werder in den ersten zehn Pflichtspielen keinen Sieg einfahren. Die Folge: Trainer Nouri wurde am 30. Oktober 2017 vom Verein freigestellt.  © gumzmedia

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