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Florian Kainz könnte im Pokalspiel gegen die Würzburger Kickers für den gesperrten Fin Bartels in der Startelf stehen.

Werder-Offensive im Pokalspiel

Nouris Notlösung: Kainz als Bartels-Double

Bremen - Wie es gemacht wird, zeigte Fin Bartels. Ein Antritt – schon war er an zwei Spaniern vorbei. Dann noch der Querpass auf Max Kruse, der den Ball mühelos über die Linie drückte.

Die Szene brachte Werder Bremen im Testspiel gegen den FC Valencia das zwischenzeitliche 1:1 und die Erkenntnis, dass auch in der kommenden Saison mit Toren aus der Produktionsgemeinschaft Kruse/Bartels zu rechnen ist. Prima, möchte man nun meinen. Aber hinter der einen Erkenntnis steckt noch eine weitere. Und zwar die, dass Kruse/Bartels so ziemlich alles sind, was Werder offensiv zu bieten hat. Das könnte beim Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal gegen die Würzburger Kickers (Samstag, 20.45 Uhr in Offenbach) zu einem Problem werden.

Fin Bartels ist dann gesperrt. Es ist eine Folge einer Unbeherrschtheit, die er sich vor einem Jahr bei der Pokal-Blamage gegen die SF Lotte geleistet hatte. Zwei Spiele Sperre muss Bartels nun im Pokal absitzen – gegen Würzburg fängt er damit an. Werder-Trainer Alexander Nouri hat deshalb im letztlich mit 1:2 verlorenen Testspiel gegen Valencia versucht, ein Bartels-Double im Sturm zu installieren, indem er Mittelfeldmann Florian Kainz an die Seite von Max Kruse stellte. „Flo und Fin sind ähnliche Spielertypen. Es war wichtig für uns, zu sehen, wie sich Flo da vorne bewegt. Er war viel unterwegs, hat viel gearbeitet. Ich fand, er hat es ganz gut gelöst“, meinte Nouri anschließend.

Nouri nach der Testspiel-Niederlage

Einmal legte Kainz auch schick für Kruse auf (48.), doch wirklich präsent war er während seines 80-Minuten-Einsatzes nicht in der Spitze. Schwung, Tempo, Zielstrebigkeit sowie die zündende Idee brachte erst Fin Bartels nach seiner Einwechslung (61.) ins Spiel. Was das nun für die Partie in Würzburg bedeutet? Erstmal vor allem, dass Nouri nicht sicher sein kann, welche Lösung die richtige ist für den Angriff. Kainz ist seit Samstag eine Option, Johannes Eggestein könnte es auch sein. Yuning Zhang wäre eine Überraschung. Und Aron Johannsson muss mittlerweile davon ausgehen, dass er keine Chance mehr bekommt bei Coach Nouri.

Trotz der dringlichen Aufgabe, einen Bartels-Ersatz zu finden, bekam der Isländer mit dem US-Pass gegen Valencia keine Chance, sich zu zeigen. Johannsson lief sich warm, spielen durfte er nicht. Die Mitteilung an den 26-Jährigen, dass er bei Werder nicht gebraucht wird, ist mehr als deutlich.

Kainz: „Ich muss mich auf alles einstellen“

Im Grunde weiß man das schon länger. Und Johannsson (Vertrag bis 2019) ist wohl nur noch deshalb bei Werder, weil Sportchef Frank Baumann noch keinen neuen zentralen Stürmer gefunden hat. Dass der noch kommen wird, war Baumanns zentrale Botschaft auf dem „Tag der Fans“ am Samstag. „Ich bin guter Dinge, dass wir in den nächsten Wochen noch den einen oder anderen Spieler präsentieren können“, sagte Baumann beim Talk der Geschäftsführer, betonte aber auch, dass er nicht in die Preistreiber-Falle tappen will: „Die Preise auch für durchschnittliche Spieler sind im Moment immens. Davon dürfen wir uns nicht verrückt machen lassen.“

Folglich muss es vorerst anders gehen – mit Kainz im Sturm eben. Der Österreicher ist bereit, die Rolle gegen Drittligist Würzburger Kickers zu spielen. „Ich habe mich auf der Position ganz wohl gefühlt. Die Chance besteht, dass ich auch im Pokal dort spiele“, sagte Kainz, der sich eigentlich als Flügelspieler versteht, zuletzt aber auf der Halbposition im Bremer Mittelfeld aufgeboten worden war. „Der Trainer“, meinte der 24-Jährige, „sieht mich auf vielen Positionen, und ich habe da keine Wünsche. Ich muss mich auf alles einstellen.“

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