„Aktion völlig unnötig“ / Torwart: „Ich war sicher, dass ich den Ball kriege“

Allofs rüffelt Rotsünder Wiese

Heftige Beinschere: Torwart Tim Wiese (re.) gegen Thomas Müller.

Werder-Bremen - BREMEN (flü) · Die Partie war verloren, Werder lag gegen die Bayern in der 88. Minute aussichtslos zurück.

Doch Tim Wiese schien noch so vollgepumpt mit Adrenalin und Frust gewesen zu sein, dass er sich bei einem Münchner Konter vor der Strafraumgrenze zu einem unnötigen und rüden Foul an Thomas Müller hinreißen ließ. Klare Sache: Rote Karte.

Werder Bremen - Bayern München

Werder Bremen verliert gegen FC Bayern mit 1:3

Werder Bremen verliert im Weserstadion mit 1:3 gegen den FC Bayern München. Die Bayern enttäuschten im traditionsreichen Nord-Süd-Duell über weite Strecken und feierten die drei Punkte vor 40500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion vor allem dank des Eigentores von Per Mertesacker (76.), der zuvor auch die Bremer Führung (47.) erzielt hatte.

Werder Bremen verliert im Weserstadion mit 1:3 gegen den FC Bayern München. Die Bayern enttäuschten im traditionsreichen Nord-Süd-Duell über weite Strecken und feierten die drei Punkte vor 40500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion vor allem dank des Eigentores von Per Mertesacker (76.), der zuvor auch die Bremer Führung (47.) erzielt hatte.

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Damit wird der 29-Jährige den Bremern im Abstiegskampf mindestens zwei Wochen lang fehlen. Grund genug für Klaus Allofs, dem Nationaltorwart gestern Morgen vor dem Training einen kräftigen Rüffel zu erteilen. „Ich habe mit Tim gesprochen. Die Aktion war völlig unnötig und ist nur mit dem Frust zu erklären, wenn man alles gibt und trotzdem so hoch zurückliegt“, schimpfte der Werder-Sportchef später: „Natürlich wollte Tim retten, er hat aber in dem Moment einfach die falsche Entscheidung getroffen. Er hätte überlegen müssen: Was ist besser für die Mannschaft? So wird er uns jetzt in dieser schwierigen Situation fehlen.“

Trainer Thomas Schaaf wollte kein so hartes Urteil fällen: „Aus meiner Sicht kam er vielleicht einen Tick zu spät.“

Die Noten der Spieler

Die Noten: Werder Bremen - Bayern München

Werder Bremen verliert in einem anfangs spannenden Nord-Süd-Duell gegen den FC Bayern München mit 1:3 - hier die Noten der Werder-Spieler...

Tim Wiese: Superparade gegen Ottl (17.), Glanztat gegen Gomez (30.). Allerdings auch mit einem Fehler beim Herauslaufen, der Gomez fast das 1:0 ermöglicht hätte (36.). Schuldlos an den Gegentoren, dumm und unnötig dagegen sein übermotiviertes und viel zu hartes Einsteigen gegen Müller (88.), was ihm zu Recht die Rote Karte einbrachte. Damit erwies der 29-Jährige seiner Mannschaft einen Bärendienst. Note 4,5

Petri Pasanen: Der Finne verschleppte oft das Tempo, als es hätte schnell gehen müssen. Mit 57 Ballkontakten hatte er die meisten aller Bremer, doch Produktives sprang dabei nicht heraus. Ließ sich in der zweiten Halbzeit von Müller häufig düpieren. Note 4,5

Per Mertesacker: Der ärmste Kerl auf dem Platz. Klasseleistung in der Innenverteidigung, tolles Tor zum 1:0, das er abgebrüht im Stile eines Torjägers erzielte. Dann das bittere Eigentor (65.), für das er überhaupt nichts konnte, als Gomez ihn anschoss. Note 2,5

Sebastian Prödl: Nach seiner Gelbsperre gab der Österreicher der Innenverteidigung wieder Stabilität. Gutes Stellungs- und Kopfballspiel, klasse seine Rettungstat gegen Robben (16.). Hinderte allerdings Gomez vor dem 1:2 nicht energisch genug. Note 2,5

Mikael Silvestre: Bis zur 65. Minute machte der Linksverteidiger ein ganz starkes Spiel gegen Robben. Dann aber kam er beim 1:1 durch den Bayern-Star zu spät und verhinderte, wenn auch bedrängt, vor dem 1:2 den Pass von Müller auf Gomez nicht. Das trübte den guten Gesamteindruck immens. Note 4,5

Philipp Bargfrede: In der Defensive nicht nur mit einem enormen Laufpensum, sondern zudem ein starker Adjutant von Silvestre beim Bekämpfen von Robben. Trat in der Offensive dagegen kaum in Erscheinung. Note 3

Torsten Frings: Der Kapitän zeigte viel Einsatz, verlor vor dem 1:3 aber den entscheidenden Zweikampf gegen Müller, auch wenn dieser ziemlich robust eingestiegen war. Note 3,5

Clemens Fritz (bis 80.): Nach 42 Sekunden hätte der 30-Jährige das 1:0 erzielen müssen, scheiterte jedoch an Bayern-Keeper Kraft. Marko Marin hatte in der Mitte völlig freigestanden, ein Abspiel wäre sinnvoller gewesen. Der etatmäßige Rechtsverteidiger Fritz sorgte im ersten Durchgang für viel Druck, baute später aber mehr und mehr ab. Ließ Pranjic vor dem 1:1 ungehindert flanken. Note 4

Aaron Hunt (bis 89.): Als Spielgestalter im Zentrum des offensiven Dreier-Mittelfelds eine Enttäuschung. Viele Ballverluste, wenig Esprit. Note 5

Marko Marin (bis 67.): Der 21-Jährige dribbelte sich immer wieder fest und war zu keinem Zeitpunkt der Mann für die außergewöhnlichen Aktionen, die Werder an diesem Tag gebraucht hätte. Note 5

Claudio Pizarro: Allein auf weiter Flur im Bremer Angriff – dennoch ein ständiger Unruhe- und Gefahrenherd in der Bayern-Defensive. Der 32-Jährige spulte ein unglaubliches Laufpensum ab, half immer wieder hinten mit aus und scheute keinen Zweikampf. Allerdings ging vom Peruaner auch keine wirkliche Torgefahr aus. Note 2,5

Florian Trinks (ab 67.): Der 18-Jährige kam zu seinem Bundesliga-Debüt und hätte nur Sekunden nach seiner Einwechslung fast einen Elfmeter erzwungen. Doch der Pfiff blieb aus, obwohl Bayerns Luiz Gustavo die scharfe Hereingabe des Youngsters mit der Hand gespielt hatte. Note -

Sandro Wagner (ab 80.): Der Stürmer sollte Dampf machen, was ihm aber nicht gelang. Note -

Sebastian Mielitz (ab 89.): Rückte nach der Roten Karte für Tim Wiese in den Schlussminuten zwischen die Pfosten. Note -

Der Club hält weiterhin zum Trainer. Ebenso, wie Thomas Schaaf noch an seine Arbeit in Bremen glaubt. „Es gibt keine Anzeichen, dass er aufgibt“, meinte Allofs.

Auch am Tag danach saß der Frust noch tief. Die Werder Spieler beim Training am Sonntag.

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Auch am Tag danach saß der Frust noch tief. Die Werder Spieler beim Training am Sonntag.

Auch am Tag danach saß der Frust noch tief. Die Werder Spieler beim Training am Sonntag.

Und was meinte Wiese selbst zu der Aktion? „Wenn ich nicht geglaubt hätte, ich würde den Ball kriegen, wäre ich nicht rausgerannt. Ich bin dann einen Schritt zu spät gekommen – das war’s“, sagte der 29-Jährige. Als er Müller dann getroffen hatte, wusste er: „Scheiße, das ist Rot.“ Die Frage, mit welcher Strafe er nun rechnen müsse, wollte der Torwart nicht beantworten: „Keine Ahnung, ich weiß es nicht.“ Vermutlich wird Wiese zwei Spiele gesperrt.

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