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Aron Johannsson bekam vor dem letzten Saisonspiel einen Blumenstrauß. Sein eigentliches Abschiedsgeschenk war aber der Einsatz gegen RB Leipzig.

Letzter Einsatz für Werder

Johannsson: Abschiedsgeschenk für einen Fußballverrückten

Bremen – Den Blumenstrauß noch in der Hand ging es für Aron Johannsson im Laufschritt zurück in die Kabine. Ihm blieb keine Zeit, die offizielle Verabschiedung vor dem Spiel gegen RB Leipzig auszukosten, denn er hatte noch einen Job zu erledigen.

Johannsson, der Spieler, der in seinen vier Werder-Jahren gefühlt mehr Verletzungen hatte als Ballkontakte, stand im letzten Saisonspiel noch einmal im Bremer Kader. Und als der ehemalige US-Nationalspieler in der 87. Minute zur Einwechslung bereitstand, ging einer seiner größten Wünsche in Erfüllung. „Einmal noch im Weserstadion auflaufen – das ist mein Ziel“, hatte er vor Wochen gesagt. Am Samstag tat ihm Trainer Florian Kohfeldt den Gefallen. Und er tat es gerne.

„Es gab eigentlich nur eine Variante, dass er dieses Abschiedsgeschenk nicht bekommt“, erklärte der Coach. Nämlich wenn es für Werder mit der Europa-League-Qualifikation nochmal Spitz auf Knopf gestanden hätte. Doch davon konnte ob des 8:1-Kantersiegs des VfL Wolfsburg nie die Rede sein. Folglich war die Bahn frei für Johannsson und seine Extra-Abschiedsvorstellung.

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Auch Kohfeldt schmerzt Johannssons Abschied

Zwar nur wenige Minuten, doch Kohfeldt wusste, wie viel dem Stürmer, dessen auslaufender Vertrag nicht verlängert wird, der letzte Einsatz im Werder-Trikot bedeutete. Und ihm selbst war es „wirklich ein Bedürfnis“ gewesen, Johannsson den Wunsch zu erfüllen. Kohfeldt erläuterte: „Wir haben in den vergangenen Tagen viel über Max Kruse geredet und dass mir der Abschied wegen des persönlichen Verhältnisses zu ihm wehtut. Bei Aron ist es genauso. Aron ist einfach ein Supertyp, ein Fußballverrückter.“

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Dessen Körper aber verhinderte, dass er bei Werder zu einer großen Nummer wurde. 999 Spielminuten verteilt auf 30 Einsätze und mit fünf Toren garniert stehen nach vier Jahren in seinem Leistungsnachweis – es sind Zahlen, die Kohfeldt durchaus traurig machen. Denn er weiß, dass viel mehr möglich gewesen wäre. „Die Qualität war nie Arons Problem. Aber er hat leider aus verschiedenen Gründen nicht die Robustheit gehabt. Er hatte viele unterschiedliche Verletzungen, nichts Chronisches. Aron hatte einfach viel Pech“, sagte Kohfeldt. So gesehen war der letzte Einsatz auch ein kleines Trostpflaster für einen, der Trost gut gebrauchen kann.

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