Nach dem 3:1-Sieg im Abstiegskrimi gegen St. Pauli gab es den Dank des kompletten 16-Kaders für dieses Spiel.

Werder-Boss Allofs peilt noch Rang acht an, will aber auch von der Fast-Rettung nichts wissen

Attacke statt Abstiegsangst

Von Björn Knips - Klaus Allofs ist hin- und hergerissen: Glückwünsche zum Klassenerhalt nerven den Boss von Werder Bremen, „weil wir noch nicht durch sind“. Aber Abstiegsangst ist auch nicht so sein Ding, deshalb bläst Allofs nach dem 3:1-Sieg beim FC St. Pauli lieber zur Attacke:

„Wir haben das unten im Blick, aber wir schauen nach vorne und wollen noch ein, zwei, drei Plätze nach vorne kommen.“

Der Tabellenelfte (38 Punkte) hat Platz acht ins Visier genommen, weil Freiburg (41), Hoffenheim (40) und Schalke (40) in Schlagweite sind. Fehlt eigentlich nur noch eine Kampfansage an den Hamburger SV. Doch der Nordrivale ist mit 43 Zählern bei nur noch drei ausstehenden Partien etwas zu weit enteilt. Andererseits: Geht’s in die umgekehrte Richtung ist das mit dem Punktepolster so eine Sache.

Werder in der Einzelkritik

Werder-Pauli: Die Noten

Tim Wiese: Kreisklasse, als er den Ball nach einer Ecke fallen ließ (43.), Weltklasse, als er Asamoah stoppte (53.) – ansonsten kaum geprüft. Note 3 © nordphoto
Clemens Fritz: Kam lange Zeit nicht richtig ins Spiel, hatte wenig Ballkontakte. Doch das glich der Außenverteidiger mit viel Einsatz aus. Note 3,5 © nordphoto
Per Mertesacker: Verschlief die Anfangsphase und vor allem die 29. Minute, als er das Abseits aufhob und Bartels zur Führung einlud. Danach wacher. Note 4 © nordphoto
Petri Pasanen: Eigentlich eine gute Leistung, wenn da nicht diese zwei bösen Patzer nach der Pause gewesen wären, die Werder beinahe auf die Verliererstraße gebracht hätten. Note 4 © nordphoto
Mikael Silvestre: Bemerkenswerte 89 Ballkontakte – so viele wie kein anderer auf dem Platz. Der Linksverteidiger machte einen ordentlichen Job, ohne zu glänzen. Note 3 © nordphoto
Torsten Frings: Beinahe wäre sein vom Winde verwehter Freistoß eingeschlagen (45.), aber auch so verdiente sich der Kapitän als Abräumer und Antreiber die Note 2,5 © nordphoto
Wesley: Was ist nur mit dem Brasilianer los? Es wirkt fast so, als hätte er noch nie für und mit Werder gespielt – ein absoluter Fremdkörper, der auch keine Ballsicherheit mehr besitzt. Note 4,5
Philipp Bargfrede (bis 67.): Leichte Anlaufschwierigkeiten, aber dann startete der Borowski-Ersatz durch. Klasse, wie er Thorandt quasi zum Eigentor und damit zum Ausgleich zwang (51.). Erst die Folgen einer Grippe stoppten den fleißigen Mittelfeldspieler. Note 2,5 © nordphoto
Marko Marin: Der Buhmann am Millerntor – zunächst unverschuldet: Dass Fabian Boll nach Marins Foul runter musste (16.), gehört in die Kategorie unglücklich. Völlig unsportlich und fast schon provokativ war dagegen Marins Schwalbe beim Zweikampf mit Lehmann (27.). Der Kiez kochte, doch der Bremer ließ sich davon wenigstens nicht beeindrucken. Note 3 © nordphoto
Claudio Pizarro: Erster Doppelpack in dieser Bundesliga-Saison – der Peruaner ist Werders Lebensversicherung im Abstiegskampf. Allerdings: Zunächst hatte der Torjäger sein Team mit einer schlechten Spieleröffnung am eigenen Strafraum und dem daraus resultierenden Rückstand ganz schön in Bedrängnis gebracht. Note 1,5 © nordphoto
Sandro Wagner (bis 88.): Zeigte von Anfang an die nötige Leidenschaft im Abstiegskampf und gab den Pauli-Verteidigern kaum Luft zum Atmen. Note 2,5 © nordphoto
Aaron Hunt (bis 67.): Fiel zwar nicht sonderlich auf, aber mit ihm bog Werder auf die Siegerstraße. Note - © nordphoto
Dominik Schmidt (ab 88.): Einsatz ohne Ballkontakt. Note - © nordphoto

Sechs Zähler beträgt Werders Vorsprung auf den VfL Wolfsburg, der den Relegationsplatz einnimmt. Das klingt erst einmal gut, aber aus sechs könnten schon am Freitag nur noch drei werden, denn im Weserstadion kommt’s zum direkten Duell. Und ausgerechnet jetzt sind die „Wölfe“ gefährlich geworden und haben mit dem 4:1-Sieg am Ostersonntag gegen den 1. FC Köln den ersten Sieg unter Trainer Felix Magath gelandet.

Ostertraining

Training am Ostersonntag

Nach dem Spiel ist vor den Training - und so standen die Werder-Spieler am Ostersonntag schon wieder auf dem Trainingsplatz am Weserstadion. Ihr selbstgemachtes Ostergeschenk in der Tasche... © nordphoto
Nach dem Spiel ist vor den Training - und so standen die Werder-Spieler am Ostersonntag schon wieder auf dem Trainingsplatz am Weserstadion. Ihr selbstgemachtes Ostergeschenk in der Tasche... © nordphoto
Nach dem Spiel ist vor den Training - und so standen die Werder-Spieler am Ostersonntag schon wieder auf dem Trainingsplatz am Weserstadion. Ihr selbstgemachtes Ostergeschenk in der Tasche... © nordphoto
Nach dem Spiel ist vor den Training - und so standen die Werder-Spieler am Ostersonntag schon wieder auf dem Trainingsplatz am Weserstadion. Ihr selbstgemachtes Ostergeschenk in der Tasche... © nordphoto
Nach dem Spiel ist vor den Training - und so standen die Werder-Spieler am Ostersonntag schon wieder auf dem Trainingsplatz am Weserstadion. Ihr selbstgemachtes Ostergeschenk in der Tasche... © nordphoto
Nach dem Spiel ist vor den Training - und so standen die Werder-Spieler am Ostersonntag schon wieder auf dem Trainingsplatz am Weserstadion. Ihr selbstgemachtes Ostergeschenk in der Tasche... © nordphoto
Sieg in Hamburg: Nach dem 3:1-Erfolg gegen St. Pauli war der Jubel groß und Fans und Spieler von Werder Bremen sichtlich erleichtert. © nordphoto
Sieg in Hamburg: Nach dem 3:1-Erfolg gegen St. Pauli war der Jubel groß und Fans und Spieler von Werder Bremen sichtlich erleichtert. © nordphoto
Sieg in Hamburg: Nach dem 3:1-Erfolg gegen St. Pauli war der Jubel groß und Fans und Spieler von Werder Bremen sichtlich erleichtert. © nordphoto
Sieg in Hamburg: Nach dem 3:1-Erfolg gegen St. Pauli war der Jubel groß und Fans und Spieler von Werder Bremen sichtlich erleichtert. © nordphoto
Sieg in Hamburg: Nach dem 3:1-Erfolg gegen St. Pauli war der Jubel groß und Fans und Spieler von Werder Bremen sichtlich erleichtert. © nordphoto
Sieg in Hamburg: Nach dem 3:1-Erfolg gegen St. Pauli war der Jubel groß und Fans und Spieler von Werder Bremen sichtlich erleichtert. © nordphoto
Sieg in Hamburg: Nach dem 3:1-Erfolg gegen St. Pauli war der Jubel groß und Fans und Spieler von Werder Bremen sichtlich erleichtert. © nordphoto
Sieg in Hamburg: Nach dem 3:1-Erfolg gegen St. Pauli war der Jubel groß und Fans und Spieler von Werder Bremen sichtlich erleichtert. © nordphoto
Sieg in Hamburg: Nach dem 3:1-Erfolg gegen St. Pauli war der Jubel groß und Fans und Spieler von Werder Bremen sichtlich erleichtert. © nordphoto

„Deshalb habe ich doch kein mulmiges Gefühl“, behauptet Allofs: „Okay, bei Wolfsburg hat alles gepasst, aber der Gegner hatte auch nicht viel drauf. Köln war an diesem Tag mit sich beschäftigt und nicht der Prüfstein.“ Zudem verweist der Sportchef auf die eigene Serie von acht Spielen ohne Niederlage und die starke zweite Halbzeit gegen Pauli. Am Millerntor machte Werder aus einem 0:1 noch ein am Ende souveränes 3:1. Allofs‘ Ärger über die missratene erste Hälfte ist mittlerweile verflogen. Schließlich hätten die Spieler nach der klaren, allerdings nicht lauten Kabinenpredigt von Trainer Thomas Schaaf die richtige Reaktion gezeigt, sich endlich besser bewegt und ihre sportlichen Fähigkeiten ausgespielt. Doch die Profis müssen sich in Acht nehmen, der Boss schaut ganz genau hin: „Die letzten drei Spiele werden kein Austrudeln sein. Jeder muss sich auch schon für die kommende Saison positionieren. Die Leistungen werden sich auf unsere Überlegungen auswirken, was wir auf welchen Positionen tun werden.“

Und es wird einiges passieren, denn weder die Rettung noch ein Sprung auf Rang Acht würden Allofs‘ Enttäuschung über die Saison wirklich mindern. „Wir werden ganz sicher nicht feiern oder sogar spezielle T-Shirts oder Schals drucken“, scherzt der Clubchef: „Am Ende der Saison wird stehen, dass wir unter unseren Möglichkeiten geblieben sind. Und daraus werden wir die entsprechenden Schlüsse ziehen.“

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