Werder Bremen-Trainer Ole Werner gelang mit seiner Elf gegen den KSC der sechste Sieg im sechsten Spiel.
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Werder Bremen-Trainer Ole Werner gelang mit seiner Elf gegen den KSC der sechste Sieg im sechsten Spiel.

Werder gewinnt auch gegen den KSC

Ob hässlich oder schön - Ole Werner mag alle Werder-Siege

Bremen – Sechs Spiele, sechs Siege – Ole Werner ist mit dem SV Werder Bremen in der 2. Liga nicht zu stoppen, hat sich auf den Aufstiegsplätzen festgesetzt. Eine Serie des neuen Trainers ist beim 2:1 (0:0)-Heimerfolg über den Karlsruher SC dann aber doch gerissen: Erstmals erzielten die Grün-Weißen unter seiner Regie weniger als drei Tore. Was zum Gesamteindruck passte, den dieses Spiel hinterlassen hat: Der Erfolg war mehr ein Arbeitssieg denn ein Spektakel wie zuletzt beim 4:3 in Paderborn. Doch Werner machte da eine ganz einfache Aufstiegsrechnung auf: „Wenn du etwas erreichen willst, brauchst du ganz viele Siege. Ob das Arbeitssiege, schöne oder hässliche, verdiente oder unverdiente Siege sind, ist mir herzlich egal. Im Laufe der Saison wird es von allem etwas geben. Wir nehmen es so, wie es kommt.“

Nach allzu schwerer Arbeit hatte es gegen den Karlsruher SC zunächst gar nicht ausgesehen. Werder Bremen dominierte von Beginn an die Partie, während sich die Gäste nach ihrer Corona-Zwangspause (16 positiv getestete Spieler) vorsichtig auf Formsuche machten. Doch das durchaus flüssige Bremer Kombinationsspiel ließ am Ende oft eines vermissen: echte Torchancen. „Wir haben uns um den Strafraum herum verloren“, monierte Ole Werner. Und dennoch hätte er ein Tor sehen können, vielleicht sogar müssen. Niclas Füllkrug köpfte knapp vorbei (21.) - und Marvin Ducksch wählte zwei Mal den direkten Abschluss (29. und 42.), was zwei Hundertprozentige zunichtemachte

Werder Bremen: Ducksch trifft nur sechs Minuten nach der Halbzeitpause gegen den KSC

„Wir haben uns in der Halbzeit noch mal eingeschworen: Wir müssen dran bleiben, weiter konzentriert arbeiten und wenn wir die Chance bekommen, dann müssen wir sie halt nutzen“, berichtete Außenverteidiger Anthony Jung nach der Partie. Die Worte in der Kabine fruchteten schnell. Nur sechs Minuten nach Wiederbeginn behielt Ducksch diesmal nach feinem Pass von Christian Groß die Ruhe und vollstreckte zum 1:0 (52.)für Werder Bremen. Und wer weiß: Wenn der Torjäger wenig später nicht mit seinem frechen Heber am stark reagierenden KSC-Keeper Marius Gersbeck gescheitert wäre, hätte es möglicherweise doch noch ein Bremer Tor-Festival gegeben.

Doch urplötzlich lief die Partie in eine andere Richtung. KSC-Angreifer Philipp Hofmann, den die Bremer im Sommer gerne verpflichtet hätten, sorgte nach einer Ecke mit seinem Kopfball-Treffer zum 1:1 nicht nur auf der Anzeigetafel für eine Veränderung (59.). Die 10.000 Fans des SV Werder Bremen, die nach dem Ende der Geisterspiele wieder ins Wohninvest Weserstadion durften, sahen fortan gefährlichere Gäste und patzende Gastgeber. Der bis dahin so starke Groß verlor den Ball in der eigenen Hälfte und servierte Hofmann die nächste Großchance, die dieser aber kläglich vergab (68.).

Werder Bremen-Trainer Ole Werner mit glücklichem Händchen gegen den KSC

Werder im Glück – und Werner dann mit einem glücklichen Händchen. Der Coach brachte Manuel Mbom für Mitchell Weiser, ein Rechtsverteidiger für einen Rechtsverteidiger. Nicht spektakulär beim Stand von 1:1, aber „entscheidend“, wie sich Ole Werner später selbst ein wenig lobte. Mbom flankte auf den in den Strafraum eingelaufenen Jung, der per Kopf das 2:1 für Werder Bremen markierte (76.). „Wir kommen dann beinahe aus dem Nichts zum 2:1“, gestand Werner. Für ihn war aber nicht nur Mboms Hereinnahme ausschlaggebend, er meinte auch Nicolai Rapp und Niklas Schmidt, die für Romano Schmid und Leonardo Bittencourt eingewechselt worden waren: „Dadurch haben wir wieder mehr Zugriff auf das Spiel bekommen. Bis dahin war eher der KSC am Drücker.“ Und deshalb haderte auch KSC-Coach Christian Eichner: „In Summe fühlt es sich sehr schwer an. Wenn man die Gesamtumstände bei uns zusammennimmt, darf man es uns nicht verübeln, wenn man einem Punkt nachtrauert. Ein 1:1 hätte uns viel Kraft gegeben.“

Über weiteres Selbstvertrauen durfte sich also nur der SV Werder Bremen freuen. Die Bremer um Trainer Ole Werner marschieren weiter schnurstracks Richtung 1. Liga. „Wir wollen von da oben nicht mehr weg! Es war unser Ziel, uns oben festzubeißen. Das haben wir jetzt getan. Jetzt wollen wir jedes Spiel gewinnen“, tönte Ducksch nach dem Spiel, fing sich aber sofort selbst wieder ein: „Es ist schwierig, den Lauf auf diesem Niveau bis zum Ende durchzuhalten. Ich glaube, es kommt darauf an, wie wir mit einem Rückschlag umgehen, den es mit Sicherheit noch geben wird.“

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Werder Bremen gelingt gegen den KSC der sechste Sieg im sechsten Spiel unter Trainer Ole Werner

Der Blick auf den Spielplan macht dabei allerdings keine große Angst. Die nächsten Gegner für den SV Werder Bremen heißen am Freitag Hansa Rostock und eine Woche später FC Ingolstadt, beides Teams aus der unteren Tabellenregion. Der Bremer Trainer-Startrekord von Otto Rehhagel (Saison 1980/81) mit acht Siegen in Folge ist für Ole Werner also zum Greifen nahe. Doch der 33-Jährige warnte davor, auf diese und andere Serien zurückzublicken, und schärfte direkt nach seinem Sechserpack gleich wieder die Sinne: „Der Gedanke, das wird schon irgendwie, wäre tödlich. Du musst jede Chance erarbeiten und wertschätzen, jede Situation in der Verteidigung ernst nehmen. Man hat heute gesehen, wie schnell ein Spiel kippen kann“, so Ole Werner. (kni)

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