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Gleich fällt der gelbe Riese – und bekommt einen für Werder folgenschweren Freistoß: Augsburgs Keeper Simon Jentzsch (links) im Duell mit Aleksandar Ignjovski.

Werder ärgert sich über Augsburg, das späte 1:1 und den Schiri / Schaaf lobt

Ein bitterer Gefühlscocktail

Bremen - Nach dem 1:1 gegen den FC Augsburg waren mehrere, überwiegend bittere Zutaten in Werders Gefühlscocktail. Da mischte sich Frust (über das Gegentor in der Nachspielzeit und fehlende Cleverness) mit Wut (über mehrere Schiedsrichter-Entscheidungen), Angst (das Ziel Europa League zu verfehlen) mit Zuversicht (es am Ende zu erreichen).

Und schließlich goss Coach Thomas Schaaf auch noch einen Schuss Stolz hinzu – darauf, dass sein Team die zwölf Ausfälle einigermaßen kompensiert und sich nach zähem Beginn in der zweiten Halbzeit erheblich gesteigert hatte: „Da war die Mannschaft viel selbstbewusster und hat alle mitgerissen – dafür ein großes Lob.“

Unentschieden gegen Augsburg: Werder in der Einzelkritik

Sebastian Mielitz: Gute Tat gegen Hain (27.), wirkte in der einen oder anderen Situation aber ein bisschen wacklig. © Nordphoto
Das Missverständnis mit Sokratis (72.) hätte fast Folgen gehabt. Hielt kurz vor dem Augsburger 1:1 noch stark gegen Koo, bei Verhaeghs Abpraller-Tor dann machtlos. Note 3,5 © Nordphoto
Aleksandar Ignjovski: Der Allrounder rotierte mal wieder nach hinten rechts. Gewohnt bissig und einsatzfreudig, gewann 72 Prozent seiner Zweikämpfe und war damit bester Bremer. © Nordphoto
Rettete kurz vor der eigenen Torlinie (35.) Machte aber auch einige Fehler. Note 3,5 © Nordphoto
Francois Affolter: Teilte sich mit Sokratis die Bewachung von Stephan Hain, der einzigen Augsburger Spitze. © Nordphoto
Verteidigte ordentlich am Mann, hatte aber auch nicht wirklich viele knifflige Situationen zu lösen. Und: Seine Spieleröffnung muss der Schweizer dringend verbessern, die „Böcke“ vermeiden. Note 3,5 © Nordphoto
Sokratis: War notenmäßig schon wieder auf Einser-Kurs. Sein Timing für Situationen und Zweikämpfe ist fast schon unheimlich. © Nordphoto
Unglücklich aber, wie er die Hereingabe vor dem Gegentor zu klären versuchte. Dass er den Ball danach erst deutlich hinter der eigenen Torlinie wegschlug, ist ihm nicht anzulasten. Note 2,5 © Nordphoto
Florian Hartherz: Mangelnden Mut kann man dem 18-Jährigen nun wirklich nicht vorwerfen. © Nordphoto
Er suchte immer wieder die Eins-gegen-Eins-Situationen, entschied davon aber diesmal zu wenige für sich. Manchmal zu ungestüm und nicht präzise genug bei Flanken. Note 4 © Nordphoto
Clemens Fritz: Die weiße Hose des Kapitäns war als erste so richtig dreckig, ein Vorbild an Einsatzwillen. Als „Sechser“ Abräumer und Antreiber in Personalunion. © Nordphoto
War überall unterwegs, absolvierte gefühlt einen Marathon und setzte vor allem in der zweiten Halbzeit viele wertvolle Impulse nach vorne. Top-Leistung. Note 2 © Nordphoto
Tom Trybull (bis 78.): Erstmals im halbrechten statt im halblinken Mittelfeld. Stets bemüht, mit ganz wenigen Ballkontakten auszukommen, um das Spiel dadurch schneller zu machen. © Nordphoto
Mal gelang das, mal nicht. Verstolperte zudem eine Großchance (76.). Note 4 © Nordphoto
Lukas Schmitz: Der ehemalige Schalker hatte zuletzt am 18. Spieltag in Kaiserslautern in der Bremer Startelf gestanden und bekam mal wieder eine Chance – nicht als Linksverteidiger, sondern im linken Mittelfeld. © Nordphoto
Tat sich dort lange sehr schwer. Leitete dann Füllkrugs Führungstor ein und war plötzlich viel besser im Spiel. Note 3,5 © Nordphoto
Zlatko Junuzovic (vorne): Endlich durfte der Österreicher mal auf die „10“, seine erklärte Lieblingsposition. © Nordphoto
Aufdrängen für weitere Einsätze als Spielmacher konnte er sich aber nicht. Auf Licht folgte zu schnell und zu viel Schatten, einfach zu wechselhaft. Note 4 © Nordphoto
Niclas Füllkrug (bis 87.): Erster Einsatz in der Anfangself, erstes Bundesliga-Tor (61.) – eine prima Premiere des 19-Jährigen. © Nordphoto
War danach viel präsenter als in der durchwachsenen ersten Hälfte, in der er deutliche Anpassungsschwierigkeiten gehabt hatte. Note 2,5 © Nordphoto
Markus Rosenberg: Scheiterte mit zwei Schüssen an Augsburg-Keeper Simon Jentzsch (29./57.), ließ sich dann in Super-Position abdrängen (58.). © Nordphoto
Der Schwede rackerte viel, es kam aber insgesamt wenig dabei herum. Note 4 © Nordphoto
Sebastian Boenisch (ab 78.): Erster Einsatz in dieser Saison – und gleich eine unglückliche Aktion. Hätte einen Bremer Konter einleiten können, ging jedoch statt abzuspielen in den Zweikampf. © Nordphoto
Er fiel, bekam aber keinen Freistoß. Den gab’s Sekunden später für Augsburg – und daraus resultierte das späte Gegentor. Note - © Nordphoto
Lennart Thy (ab 87.): Der Stürmer durfte seit dem zweiten Spieltag mal wieder ein bisschen Bundesliga-Luft schnuppern. © Nordphoto
Blieb dabei jedoch ohne nennenswerte Aktion. Note - © Nordphoto

Trotzdem reichte es nur zu einem Punkt. Der Kampf um die internationalen Plätze wird dadurch nicht entspannter, sondern noch härter. Hannover (1:2 in München) und Leverkusen (0:2 auf Schalke) verloren zwar, dafür näherten sich Wolfsburg (2:1 gegen den HSV) und Stuttgart (1:0 gegen Nürnberg) von hinten und vergrößerten den Kandidaten-Kreis. „Das Polster wird leider immer dünner“, seufzte Werder-Kapitän Clemens Fritz. Für den extrem ehrgeizigen Innenverteidiger Sokratis ist die Europa League inzwischen „in großer Gefahr. Wir haben zwei Punkte verschenkt.“

Und auch Sportchef Klaus Allofs ärgerte sich „gewaltig. Mir ist es scheißegal, was die anderen machen. Wir hätten heute die drei Punkte gut gebrauchen können“, hatte der 55-Jährige kurz nach dem Abpfiff gepoltert. Gestern ging sein Blick dann aber doch in Richtung der Konkurrenz. „Mit 40 Punkten haben wir noch immer eine gute Ausgangsposition“, findet Allofs, „aber wenn man sich das Restprogramm anschaut, wird das eine heiße Geschichte. Da spielen alle noch gegeneinander.“ Florian Hartherz ist dennoch schon jetzt überzeugt, dass Werder am Ende mindestens Siebter wird und nach Europa zurückkehrt. „Wir sind alle guter Hoffnung, alle positiv gestimmt, unser Ziel zu erreichen – und das werden wir auch“, meinte der Linksverteidiger, fügte aber noch an: „Dafür muss der Kopf hoch.“

Enttäuschung in der Nachspielzeit: Werder nur 1:1

Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
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Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
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Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto
Die bisher jüngste Werder-Elf stand gegen den FC Augsburg auf dem Platz. Über ein 1:1 kamen die Jungs aber nicht hinaus. © Nordphoto

Doch genau das dürfte nicht so einfach werden. Denn der späte Nackenschlag durch Paul Verhaegh (90.+3) und vor allem das Zustandekommen des Augsburger Ausgleichs in letzter Sekunde hatten den Bremern mächtig zugesetzt. Zielscheibe der Kritik waren die Augsburger und Schiedsrichter Markus Wingenbach (Diez).

Die turbulente Schlussphase begann mit einem Einwurf, nachdem Werder den Ball absichtlich ins Aus geschoben hatte. Die Gäste spielten zwar zurück, attackierten dann aber sofort. „Augsburg hat den Fairplay-Gedanken nicht beachtet“, moserte Allofs. Noch mehr wurmte den Sportchef aber „die Verkettung von Fehlentscheidungen in den letzten drei, vier Minuten“. Erst das nicht geahndete Handspiel von Augsburgs Daniel Baier, dann das Foul an Sebastian Boenisch, das Referee Wingenbach nicht als solches einstufte. Der Bremer war klar geblockt worden, bekam aber keinen Freistoß. „Ich weiß nicht, was sich der Schiedsrichter dabei gedacht hat“, rätselte Boenisch, „das war ein klares Foul. Der sperrt mich mit Händen und Füßen – mit allem, was er hat.“

Heiß diskutiert wurde auch die darauffolgende Szene. Der aufgerückte FCA-Keeper Simon Jentzsch legte sich den Ball vor, Werders Aleksandar Ignjovski berührte ihn leicht, der ganz in Gelb gekleidete Gigant Jentzsch (1,96 m/97 kg) fiel ziemlich theatralisch. Foul oder nicht? Ja, sagte Jentzsch: „Wir gehen beide zum Ball, ich bin etwas eher dran.“ Nein, sagten Allofs („Aus meiner Sicht war das nichts“) und Ignjovski („Ich habe den Ball berührt“). Wingenbach pfiff aber – und Augsburg schaffte nach diesem Freistoß das 1:1.

Sokratis suchte die Schuld jedoch nicht beim Unparteiischen, sondern in den eigenen Reihen: „Wir hätten am Schluss cleverer und konzentrierter sein müssen. Da haben wir vieles falsch gemacht.“ Zudem hatte Werder vor all der Hektik auch Glück, dass der Schiedsrichter ein elfmeterreifes Foul von Francois Affolter an Stephan Hain (56.) nicht geahndet hatte – da stand es noch 0:0. · mr

Quelle: kreiszeitung.de

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