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Thomas Schaaf war am Donnerstagabend als Botschafter in Ristedt.

„Trauerland“-Botschafter Schaaf zu Gast in Ristedt

„Ich gebe nicht einfach so meinen Namen her“

Ristedt - Von Gerd Töbelmann. Das hat fast schon Tradition: Im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für den Bremer Verein „Trauerland“, der auch in Oldenburg aktiv ist, war Thomas Schaaf (57) am Donnerstag Gast beim Ristedter Fußball-Turnier um den „Württemberg-Cup“.

Der Technische Direktor des Bundesligisten Werder Bremen nahm dabei einen Spendenscheck in Höhe von 500 Euro in Empfang. Im Anschluss an die Übergabe stellte sich der sichtlich gut gelaunte Schaaf dann auf dem Platz den Fragen von Turniersprecher Michael Rauert.

Bereits seit 2004 ist Schaaf für „Trauerland“ im Einsatz. Der Verein kümmert sich derzeit allein im Bremer Raum um 200 Kinder, die einen oder gar beide Elternteile verloren haben. „Ich gebe nicht einfach so meinen Namen her, sondern mache solche Dinge nur, wenn sie mir inhaltlich passen. Und das ist bei Trauerland absolut der Fall. Wenn ich da ab und an mal Türen öffnen kann, um Spenden zu bekommen, dann mache ich das gern“, erklärte Schaaf am Donnerstag. Einen Tag zuvor war Werders Meistercoach in einer Pressekonferenz offiziell als neuer Technischer Direktor vorgestellt worden und äußerte sich ausführlich zu seinem Tätigkeitsfeld.

Schaaf: „Schade, dass England raus ist“

Und wie sieht das jetzt mit seinem Engagement als „Technical Observer“ bei der Uefa aus, wo er seit 2011 Spieler analysiert? „Ich würde es gern weitermachen, aber endgültig ist das noch nicht geklärt“, meinte Schaaf, der in seiner neuen Funktion nun erst einmal den Nachwuchs im Auge hat und deshalb auch nicht ins Trainingslager der Profis nach Österreich reisen wird: „Ich werde mir in nächster Zeit unter anderem die Testspiele unserer U23 anschauen.“ Eine Rückkehr als Trainer schließt Schaaf vorerst aus: „Solange ich das Amt für Werder innehabe, wird sich da nichts tun.“

Und wie beurteilt der 57-Jährige das Niveau der WM? Schaaf spricht Klartext: „Die vermeintlich starken Teams wie Deutschland, Spanien oder auch Argentinien haben enttäuscht und sind verdient früh ausgeschieden. Sie müssen daraus jetzt ihre Lehren ziehen. Die Finalisten Frankreich und Kroatien sind sehr dynamisch. Ich finde es schade, dass England raus ist, weil ich deren Trainer Gareth Southgate gut kenne.“ Tipp fürs Finale? „Ich bin schlecht im Tippen, habe aber auch keinen echten Favoriten.“

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Thomas Schaaf: Seine Karriere in Bildern

Thomas Schaaf
Schon mit elf Jahren spielt Thomas Schaaf in der Jugend des SV Werder Bremen, sein Bundesliga-Debüt gibt er in der Saison 1978/79 kurz vor seinem 18. Geburtstag. In der Saison 79/80 steigt er mit Werder ab. © imago
Thomas Schaaf
In der Zweiten Liga wird Schaaf zum Stammspieler, steigt nach nur einer Saison wieder auf und wird zur festen Größe in der Bundesliga. 1988 feiert er erstmals die Deutsche Meisterschaft. © imago
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Drei Jahre später folgt mit dem DFB-Pokal der nächste Titel. Schaaf hat in der Saison nur wenige Einsätze, fiebert im Elfermeterschießen von der Bank aus mit. © imago
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Der Pokalsieg läutet die goldene Ära ein, die mit dem Europapokal 1992 ihren Höhepunkt findet. Schaaf kommt im Finale für den verletzten Thomas Wolter ins Spiel. © imago
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In den folgenden Jahren geht es wieder auf den Rathausbalkon: Werder holt 1993 die Schale erneut an die Weser... © imago
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...und im Jahr darauf gibt es eine weitere Gravur auf dem DFB-Pokal. Thomas Schaaf (ganz rechts) ist da schon seltener auf dem Platz zu finden. 1995 beendet er seine Karriere nach 262 Bundesligaspielen. © imago
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Auch nach dem Karriereende bleibt er dem Verein treu, wird erst Jugendtrainer und übernimmt 1999 kurz vor Saisonende die Profis. Er rettet die Mannschaft vor dem Abstieg und gewinnt einen Monat später seinen dritten Pokal – sein erster Titel als Trainer. © imago
Thomas Schaaf
2004 schafft er dann, was zuvor noch keinem bei Werder gelang: Seine Mannschaft holt zuerst die Meisterschaft... © nordphoto
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...und dann noch den Pokal in die Hansestadt. Trainer Schaaf wird als Double-Coach zur Legende. © nordphoto
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Zusammen mit Sportchef Klaus Allofs, seinem ehemaligen Teamkollegen, prägt er ein erfolgreiches Jahrzehnt der Grün-Weißen. © nordphoto
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In dieser Zeit ist Werder Bremen Dauergast im internationalen Wettbewerb. Trainer Schaaf kleidet sich dem Anlass entsprechend. © nordphoto
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Seinen letzten Titel holt er 2009: Bremen verliert zwar das Finale des UEFA-Cups, geht aber zehn Tage später in Berlin als Sieger vom Platz. © nordphoto
Thomas Schaaf
Als 2013 die Erfolge nach zwei schwierigen Spielzeiten ganz ausbleiben, trennt sich der Verein schließlich nach 14 Jahren von Thomas Schaaf. Länger war nur Otto Rehhagel bei Werder im Amt. © nordphoto
Thomas Schaaf
Nach nur einem Jahr kehrt Schaaf jedoch in die Bundesliga zurück. Es folgen kurze Anstellungen bei Eintracht Frankfurt (2014/15)... © nordphoto
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...und Hannover 96 (2015/16). Nach knapp vier Monaten wird er von den Niedersachsen beurlaubt. Es ist seine bisher letzte Trainerstation. © nordphoto
Thomas Schaaf
Bei der EM 2016 ist er dann als Beobachter für die UEFA tätig. Im Oktober 2017 ist Thomas Schaaf im Gespräch als Kandidat für den geplanten Posten des Technischen Direktors bei seinem Heimatklub Werder Bremen. © Gumz
Seit dem 30. April 2018 ist klar: Thomas Schaaf kehrt zum SV Werder zurück und besetzt ab dem 1. Juli die Position des Technischen Direktors.
Seit dem 30. April 2018 ist klar: Thomas Schaaf kehrt zum SV Werder zurück und besetzt ab dem 1. Juli die Position des Technischen Direktors. © gumzmedia

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