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Bremens Innensenator Ulrich Mäurer rät Werder Bremen, sich gegen die DFL zu wehren.

Nach Polizeikosten-Urteil

Mäurer: „Werder muss sich gegen die DFL wehren“

Bremen - Ulrich Mäurer war am Samstag im Weserstadion, hat dort Werders 3:1-Heimsieg gegen Mainz live mitverfolgt. „Ich war wieder mal sehr gerne da“, sagte der Bremer Innensenator, auf den sie im Verein in diesen Tagen allerdings gar nicht gut zu sprechen sind. Stichwort: Polizeikosten.

Zur Erinnerung: Bei Hochrisikospielen darf das Land Bremen die Mehrkosten für den Polizeieinsatz der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Rechnung stellen. So hat es das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am vergangenen Dienstag entschieden. Die DFL wiederum will die Kosten direkt an Werder weiterleiten. Heißt: Das von Mäurer angestrebte Urteil hat finanzielle Auswirkungen auf Werder. Und zwar keine guten. „Aber das ist in der Bremer Politik noch nicht angekommen. Wir können finanziell nicht aus dem Vollen schöpfen und müssen auf die Konsequenzen, die das Urteil für uns hat, hinweisen“, betonte Sportchef Frank Baumann.

Dabei ist Mäurer durchaus bewusst, dass Werder künftig zahlen muss. In seinen Augen ist es „aber die reine Willkür“, dass die DFL die Summe in Gänze - bei bisher sieben dieser Hochrisikospiele seit August 2015 sind Kosten in Höhe von etwa 2,3 Millionen Euro aufgelaufen - an Werder weiterreichen will. „Dafür gibt es keine Rechtsgrundlage“, sagte der Innensenator.

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Vielmehr müssten sich Werder und DFL im Innenverhältnis darauf verständigen, wie die Summe aufzuteilen ist. Bleibt die DFL bei ihrer „Werder-zahlt-alles-Haltung“, rät Mäurer dem Verein, das nicht hinzunehmen: „Bei Werder herrscht offenbar die Vorstellung, dass man sich gegen die DFL nicht wehren kann. Aber Werder muss sich wehren, sonst kann ich ihnen auch nicht mehr helfen.“

Die DFL habe das Polizeikosten-Thema „politisch, moralisch und rechtlich vergeigt“. Eine allgemeine Spitze gegen die Fußballbranche konnte sich der Innensenator übrigens nicht verkneifen. „Hochmut kommt vor dem Fall“, sagte Mäurer in Richtung der DFL - und dann in Anspielung auf den Rücktritt von DFB-Präsident Reinhard Grindel: „Wir haben hier jedenfalls keine goldenen Uhren und spielen in einer anderen Liga.“

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