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Viel hat für Johannes Eggestein gegen Gladbach (1:1) nicht zum Tor gefehlt. Werder-Coach Florian Kohfeldt ist sich indes sicher, dass das Talent noch eine Menge Treffer für die Grün-Weißen erzielen wird.

Vertrag verlängert

Treues Top-Talent: Jojo Eggestein soll bei Werder zur Identifikationsfigur werden

Bremen – Viel gefehlt hat nicht. Am Ende war nur noch der rechte Fuß von Yann Sommer im Weg. Doch das reichte am frühen Sonntagabend, um den vierten Saisontreffer von Johannes Eggestein zu verhindern. Im Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach wäre es Werders Führung gewesen. Und für Eggestein ein Tor, das die perfekte Ouvertüre für seinen Auftritt am folgenden Tag geliefert hätte. Sei es drum. Zufrieden wirkte der 20-Jährige auch so, als er am Montagmittag vor den Journalisten auftauchte. Werder hatte kurz zuvor seine Vertragsverlängerung offiziell bekannt gegeben.

Und noch bevor Eggestein auch nur ein Wort dazu gesagt hatte, deutete sein breites Lächeln bereits an, dass die Entscheidung pro Bremen für ihn am Ende alternativlos war. „Ich habe mit keinem anderen Verein verhandelt“, erklärte der Stürmer, der sicherlich andere Option gehabt hätte, sich diese aber gar nicht wirklich anhören wollte. Oder wie Eggestein selbst es ausdrückte:„Die Gefahr, dass ich den Verein verlasse, war nicht groß.“ 

Coach Kohfeldt spielt wichtige Rolle

Zu wohl fühlt sich Eggestein bei Werder, und viel zu gut ist seine Entwicklung in den vergangenen Monaten verlaufen – ein Abschied im Sommer wäre da nichts anderes als eine faustdicke Überraschung gewesen. Zwar gab es nicht diesen einen Moment, ab dem der Angreifer absolut überzeugt war, „es war eher eine Entwicklung, deren Ergebnis im Sommer noch nicht absehbar war“, sagte Eggestein – und erklärte: „Ich habe einfach gemerkt, dass ich bei Werder die nächsten Schritte in meiner Karriere gehen kann.“

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Ganz wichtig dabei: Trainer Florian Kohfeldt, schon seit Jahren der größte Förderer des Fußballers – und dementsprechend glücklich, dass „Jojo“ bleibt. „Er hat das sehr genau abgewogen und eine aus meiner Sicht sehr sinnige Entscheidung getroffen“, sagte der 36-Jährige auf Nachfrage der DeichStube, der Eggestein bereits vor einiger Zeit in einem Vier-Augen-Gespräch den angedachten, weiteren gemeinsamen Weg aufgezeigt hatte. „Wir haben über seine nächsten Entwicklungsschritte gesprochen, danach habe ich ihn aber auch in Ruhe gelassen und nicht jede Woche bei ihm nachgefragt“, berichtete der Coach, unter dem sich Eggestein fest im Bundesligakader etabliert hat. „Johannes hat sich mit viel Geduld, viel Arbeit und guten Leistungen zu einem festen Bestandteil des Bundesliga-Kaders entwickelt“, lobte auch Sportchef Frank Baumann. Nun soll es weitergehen. „Er braucht regelmäßig Spielzeit und muss den Anspruch haben, regelmäßig zu spielen – das muss nicht immer Startelf bedeuten. Aber dicht dran muss er sein“, sagte Kohfeldt. Und dicht dran ist Eggestein. Seine 20 Einsätze in der laufenden Saison – zehn davon in der Anfangsformation – belegen das.

Eggestein-Vertrag: Festgeschriebene Ablöse soll letzte Hürde gewesen sein

Über die Eckdaten des neuen Vertrags machen Verein und Spieler übrigens keine Angaben, über Laufzeit und eine Ausstiegsklausel kann deshalb zu diesem Zeitpunkt nur spekuliert werden. Ungewöhnlich wäre nur, wenn der Kontrakt weniger als drei Jahre umfassen und keine festgeschriebene Ablösesumme enthalten würde. Deren Gestaltung soll in den Verhandlungen die letzte Hürde gewesen sein. Ob die Gespräche deswegen kompliziert waren? Baumann sagt: „Da gibt es zwei Ebenen. Einerseits war es nicht so schwer, weil Johannes sieht, dass er sich sportlich bei uns gut entwickelt, weil er sieht, dass wir uns als Club gut entwickeln und dass er hier einen Trainer hat, der ihn fordert und fördert.“ Andererseits sei es durch das Interesse anderer Vereine aber durchaus „komplizierter“ geworden.

Klar ist: Eggestein hat durch den neuen Vertrag einen ordentlichen Sprung im Gehaltsgefüge der Werder-Profis gemacht. „Es ist aber alles fair und im Rahmen. Natürlich mussten wir uns auch strecken, aber er ist nicht der Top-Verdiener geworden“, sagte Baumann, der sich vom Stürmer sportlich noch viel verspricht: „Das Spannendste an ihm ist, dass er schon sehr gut ist und trotzdem noch viel Luft nach oben hat.“

Werders Plan mit Jojo Eggestein

Werders Plan: In Zukunft soll sich Johannes Eggestein zu einem Gesicht des Vereins entwickeln, zu einer Identifikationsfigur. Er kommt schließlich aus dem eigenen Nachwuchs, made by Werder, sozusagen. Und er hat bereits gezeigt, dass er das Zeug zum Stammspieler hat. Die verpasste Großchance aus Gladbach hin oder her. „Auch wenn das jetzt nicht zu seiner vergebenen Chance passt, bleibe ich dabei: Jojo hat jetzt schon einen der besten Torabschlüsse in der Liga“, lobte Kohfeldt. Mehr Wertschätzung geht nicht.

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