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Werder will den niederländischen Mittelfeldspieler Davy Klaassen vom FC Everton an die Weser holen.

Niederlande-Experte Leerkes beschreibt Klaassen

„Ein Typ wie Litmanen“

Bremen/Amsterdam - Er wäre der teuerste Transfer in Werders Vereinsgeschichte – aber wer ist dieser Davy Klaassen eigentlich? Wäre er tatsächlich eine Ablösesumme von 13, 14 Millionen Euro wert? Warum hat es für ihn beim FC Everton nicht geklappt? Und welche Chancen besitzt Werder?

Die DeichStube hat einen absoluten Experten gefragt: Jan Leerkes. Der erfahrene Journalist aus den Niederlanden schreibt für diverse Zeitungen in seiner Heimat und versorgt auch den „kicker“ in Deutschland. Von Klaassen hält Leerkes sehr viel, mag ihn aber auch nicht überhöhen: „In einem kleinen Land wie den Niederlanden ist er ein absoluter Spitzenmann, in den großen Ligen noch eine Kategorie dahinter.“

Um diesen Schritt nach vorne zu machen, war Klaassen vor einem Jahr von Ajax Amsterdam zum FC Everton gewechselt. „Ein perfekter Zeitpunkt“, findet Leerkes: „Viele Spieler gehen zu früh ins Ausland. Davy war mit 24 Jahren reif genug. Er hatte die Geduld zu warten.“ Auch Ajax war zufrieden. Nicht nur, weil der Transfer unglaubliche 27 Millionen Euro in die Kasse spülte, sondern, weil Klaassen als gutes Beispiel dienen sollte, den eigenen Nachwuchs künftig länger zu behalten. Doch daraus wurde nichts. Klaassen kam in der Premier League nur sieben Mal zum Einsatz.

„Davy ist klug, ruhig und besonnen – ein echter Teamplayer“

„Eigentlich war Everton eine gute Wahl“, sagt Leerkes, lässt dann aber gleich zwei Aber folgen: „Trainer Ronald Koeman wollte ihn unbedingt haben, ist dann allerdings schnell rausgeflogen. Außerdem gab es für Klaassens Position zu viele Spieler. Daran hätte er vielleicht vorher denken sollen.“

So schnell gab Klaassen aber nicht auf, lehnte einen Wechsel im Winter ab. „Er wollte sich dort unbedingt durchbeißen“, erinnert sich Leerkes. Er schätzt den Charakter des 25-Jährigen: „Davy verhält sich nicht wie ein Star. Er ist klug, ruhig und besonnen – ein echter Teamplayer.“ Deswegen würde er auch sehr gut zu Werder passen, findet der Journalist. Aber ist die Bremer Adresse gut genug für einen holländischen Nationalspieler aus der Premier League? „Warum nicht? So viel Auswahl wird er nach dem Jahr nicht haben. Werder wäre ein guter Schritt zurück, um dann zwei nach vorne zu machen“, sagt Leerkes: „Davy muss jetzt dahin, wo er auf jeden Fall spielt.“

Aus Werder-Sicht wäre Klaassen auf jeden Fall eine Verstärkung und auch die nicht gerade geringe Ablöse wert, findet der Experte aus Holland: „Davy ist ein angriffslustiger Allrounder, ein guter Zehner, aber auch ein guter Achter, der sich für die Drecksarbeit nicht zu schade ist. Dazu steht er im Strafraum sehr oft an der richtigen Stelle und macht viele Tore.“ Bei Ajax würden die zentralen Mittelfeldspieler gerne mit den einstigen Stars auf dieser Position, Dennis Bergkamp und Jari Litmanen, verglichen, sagt Leerkes: „Klaassen ist eher der Typ Litmanen, der auch läuferisch sehr stark ist. So technisch versiert wie ein Bergkamp ist Davy sicherlich nicht.“

Dabei schiebt Leerkes noch schnell hinterher: „Die Klasse eines Litmanen hat Davy nicht, sonst wäre er jetzt auch beim FC Barcelona oder bei Real Madrid.“ Und Werder hätte keine Chance. Das ist jetzt anders – und Leerkes findet:. „Mit seiner Art zu spielen, würde Davy sehr gut in die Bundesliga passen. Für die Topclubs ist er aktuell sicher kein Thema, da wäre Werder ideal.

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