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Aufregung im Umfeld, doch Davy Klaassen ist trotz der Bremer Serie von fünf Spielen ohne Sieg die Ruhe selbst: „Das ist eine Phase, die vorbeigeht.“

Vor Spiel gegen Fortuna Düsseldorf

Klaassen lässt die Krise kalt: „Wir zweifeln nicht“

Bremen - Das Geständnis ist eindeutig. „Natürlich bin ich unzufrieden. Ich spiele nicht so, wie ich es kann“, sagt Davy Klaassen. Doch der Werder-Profi ist weit davon entfernt, sich deshalb einen Kopf zu machen: „Ich weiß doch, dass so etwas in einer Saison passieren kann.“

Das gelte nicht nur für ihn und sein eigenes Leistungsloch, sondern für das gesamte Team. Werders Ergebniskrise mit nur einem Punkt aus fünf Spielen sei „eine Phase, die vorbeigeht“, behauptet er. Am Freitag im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf (20.30 Uhr) ist es höchste Zeit, der Sieglos-Serie ein Ende zu setzen. Wenngleich Klaassen die Einordnung der Partie als Endspiel um Europa für „übertrieben“ hält. Er gibt sich sogar ziemlich entspannt. „Wir sind in der Tabelle doch immer noch dran“, betont Klaassen.

Klaassen: „Wer große Dinge erreichen will, braucht auch Druck“

Eigentlich schaue er gar nicht so oft auf das Tableau, beim Weg in den Medienraum des Weserstadions landete sein Blick am Mittwoch allerdings zwangsläufig darauf. Der Fernseher war nicht zu übersehen, Werder als Tabellenneunter auch nicht. Sollten die Bremer gegen Düsseldorf auch im sechsten Spiel in Folge ohne Dreier bleiben, droht der Sturz aus der oberen in die untere Etage der Liga. Abstiegskampf statt Euro-Traum, hieße dann die Perspektive.

Da müsste der Druck für Freitag doch eigentlich noch größer sein als ohnehin schon bei einem Bundesligaspiel, oder? Nein, sagt Klaassen, Druck sei immer da. „Wer große Dinge erreichen will, braucht auch Druck“, erklärt er. Die aktuelle Konstellation und der aktuelle Gegner ändern daran weder im Positiven noch im Negativen etwas: „Ein Heimspiel gegen Düsseldorf müssen wir doch immer gewinnen.“

Klare Ansage also vom Rekordeinkauf, der im Sommer für 13,5 Millionen Euro vom FC Everton an die Weser gewechselt ist. Der Mittelfeldspieler setzt damit die forsche Herangehensweise von Trainer Florian Kohfeldt fort. Der Coach hatte direkt nach der jüngsten 1:2-Heimpleite gegen die Bayern ein Siegversprechen für Freitag abgegeben. So weit geht Klaassen zwar nicht, aber er demonstriert Selbstbewusstsein. Das ist wie bei Kohfeldt keine Arroganz.

Aber es geht um den Glauben an die eigene Stärke, die eigene Idee. „Wir zweifeln nicht“, versichert Klaassen. Klar, nach einer Niederlage sei man ein, zwei Tage lang enttäuscht. „Aber dann richtet sich der Blick schon auf das nächste Spiel.“ Der Profi schaut in die Runde und ahnt, dass den Zuhörern diese Erklärung nicht ausreicht. „Das versteht ihr nicht, oder?“, fragt er – keineswegs schnippisch, sondern mit einem leichten Grinsen: „Aber so ist das einfach.“

Klaassen: „Wenn wir gewinnen, sind wir wieder voll dabei“

Ein Fußballerleben gestattet keine langen Grübelphasen. Es muss immer weiter gehen. Dabei ist es offenbar auch wichtig, eingeschlagene Wege nicht abrupt zu verlassen. Kohfeldt habe sich in der Sieglos-Serie nicht verändert, meint Klaassen: „Alles ist wie immer. Das muss auch so sein. Wir glauben an uns. Also müssen wir auch so weitermachen, wenn wir mal nicht gewinnen.“ Ohnehin findet Klaassen, „dass wir nicht super-schlecht spielen. Wir machen nur zu viele Fehler, die dann zu Gegentoren führen.“ Dafür seien alle Mannschaftsteile verantwortlich, die Aufmerksamkeit müsse sich unbedingt erhöhen.

Ausgerechnet die Bayern haben es vorgemacht, wie es gegen Düsseldorf nicht geht. Aus einem 3:1 wurde noch ein 3:3. „Das habe ich gesehen“, sagt Klaassen, der ansonsten von Düsseldorf eigentlich gar nichts weiß. Nicht mal, dass die Fortuna Tabellenletzter ist. Dafür ist ihm sehr wohl bekannt, dass Werder in dieser Saison schon viel höher stand als auf Rang neun. „Wenn wir gewinnen, sind wir wieder voll dabei“, sagt er mit Blick auf die internationalen Plätze. Klaassen strahlt und versichert: „Die Mannschaft hat sehr großen Hunger zu gewinnen.“

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