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Werder Bremen muss in der ersten Rundes des DFB-Pokals auf Kapitän Zlatko Junuzovic verzichten. Hier im Bild mit Würzburgs Marco Haller im DFB-Pokal-Spiel 2015.

Würzburger Kickers gegen Werder Bremen

DFB-Pokal: Bizarres Ambiente im Stadion

Offenbach - Von Jochen Koch. Auszug, Umzug, Einzug. Seit Dienstag wird im Offenbacher Sparda-Bank-Hessen-Stadion alles für das große DFB-Pokalspiel vorbereitet.

Die Kickers, unter Flutlicht, Samstag, 20.45 Uhr, gegen Werder Bremen. Aber leider spielen nicht die richtigen Kickers (die aus Offenbach), sondern die aus Würzburg. Weil Anwohner, Stadt und DFB in Würzburg etwas gegen ein Heimspiel des Drittligisten im eigenen Stadion am Dallenberg haben, müssen die Kickers umziehen. Die fränkischen Nachbarn wie Schweinfurt, Fürth und Nürnberg wollten die Würzburger nicht aufnehmen, also ab nach Hessen.

Für die 100 Kilometer über die stauverseuchte Autobahn A3 haben die Würzburger zahlreiche Fanbusse gechartert und bieten die Fahrt für fünf Euro an. Ein Sonderzug ist nicht möglich, weil es bei einer Verlängerung zu spät für die Rückfahrt werden könnte. In Würzburg wäre das Pokalspiel mit 10.000 Zuschauern ausverkauft gewesen, zumal die Kickers ihr 50-Jahre-Stadion-Jubiläum mit dem Pokalspiel verbinden wollten. Bis zum Wochenbeginn waren in Offenbach etwas mehr als 7.000 Tickets verkauft. 9.000 bis 10.000 Zuschauer dürften es am Samstag werden.

8.500 Stehplätze bleiben leer

Und die erwartet ein bizarres Ambiente im Stadion. Denn die komplette Gegengerade mit 8.500 Stehplätzen wird leer sein. Weil das Spiel nicht ausverkauft sein wird, wollte man mit gut gefüllten Hintertor-Tribünen für bessere Stimmung sorgen. Außerdem gab es von Seiten der OFC-Fans den Wunsch, keine anderen Fan-Gruppierungen auf „ihre“ Tribüne zu lassen, zumal dort seit Wochen ein großes Wandgemälde mit sehr viel Aufwand erstellt wird. Da wurde natürlich befürchtet, dass auswärtige Fans dort ihre Spuren hinterlassen könnten.

Ganz leer wird die Stehtribüne am Samstag dennoch nicht sein. Die Fernsehkameras und die Kommentatoren werden von der Haupttribüne auf die Stehtribüne umziehen. Bei Sky hat man sich gedacht, eine komplett leere Gegengerade würde im TV-Bild etwas doof aussehen, deshalb hat man sich für den Wechsel mit Kamera-blick auf die (wahrscheinlich) volle Haupttribüne entscheiden.

Weiter oben auf der Haupttribüne haben die Würzburger auch die eine oder andere Loge gemietet. Die VIP-Tickets verkaufen die Würzburger Kickers beim Pokalspiel billiger (100 Euro) als die Offenbacher Kickers beim Regionalligaspiel (115 Euro). Insgesamt ist der Umzug für die Kickers eine teure Angelegenheit. Etwa 30.000 Euro müssen an die anderen Kickers, die aus Offenbach, gezahlt werden.

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