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Sebastian Langkamp war bei seiner Vorstellung in Bremen sichtlich gut gelaunt.

Ein Typ wie Clemens Fritz in sehr groß

Diesmal bleibt Langkamp

Bremen - Wer Sebastian Langkamp nicht kennt, der stelle sich einfach Clemens Fritz in sehr groß vor: Der Neuzugang kam bei seiner offiziellen Vorstellung im Weserstadion so sympathisch, eloquent und aufgeräumt rüber wie der Ehrenspielführer, der seine Karriere im Sommer beendet hat.

Und vielleicht wäre Langkamp längst eine ähnliche Ikone bei Werder, wenn er sich 2005 nicht gegen die Norddeutschen entschieden hätte.

„Viele werden es nicht wissen, aber es ist mein zweiter Versuch hier“, verriet Langkamp und freute sich sichtlich über die verdutzten Blick. Er hatte damals ein Probetraining in der B-Jugend absolviert, sich dann aber für das Internat des FC Bayern entschieden, „weil ich dort als 17-Jähriger schon in der A-Jugend spielen durfte“.

„Hier wirklich ein Vorteil, ein Heimspiel zu haben“

Mit nun 30 Jahren ist er wieder in Bremen – und wird diesmal länger bleiben. Binnen 48 Stunden war der Transfer über die Bühne gegangen. „Bei Hertha hatte ich nicht mehr die gewünschte Spielzeit. Ich bin stolz, hier sein zu dürfen“, betonte Langkamp. Er freut sich vor allem auf die Stimmung im Weserstadion: „Hier ist es wirklich ein Vorteil, ein Heimspiel zu haben.“

Berlin wird er trotzdem vermissen, vor allem das Leben in Mitte. „Der Berliner Westen ist Herthaner Welt. Die Menschen, die in Richtung Osten, Prenzlauer Berg und Mitte leben, interessieren sich nicht für Fußball. Die wissen gar nicht, was das ist“, erzählte Langkamp: „Für mich war das aufregend, weil ich als Fußballer sehr viel Privatsphäre hatte, was ich sehr schätze." Da wird er sich im fußballverrückten Bremen umstellen müssen, dort ist Werder eigentlich überall ein Thema. Langkamp macht sich da aber keine Sorgen: „Ich habe kein Problem damit, angesprochen zu werden, keiner muss Angst haben.“

Im Fokus steht für ihn ohnehin erst mal die Arbeit auf dem Platz. Natürlich sei es sein Ziel, von Beginn an zu spielen. „Aber ich bin hier auf den letzten Drücker angekommen, da erwarte ich nicht, gleich am Samstag in der Startelf zu stehen.“

Vorzeigeprofi Langkamp 

Ohnehin hatte er nur lobende Worte für die neuen Kollegen: „Werder hat mit die beste Abwehr der Liga, da spielen die Innenverteidiger eine große Rolle.“ Gemeint waren damit vor allem die beiden Stammkräfte Milos Veljkovic und Niklas Moisander. Hinter denen muss sich der Neue aber nicht verstecken, betonte Trainer Florian Kohfeldt: „Ich sehe ihn auf keinen Fall als reinen Backup.“ Langkamp sei einer, der absolut in die Startelf strebe, „aber auch sehr gut damit umgehen kann, wenn es mal nicht klappt“.

Genau daran war die Zusammenarbeit mit Lamine Sane gescheitert. Der Senegalese konnte es nicht ertragen, nicht mehr erste Wahl zu sein. Das wirkte sich zunächst auf sein Verhalten im Training, dann auch in der Kabine aus. Sane machte durchaus Politik, war schon so etwas wie ein Unruhestifter. Seine Situation änderte er damit nicht. Und so streikte er, um seinem Unmut Luft zu verschaffen. Es folgte der Rauswurf und schließlich die Verpflichtung von Langkamp – einem Vorzeigeprofi, „für den der Mannschaftserfolg oberste Priorität hat“, betonte Kohfeldt und hob die Kopfballstärke des 1,91 Meter großen Abwehrspielers vor allem in der Offensive hervor: „So eine Komponente hatten wir noch nicht in unserem Kader.“

„Die Effizienz vor dem Tor muss besser werden“

Langkamp hörte die Worte des Trainers nicht mehr, er hatte sich schon zur Vorbereitung auf die anstehende Übungseinheit verabschiedet - aber noch eine Botschaft hinterlassen: „Das Auftreten der Mannschaft ist gut. Aber in der Bundesliga zählen Ergebnisse. Die Effizienz vor dem Tor muss besser werden.“

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