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Beim Treffen der European Club Association wird eine Reform der Champions League diskutiert.

Bundesliga könnte künftig häufiger in der Woche spielen

Übernimmt eine Super League das Wochenende? Werder diskutiert mit

Amsterdam - Werder Bremen gegen Mainz 05 an einem tristen Wochentag, Bayern München gegen Manchester City am Samstag zur besten Fußball-Zeit? Europas Spitzenclubs lassen mit ihren Plänen für eine Super League nicht locker und machen mit ihrem Streben nach neuen Milliarden-Einnahmen auch vor der traditionellen Fußball-Kultur der Bundesliga nicht Halt.

Im Poker um eine erneute Reform der Champions League haben die Vertreter der European Club Association (ECA) um Juve-Boss Andrea Agnelli einen Vorschlag unterbreitet, der die bisherigen Spielpläne und damit auch viele Fan-Gewohnheiten schon bald gehörig durcheinanderwirbeln würde.

Am Montag und Dienstag kommen die 232 ECA-Vereine in Amsterdam zu ihrer Generalversammlung zusammen, Werder ist als einer von 13 deutschen Clubs auch dabei. Vertreten wird der Bremer Bundesligist durch Tarek Brauer. Der Direktor Recht und Personal des SV Werder ist seit einigen Jahren auch Mitglied des Rechtsberatungsgremiums der ECA. Eine Stellungnahme wollte Werder auf Nachfrage der DeichStube zu dem Thema noch nicht abgeben, sondern zunächst das Treffen in Amsterdam abwarten.

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Schon jetzt gibt es allerdings massive Kritik aus den nationalen Ligen. „Alles, was die Werthaltigkeit der Bundesliga beschädigen könnte, findet überhaupt nicht meine Zustimmung. Dagegen müssen wir uns wehren", forderte Schalkes Finanzvorstand Peter Peters in der „Bild am Sonntag". DFL-Boss Christian Seifert hatte schon im Januar in der aufkommenden Debatte Europacup-Spiele am Wochenende als „rote Linie" bezeichnet und vorsorglich juristische Schritte angekündigt. Fan-Proteste werden bald folgen, bedenkt man die Sprengkraft, die nur die Debatte um fünf Montagsspiele in der Bundesliga hatte.

Champions League mit Auf- und Abstieg?

Bei ihrer Sitzung mit der Uefa am vergangenen Dienstag preschte die ECA-Spitze, in der auch der FC Bayern München Sitz und Stimme hat, nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur so weit vor, dass wohl noch in diesem Jahr das neue Königsklassen-Szenario beschlossen werden soll. Am Samstag hatte die „Bild"-Zeitung ein mögliches Format veröffentlicht, wonach von 2024 an die Champions League in einem Drei-Ligen-System mit Auf- und Abstieg gespielt werden soll.

Entscheidende Änderung: Die Liga A würde mit vier Achtergruppen statt bislang acht Vierergruppen gespielt werden, ein Club-Europameister anschließend aus den je vier besten Teams jeder Gruppe im K.o.-System ermittelt werden. Der potenzielle Sprengstoff: Statt wie bisher in sechs Gruppenpspielen würde jedes Team schon vor dem Achtelfinale 14 Mal antreten müssen - das käme quasi einem Ligenbetrieb gleich. Europa League und die bereits beschlossene Europa League 2 würden quasi als nachrangige Wettbewerbe für die Clubs der europäischen Mittel- und Unterklasse unangetastet bleiben.

Asiatischer TV-Markt spielt wichtige Rolle

Im ohnehin pickepackevollen Fußball-Kalender wäre für die acht zusätzlichen Termine der Eliteliga kaum Platz - außer die nationalen Ligen geben flexibel Raum für eine weitere Spieltagzerstückelung. Klar ist: Die erhofften Mega-Erlöse fließen ohnehin nur, wenn der asiatische TV-Markt mit lukrativen Sendeplätzen am Wochenende zur frühen europäischen Nachmittagszeit bedient werden kann.

Unklar ist die Rolle des FC Bayern. Der Bundesliga-Branchenführer sollte von den Anführern der Fraktion Nimmersatt von Real Madrid bereits vor Jahren für eine Super League gewonnen werden, die im Gegensatz zu den jetzigen Plänen eine Spaltung von der Uefa bedeutet hätte. Auch zuletzt bestritten die Münchner ein Spiel an mehreren Fronten: Die Bundesliga nie infrage stellen, aber alle Expansionspläne wie die gerade erst beschlossene neue Club-WM von Fifa-Chef Gianni Infantino oder die ECA-Strategie nach mehr Champions-League-Millionen immer unterstützen.

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Geschlossener Zirkel der Superreichen

Die Strategie der Spitzenclubs im Machtkampf mit der Uefa und deren zunehmend hilflos wirkenden Chef Aleksander Ceferin ist eindeutig. Jedes Risiko, dass man auch nur ein Jahr die Champions League verpassen könnte, muss ausgeschaltet werden. Der De-facto-Ligenbetrieb im angedachten Format würde aus der höchsten Königsklassen-Stufe schnell einen geschlossenen Zirkel der ohnehin Superreichen machen, die in den an Bedeutung verlierenden nationalen Ligen noch mehr Dominanz hätten.

Das wollten Juve, Real und die Bayern schon immer - jetzt bekämen sie es unter dem Dach der Uefa serviert. Das erstmalige Zugangsrecht 2024 soll durch ein Qualifikationssystem über mehrere Jahre gewährt werden, daher auch die Eile bei der Entscheidung.

*Mit Material der dpa

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