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Sie brachten Werder schon im ersten Durchgang auf die Siegerstraße: Petri Pasanen (M.) und Tim Borowski (re.) erzielten den 2:0-Pausenstand.

Mit einer Gala ins Viertelfinale

Bremen - Von Björn Knips und Carsten Sander. Nichts und niemand kann Werder Bremen stoppen. Schon gar nicht der 1. FC Kaiserslautern.

Im Achtelfinale des DFB-Pokals setzte sich der Titelverteidiger aus dem Norden gestern mit 3:0 (2:0) gegen den Zweitligisten durch und zauberte dabei eine Leistung auf den Rasen, die das Weserstadion phasenweise von einer normalen Fußball-Arena in eine Fußball-Oper verwandelte.

Die Noten: Ein bitterer Tag für Marcelo Moreno

Tim Wiese: Dreimal gefordert, da war er auf dem Posten. Eine kleine Schwäche nach einem Rückpass, sonst souverän. Note 2,5 © Nordphoto
Clemens Fritz: Viel unterwegs, großer Vorwärtsdrang – und hinten nur selten mit Schwächen. Bei einigen guten Vorstößen fehlte nur das Quäntchen Glück. Note 2,5 © Nordphoto
Per Mertesacker: An dem Innenverteidiger war kein Vorbeikommen, ließ die zaghaften Lauterer Angriffsbemühungen einfach abprallen. Note 2,5 © Nordphoto
Naldo: Siehe Mertesacker. Der Brasilianer hatte keine Probleme mit dem harmlosen Zweitligisten. Note 2,5 © Nordphoto
Petri Pasanen: Fast genau zwei Jahre musste der Finne auf diesen Moment warten: erstes Tor seit dem 1. Dezember 2007 (2:1-Siegtreffer gegen den Hamburger SV). Insgesamt eine ordentliche Partie des Linksverteidigers, der für Sebastian Boenisch in der Startelf gestanden hatte. Note 2,5 © Nordphoto
Torsten Frings (bis 78.): Weiter gut in Form. Der Kapitän gewann vor der Abwehr viele wichtige Zweikämpfe und schaltete sich auch immer wieder gut mit nach vorne ein. Note 2,5 © Nordphoto
Tim Borowski: Comeback in der Startelf – und gleich treffsicher. Dabei sind Kopfballtore (wie sein 2:0) bei dem gar nicht kleinen Mittelfeldspieler eher die Ausnahme. Im spielstarken Bremer Mittelfeld nicht ganz so auffällig. Note 2,5 © Nordphoto
Aaron Hunt: Machte da weiter, wo er in Bochum aufgehört hatte. Vor der Pause ganz stark, mit einigen tollen Tricks und der Flanke zum 2:0. Note 2 © Nordphoto
Mesut Özil (bis 78.): Seine Pässe sind einfach klasse, sein Durchsetzungsvermögen ebenso. Pech, dass sein tolles Solo mit einem Schuss an den Innenpfosten endete (27.). Dazu noch ein Assist beim 3:0. Note 1,5 © Nordphoto
Marko Marin: Ein Wirbelwind ist nichts dagegen! Der Stürmer brachte die Lauterer völlig durcheinander und war nur durch Fouls zu stoppen. Etwas glücklich seine Vorarbeit zum 1:0, etwas unglücklich im Abschluss. Trotzdem durfte er endlich auch mal durchspielen. Note 1,5 © Nordphoto
Marcelo Moreno (bis 46.): Chance bekommen, Chance nicht genutzt – und dann landete der Bolivianer auch noch im Krankenhaus. Der Pizarro-Ersatz enttäuschte, fand keine Bindung zum Spiel und zerstörte gleich mehrfach gute Konter. Bei seiner einzigen Torchance verletzte sich der Angreifer am Jochbein und wurde in der Pause vorsorglich in die Klinik gebracht. Note 5 © Nordphoto
Torsten Oehrl (ab 46.): Bislang hatte er in dieser Saison erst einen Kurzeinsatz gegen Bilbao auf dem Konto, gestern erhielt er als Einwechselspieler sogar den Vorzug vor Markus Rosenberg – und er rechtfertigte das Vertrauen mit seinem ersten Tor für die Werder-Profis. Allerdings fehlte ihm in vielen Szenen noch das nötige Durchsetzungsvermögen. Note 3 © Nordphoto
Philipp Bargfrede (ab 78.): Musste erstmals seit Wochen wieder auf die Bank Immerhin durfte er noch einige Minuten ran. Note - © Nordphoto
Peter Niemeyer (ab 78.): Mal wieder ein Kurzeinsatz für den Mittelfeldspieler. Note - © Nordphoto

Die tragende Rollen spielten dabei – na klar – Werders Super-Wirbler Marko Marin, Mesut Özil und Aaron Hunt. Sie zerpflückten die Lauterer Abwehr ein ums andere Mal. Dass dennoch nicht mehr Tore als die von Petri Pasanen (28.), Tim Borowski (39.) und Torsten Oehrl (76.) heraussprangen, lag zum einen daran, dass sich die Künstler von der Weser mit zunehmender Spielzeit immer mehr an der eigenen Stärke ergötzten und dabei das Wesentliche vergaßen – nämlich das Toreschießen. Zum anderen aber auch am Fehlen eines durchschlagskräftigen Strafraumstürmers. Claudio Pizarro, der wegen einer Sprunggelenksprellung zuschauen musste, hätte gewiss seine helle Freude an dem Spiel gehabt. Marcelo Moreno in der ersten und Oehrl in der zweiten Halbzeit konnten ihn nicht annähernd ersetzen.

Aber egal, vor 26 094 Zuschauern geriet Werder auch so nie in den Verdacht, das 28. Pokal-Viertelfinale der Club-Geschichte (!) nicht erreichen zu können. „Wir haben“, fasste Trainer Thomas Schaaf zusammen, „von Anfang an umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Die Mannschaft ist konzentriert und engagiert aufgetreten. Ich bin sehr zufrieden.“

Werders Triumph in Bildern

Einen Grund so nachdenklich zu gucken hatte Klaus Allofs eigentlich nicht. Die Bremer dominierten das Achtelfinale im DFB-Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern und kamen durch einen Abwehrmann zur Führung. © Nordphoto
Petri Pasanen kam zum ungewohnten Genuss, ein eigenes Tor zu feiern. Seine Teamkollegen Tim Borowski und Naldo gratulierten dem Finnen dann auch gleich. © dpa
Borowski war es dann, der sich nur wenig später feiern lassen durfte. © Nordphoto
Für den Mittelfeldspieler war es bereits das zweite Tor binnen drei Tagen. © Nordphoto
Der wohl unglücklichste Bremer auf dem Platz war Marcelo Moreno. Der junge Bolivianer verletzte sich am Jochbein und musste zur Pause raus. © Nordphoto
Für ihn kam aber nicht Markus Rosenberg, der wieder im Kader stand, sondern Torsten Oehrl. © Nordphoto
Über Beschäftigung konnte Tobias Sippel im Lauterer Tor nicht klagen. © Nordphoto
Ob gegen Aaron Hunt,.. © dpa
Marko Marin, ... © Nordphoto
oder erneut Aaron Hunt, der Torwart verhinderte eine komplette Demontage seines Teams. © Nordphoto
Nur bei dieser Aktion sieht der junge Torwart etwas unglücklich aus. © dpa
Kurz vor Ende war er dann aber erneut geschlagen. Beim Kopfball des eingewchselten Torten Oehrl... © Nordphoto
war auch Sippel machtlos. © Nordphoto
Der junge Stürmer erzielte den 3:0-Endstand und © Nordphoto
wurde auch gleich von seinen Teamkollegen gefeiert. © Nordphoto

Im Vorfeld hatte er selbstbewusst von einer „Pflichtaufgabe“ gegen den Tabellenzweiten der zweiten Liga gesprochen. Eine solche wurde es dann auch. Kaiserslautern trug einen großen Teil dazu bei, indem die n Drei Tore n mit „Köpfchen“ „Roten Teufel“ quasi von Beginn an die weiße Fahne hissten. Die Pfälzer taten nichts, um Werder gefährlich werden zu können. Es war eine totale Kapitulation, die Trainer Marco Kurz so beschrieb: „Werder hat uns beherrscht. Wir hatten keine Chance.“

So enttäuschend die Gäste auftraten, so spaßmachend präsentierten sich die Bremer. Der Ball lief sicher von einer Station zur anderen, nur im Abschluss haperte es. Özil traf nach einem Klasse-Solo nur den Pfosten (27.), Marcelo Moreno wuchtete Sekunden später einen Kopfball aus vier Metern statt ins Tor ins Gesicht von FCK-Keeper Tobias Sippel. Nach der anschließenden Ecke beendete Pasanen aber das Warten auf die längst überfällige Führung, als er eine als Schuss gedachte Marin-Vorlage ins Tor drückte.

Es war der erste von drei Kopfballtreffern. Auch Borowski, der perfekt in eine Hunt-Flanke gelaufen war, und der nach der Pause eingewechselte Oehrl (nach Özil-Vorarbeit) lieferten „Kopfarbeit“ ab. Es blieb festzuhalten: Die drei Wirbler servierten, drei andere garnierten. „Schön“, meinte Schaaf, „dass auch mal andere treffen“.

Mit dem 3:0 setzte Werder gleich zwei Serien fort. Aktuell sind die Bremer nunmehr seit 16 Partien in Folge ungeschlagen. Und im DFB-Pokal hat es seit dem 13. April 1988 keine Heimniederlage mehr gegeben. Damals hieß es 0:1 gegen Eintracht Frankfurt. Seither ist Werder in stolzen 33 Cup-Heimspielen unbesiegt geblieben.

Dass sich daraus für das Viertelfinale (Spieltermine 09./10. Februar 2010) der Wunsch nach einem erneuten Auftritt vor eigenem Publikum ableitet, ist wenig überraschend. Am Sonntag werden in der ARD-Sportschau (ab 18.05 Uhr) die Lose gezogen. Möglich ist ein Nordduell beim Überraschungsteam VfL Osnabrück – doch das wäre für Sportdirektor Klaus Allofs alles andere als ein Traumlos: „Ich weiß nicht, ob es so schön wäre, ausgerechnet dort antreten zu müssen …“

Quelle: kreiszeitung.de

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