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Mohammed „Mo Auba“ Harkous und Michael „MegaBit“ Bittner sind sonst für Werder Bremen am Controller. Jetzt waren sie als deutsche Nationalspieler in London.

Werder-Zocker beim eNations Cup

„MoAuba“ und „MegaBit“ enttäuschen bei ihrer DFB-Premiere

Große Enttäuschung bei der eSportlern von Werder Bremen: „MoAuba“ und „MegaBit“ sind bei ihrer Premiere als deutsche FIFA-19-Nationalspieler schon in der Gruppenphase des eNations Cups ausgeschieden.

Nach ihrer völlig verkorksten Premiere im Nationaltrikot sackten Michael Bittner und Mohammed Harkous mit hängenden Köpfen in ihren Gaming-Sesseln zusammen, ihr Gesicht versteckten die deutschen eSportler verschämt hinter ihren Händen. „Wir haben uns das alles anders vorgestellt“, sagte Bittner nach dem vorzeitigen Vorrunden-Aus beim eNations Cup in London. „Die Enttäuschung“, setzte er mit leicht zittriger Stimme fort, „ist natürlich riesengroß“.

Beim ersten Nationenvergleich der FIFA-19-Szene wollte das Duo des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) seine Nation auf der internationalen Bühne „stolz machen“, wie es zuvor groß angekündigt hatte. Doch die beiden Profis von Werder Bremen blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Nach der klaren wie schmerzhaften Niederlage gegen Brasilien (0:9) hatte Deutschland schon nach drei von vier Gruppenspielen keine Chance mehr auf das Weiterkommen.

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„MoAuba“ und „MegaBit“ mit unerwarteten Schwächen im Doppel

„Es tut uns echt weh, dass wir nicht liefern konnten“, sagte „MegaBit“ Bittner. Der 20-Jährige hatte beim 7:1 zum Auftakt gegen Norwegen sowie beim 3:6 gegen Argentinien immerhin zwei Siege auf der Xbox geholt. Nur ein Einzel-Erfolg durch Playstation-Spieler Harkous sowie ungewohnte Schwächen im Doppel brachten die DFB-Auswahl aber um ihren Erfolg. Das abschließende Duell mit Schweden (4:4) am Sonntag war damit bedeutungslos.

Dass insbesondere im Zwei gegen Zwei viele Punkte liegen blieben, sei „unerwartet“ gewesen, räumte Harkous ein. Erst im März hatten sich „MoAuba“ und „Megabit“ zum ersten Sieger der VBL Club Championship - der Clubmeisterschaft der Deutschen Fußball Liga (DFL) - gekrönt und dabei insbesondere im Doppel (nur drei Niederlagen in 21 Spielen) überzeugt. „Viele sind nicht so eingespielt. Wir kennen uns in- und auswendig“, hatte Bittner vor dem Turnier behauptet. Das war in der britischen Hauptstadt aber viel zu selten zu sehen.

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Werder-eSportler sahen sich als ein Turnierfavorit

Sicher ist: Der DFB dürfte sich weit mehr von seinen ersten Gehversuchen im eSport versprochen haben. Erst Ende März hatte der Verband die erste deutsche eNationalmannschaft ins Leben gerufen und die beiden Bremer für die vom Weltverband FIFA und Spielehersteller EA Sports ins Leben gerufene Team-WM nominiert. Vor Beginn hatte sich das Duo neben Saudi-Arabien gar als „Turnierfavorit“ bezeichnet.

Und auf dem Papier waren sie das auch. „MoAuba“ belegt in der aktuellen Weltrangliste auf der Playstation den achten Platz, „MegaBit“ ist auf der Xbox Dritter. Damit sind beide Spieler auf dem besten Weg, sich ein Ticket für die Einzel-Weltmeisterschaft im Sommer, dem Saisonhighlight der FIFA-Szene, zu sichern. Den enttäuschenden Auftritt im DFB-Trikot dürften sie mit etwas Abstand daher gut verkraften können.

(sid)

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