GER, 1.FBL, Werder Bremen vs Hertha BSC Berlin
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GER, 1.FBL, Werder Bremen vs Hertha BSC Berlin

Werder streitet mit sechs Clubs

Endspurt um Europa

Bremen - Sieben wollen rein und dürfen sich allesamt noch berechtigte Hoffnungen machen, es auch zu schaffen, am Ende qualifizieren sich aber bestenfalls drei.

Das Rennen um die Europa-League-Plätze hat sich vor den letzten drei Spieltagen der Bundesliga-Saison weiter zugespitzt – und Werder ist nicht nur mittendrin, sondern verfügt nach dem Heimsieg über den direkten Konkurrenten Hertha BSC plötzlich sogar über eine sehr gute Ausgangslage. Als Tabellensechster haben die Bremer die Lauer-Position verlassen. Nun gilt es für sie, ihre beeindruckende Erfolgsserie über die Ziellinie zu bringen. Dass das leichter klingt, als es ist, zeigt ein Überblick über die aktuelle Formkurve und das Restprogramm des Septetts.

5. Hertha BSC, 46 Punkte

Als Tabellenfünfter haben die Berliner auf dem Papier zwar die besten Karten, am Ende das Ticket für das internationale Geschäft zu buchen. Zuletzt schwankte die Mannschaft von Trainer Pal Dardai aber stark in ihren Leistungen. Aus den vergangenen sechs Spielen holte die Hertha nur sechs Punkte, und vor allem auswärts geht schon seit Längerem gar nichts mehr. Die vergangenen neun (!) Duelle auf des Gegners Platz gingen allesamt verloren. Einmal muss das Team noch auswärts ran, am vorletzten Spieltag bei Darmstadt 98. Eingerahmt wird die Partie von den Heimspielen gegen RB Leipzig und Bayer Leverkusen. Ein weiteres Problem des Hauptstadt-Clubs: Derzeit fallen etliche Leistungsträger verletzt aus.

6. Werder Bremen, 45. Punkte

33 Punkte aus elf Spielen wären die Maximalausbeute gewesen, 29 davon hat Werder tatsächlich verbucht. Damit ist der SVW in der inoffiziellen Tabelle der jüngsten zehn Spiele in Europas Topligen sogar das viertbeste Team. Seit Wochen scheint es so, als ob der Mannschaft von Trainer Alexander Nouri einfach alles gelingt. Ausfälle? Rückstände? Für Werder kein Problem mehr. Am Freitag geht es für die Bremer nun zum 1. FC Köln, der ebenfalls noch auf die Euro-League hofft. „Ich glaube, wenn wir in Köln gewinnen, dann machen wir einen riesengroßen Schritt in Richtung Europapokal“, sagte Verteidiger Robert Bauer, bei Werder übrigens einer der ersten, der offen vom neuen Ziel Europa sprach. Trainer Nouri weigert sich weiterhin hartnäckig, das internationale Geschäft als Vorgabe auszurufen, hob aber hervor: „Ich bin stolz auf die Mannschaft. Sie hat sich ein neues Ziel gesetzt und brennt dafür.“ Nach Köln empfängt Werder noch Hoffenheim, ehe es am letzten Spieltag nach Dortmund geht.

7. SC Freiburg, 44 Punkte

0:3 in Darmstadt – die Freiburger Europa-Träume haben am Wochenende einen herben Dämpfer bekommen. „Wir wollten, aber wir konnten nicht“, sagte Trainer Christian Streich nach dem Spiel. Einige seiner Akteure würden auf dem Zahnfleisch gehen. Nach einer bis dato bärenstarken Saison scheint den Breisgauern im Schlussspurt etwas die Luft auszugehen. Ein Vorteil könnte es allerdings sein, dass Freiburg noch zwei Heimspiele vor sich hat. Erst gegen Schalke, dann gegen Ingolstadt. Am letzten Spieltag steht dann das Auswärtsspiel beim Meister Bayern München auf dem Plan.

Am Freitagabend steigt das wichtige Spiel von Werder Bremen beim 1. FC Köln. Im Hinspiel gab es ein umkämpftes 1:1.

8. 1. FC Köln, 42 Punkte

Vor fünf Wochen waren die Kölner noch Fünfter, seitdem hat das Team von Trainer Peter Stöger aber nur fünf Punkte verbucht und rutschte in der Tabelle ab. Das 0:0 in Dortmund war für die Mannschaft am Wochenende jedoch ein Erfolg. „Wir sind sehr, sehr happy mit diesem Punkt“, freute sich Stöger, dessen Team am Freitag gegen Werder unbedingt gewinnen muss, um sich die Europa-Chance zu bewahren. Danach folgen noch das Derby in Leverkusen sowie das Heimspiel gegen Mainz 05.

9. Borussia Mönchengladbach, 42 Punkte

Die Gladbacher bekommen es im Endspurt nur noch mit Abstiegskandidaten zu tun. Augsburg, Wolfsburg und Darmstadt – so liest sich das Restprogramm. Zwar dürfte Darmstadt bis zum 34. Spieltag abgestiegen sein, aber für die beiden anderen Clubs geht es zuvor noch um alles. Ähnlich wie bei Hertha BSC ist auch das Gladbacher Lazarett prall gefüllt. Trainer Dieter Hecking traut seiner Mannschaft trotzdem noch zu, die nötigen Punkte in den kommenden drei Wochen aufzuholen: „Ich habe gespürt, dass die Jungs heiß sind und nach diesem kleinen Strohhälmchen, das uns nach Europa führen kann, greifen wollen.“

10. FC Schalke 04, 41 Punkte

Wie attraktiv die Europa League sein kann, wissen sie in Gelsenkirchen ganz genau. Das spektakuläre, wenn am Ende auch nicht erfolgreiche Rückspiel im Viertelfinale gegen Ajax Amsterdam war vor Kurzem beste Werbung für den Wettbewerb. Ob es Schalke allerdings wieder nach Europa schafft, ist mehr als fraglich. Voraussetzung dafür ist zunächst einmal ein Heimsieg am kommenden Spieltag gegen den direkten Rivalen Freiburg, ehe es danach noch gegen die Kellerkinder Hamburger SV und FC Ingolstadt geht. Nach dem 1:2 gegen Darmstadt haben sich die Königsblauen durch das 1:1 gegen Leipzig sowie das beeindruckende 4:1 in Leverkusen wieder auf Rang zehn vorgeschoben. Trainer Markus Weinzierl sieht den Endspurt übrigens pragmatisch: „Wir versuchen weiter Punkte zu holen, abgerechnet wird am Ende.“

11. Eintracht Frankfurt, 41 Punkte

Die Euphorie in Frankfurt ist in diesen Tagen groß, das liegt aber in erster Linie daran, dass die Mannschaft ins DFB-Pokalfinale eingezogen ist. Im Rennen um Europa lief es für die Hessen in der Liga zuletzt nicht mehr besonders gut, aus den vergangenen sechs Spielen gab es nur fünf Punkte. Am Wochenende in Hoffenheim setzte es den Gegentreffer bei der 0:1-Niederlage erst in der Schlussphase. Im Saisonendspurt geht es für die Elf von Trainer Niko Kovac, die nach der Hinrunde noch Sechster war, gegen die Abstiegskandidaten Wolfsburg und Mainz sowie gegen Leipzig. Läuft es für Frankfurt richtig gut, dann sind diese Spiele auf dem Weg nach Europa aber egal. Ein Sieg im Pokalfinale gegen Dortmund, und die Europa League wäre erreicht. Das dürfte die anderen sechs Anwärter auf den Wettbewerb allerdings nicht gerade freuen, denn dann würde Rang sieben definitiv nicht zur Teilnahme an der Qualifikation berechtigen. Das ist nur der Fall, wenn Dortmund Pokalsieger wird und sich für die Champions League qualifiziert.

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