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Da geht’s lang zum Klassenerhalt: Max Kruse und Werder Bremen sind fast am Ziel und haben vor dem Saisonfinale in der Bundesliga eine mehr als gute Ausgangslage.

Bremer haben im Keller beste Karten

Entspannt, aber wachsam: Werder vor dem Endspurt

Bremen - Nils Petersen war schon angekommen in der Gäste-Kabine, während der Halbzeitpause bereit für das übliche Ritual. „Ich habe eine Banane gegessen und wollte noch auf die Toilette gehen“, sagte der Stürmer, aus dessen Plan nichts wurde.

Weil nach Ende des ersten Durchgangs per Videobeweis auf Elfmeter für Mainz 05 entschieden wurde, mussten die Freiburger Spieler am Montagabend für die Ausführung zurück auf den Platz, also auch der Ex-Bremer Petersen, der das Spiel mit seiner Mannschaft am Ende mit 0:2 verlor. Es war ein Ergebnis, das den Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga weiter zugespitzt hat – und das auch für Werder nicht ganz uninteressant war.

Sieben statt der möglichen zehn Punkte Vorsprung haben die Bremer nach dem Mainzer Erfolg „nur“ noch auf den Relegationsplatz. Das ist natürlich kein Grund für zunehmende Unruhe, aber: „Wir müssen wachsam bleiben“, fordert Trainer Florian Kohfeldt, der sich mit seinem Team am Samstag in Stuttgart endgültig retten will. Ein Blick in den Keller.

Werder Bremen

Theoretisch kann es noch passieren, ist es möglich, dass Werder an den letzten vier Spieltagen der Saison einen bösen Absturz erlebt und sich am Ende auf Platz 16, sprich dem Relegationsplatz wiederfindet – es ist allerdings mehr als unwahrscheinlich. Damit dieses Schreckensszenario eintritt, dürfte die Kohfeldt-Elf kein Spiel mehr gewinnen, und sämtliche Konkurrenten – Hannover, Wolfsburg, Mainz und Freiburg – müssten sich zu plötzlichen Erfolgsserien aufschwingen.

„Ich bin mir sicher, dass wir mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun haben werden, wenn wir weiter so konstant spielen. Dann werden wir definitiv noch Punkte holen“, sagte Werders Angreifer Max Kruse kurz nach dem 1:1 gegen RB Leipzig. Und dennoch: Werder könnte am Ende zu einem entscheidenden Faktor im Abstiegskampf werden. Schließlich spielt das Team am letzten Spieltag noch in Mainz.

Hannover 96

Der 2:1-Sieg gegen Werder, dann der späte Ausgleich beim 1:1 in Stuttgart – Hannover hat rechtzeitig vor dem Saisonfinale wieder in die Spur gefunden und mit 36 Punkten eine vergleichbar gute Ausgangsposition wie die Bremer. Auch wenn es das Restprogramm der Niedersachsen in sich hat, dürfte es für den Aufsteiger am Ende zum direkten Verbleib in der Bundesliga reichen. „Für uns ist dieser Zähler tatsächlich noch einmal Gold wert“, sagte Manager Horst Heldt nach dem Stuttgart-Spiel. „Jetzt müssen wir die letzten Steps gehen, um nicht in die Relegation zu kommen.“

VfL Wolfsburg

Auch wenn die Wölfe schon seit drei Spielen ohne Niederlage sind, stecken sie noch immer mitten im Abstiegskampf. Nach dem jüngsten 0:0 gegen Augsburg war die Stimmung alles andere als gut. „Es ist zu spüren, dass die Mannschaft darüber extrem traurig ist“, sagte Trainer Bruno Labbadia.

Gesichter des Abstiegskampfes (v. l.): Hannovers Stürmer Niclas Füllkrug, Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia, Mainz-Angreifer Pablo De Blasis und Freiburgs Routinier Julian Schuster.

Direkt runter wird es angesichts von acht Punkten Vorsprung auf den HSV und neun auf Schlusslicht Köln wohl nicht gehen, die Relegation droht aber wie in der Vorsaison, als sich das Team in den Entscheidungsspielen gegen Braunschweig durchsetzte. Die Kellerduelle gegen Hamburg und Köln stehen noch bevor.

FSV Mainz 05

Es waren drei Big-Points gegen Freiburg, durch die die Mannschaft von Trainer Sandro Schwarz nach Punkten zu Wolfsburg und Freiburg aufgeschlossen hat. „Ich bin hochzufrieden mit der Art und Weise, mit der Mentalität, wie wir uns reingebissen und verdient gewonnen haben“, jubelte Schwarz am Montagabend. Keine Frage: Solche Siege können für Aufschwung sorgen. In Augsburg wollen die Mainzer nun den nächsten großen Schritt in Richtung Rettung machen.

Das Rennen um die Relegation würde selbst bei einem Auswärtssieg eng bleiben. Der direkte Abstieg hätte sich aber (so gut wie) erledigt. Mindestens acht Punkte Vorsprung hätten die Mainzer dann weiterhin auf den Vorletzten Hamburger SV. „Wir haben fünf Vereine, die da unten noch im Rennen sind. Das respektieren wir und so gehen wir die nächsten Aufgaben an“, sagte Schwarz, der Werder demnach gar nicht mehr in den Kreis der Konkurrenten mit einbezieht.

SC Freiburg

Es dürfte etwas dauern, bis sich die Freiburger vom großen „Videobeweis-Schreck“ aus Mainz erholt haben. Das Problem: Zeit dafür haben sie nicht. Bereits am Samstag ist die Mannschaft von Trainer Christian Streich beim HSV zu Gast. Dort kann Freiburg den Bundesliga-Dino endgültig in die Zweite Liga schießen – oder aber selbst dem Unterhaus ein großes Stück näher kommen.

„Das war eine furchtbare Niederlage für uns, vor allem aufgrund der Art und Weise, wie sie zustande gekommen ist“, sagte Julian Schuster in Mainz. Ein möglicher Vorteil: Nach Hamburg geht es gegen das nächste Kellerkind aus Köln, das dann vielleicht schon abgestiegen ist.

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