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Theodor Gebre Selassie absolviert gegen den VfB Stuttgart sein 200. Bundesliga-Spiel.

Rechtsverteidiger im Fokus

Gebre Selassies Erben: Drei Kandidaten, drei Unsicherheiten

Bremen - Der Club der „200er“ – dahin schafft es längst nicht jeder in der Bundesliga. Für Theodor Gebre Selassie gehen mit dem Spiel gegen den VfB Stuttgart aber die Türen dorthin auf. Der Tscheche absolviert – so er denn spielen sollte, wovon bei seiner bisherigen Saisonbilanz auszugehen ist – sein 200. Bundesliga-Spiel.

Sechseinhalb Jahre hat der Rechtsverteidiger seit seinem Wechsel zu Werder im Sommer 2012 gebraucht, um diese Marke zu knacken. Nur sechseinhalb Jahre muss es eigentlich heißen, denn in diesem Zeitraum hätte Gebre Selassie bis dato maximal 226 Bundesliga-Partien absolvieren können. 199 sind es geworden – das zeigt, dass der 32-Jährige bis auf ganz wenige und ganz kurze Phasen quasi immer Stammspieler war und ist bei Werder.

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Werder forscht nach Nachfolger für Gebre Sleassie

200 Bundesliga-Spiele legen aber auch Zeugnis darüber ab, dass Gebre Selassies Karriere schon weit fortgeschritten ist. Zwar wird sich sein aktueller Vertrag per Klausel automatisch über das Saisonende hinaus verlängern, dennoch forscht Sportchef Frank Baumann längst nach einem Nachfolger für den zuverlässigen Rechtsverteidiger. Das Ungewöhnliche daran: Werder hat schon drei Kandidaten unter Vertrag.

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Felix Beijmo ist der Top-Anwärter. Möchte man jedenfalls meinen. Der 21 Jahre alte Schwede kam im vergangenen Sommer für drei Millionen Euro, müsste aber noch einen ordentlichen Entwicklungssprung machen bis zur Bundesliga-Reife. Ein Jahr Zeit hätte er noch, um dazuzulernen – vielleicht wird er diese Zeit sogar bei einem anderen Club verbringen. Stichwort: Ausleihen, Spielpraxis sammeln.

So hat es Luca Zander in den vergangenen eineinhalb Jahren beim FC St. Pauli gemacht. Mit dem Ergebnis, dass der Zweitligist den 23-Jährigen (Vertrag in Bremen bis 2020) nun kaufen möchte. Werder-Sportchef Frank Baumann bestätigt zwar die Verhandlungen mit den Hamburgern, zögert aber noch mit einer Entscheidung: „Aktuell ist noch keine Einigung in Sicht. Wir beobachten Luca sehr intensiv und wollen seine weitere sportliche Entwicklung abwarten.“ Eine Rückkehr nach Bremen ist für Zander, der nach Verletzungsproblemen wieder Stammspieler ist bei St. Pauli, demnach nicht ausgeschlossen.

Robert Bauer ist der andere derzeit von Werder ausgeliehene Rechtsverteidiger. Seine Unzufriedenheit in Bremen war riesig, als er im Sommer zum 1. FC Nürnberg wechselte. Dort ist seine Zukunft an den Klassenerhalt geknüpft, bleibt der „Club“ erstklassig, bleibt auch Bauer dort. Jedenfalls war das der bislang bekannte Plan. Ob sich durch die Wechsel in der sportlichen Leitung der Franken (Manager Andreas Bornemann und Trainer Michael Köllner mussten gehen) daran etwas ändert, muss selbst Baumann abwarten: „Alles ist komplett offen.“ Eine Bauer-Rückkehr nach Bremen ist nach Vertragslage natürlich möglich, aufgrund der Vorgeschichte aber wahrscheinlich nicht die Lieblingslösung beider Parteien.

Schlägt Werder auf dem Sommer-Transfermarkt zu?

Kurzum: Die Top-Lösung gibt es nach jetzigem Stand nicht, Beijmo dürfte noch die besten Chancen haben, Gebre Selassies Erbe anzutreten. Oder aber Baumann legt personell nach. Die nächste Chance bietet sich ab dem 1. Juli 2019 - dann öffnet der Sommer-Transfermarkt. 

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