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Justin Eilers wurde von seinem Ex-Club Apollon Smyrnis regelrecht zur Vertragsauflösung gedrängt.

Ex-Werder-Profi erklärt seine Flucht aus Athen

Justin Eilers: „Ich habe es nicht mehr ausgehalten“

Braunschweig – Irgendwann war es Justin Eilers einfach zu viel. „Ich habe es nicht mehr ausgehalten“, sagt der ehemalige Werder-Profi im Gespräch mit der DeichStube: „Ich musste da weg und bin einfach froh, das hinter mir gelassen zu haben.“ Die Rede ist von seinem Griechenland-Abenteuer.

Im Sommer hatte der Stürmer beim Erstligisten Apollon Smyrnis angeheuert und freudig angekündigt: „Ich bin bereit, die griechische Liga zu rocken.“ Doch es kam ganz anders, Eilers wurde regelrecht weggemobbt, bekam kein Geld mehr. Jetzt sucht der Stürmer einen neuen Club.

„Ich habe noch richtig Lust, Fußball zu spielen, und denke überhaupt nicht an ein Karriereende“, sagt Eilers: „Ich fühle mich auch absolut fit genug dafür.“ Dabei war es zuletzt für ihn gar nicht so einfach, ordentlich zu trainieren. Sein Verein in Athen hatte ihn mehr oder weniger ausgesperrt, er durfte nicht mehr mit den Kollegen trainieren, sondern nur individuell mit einem Assistenzcoach. „Mal wurde die Einheit morgens um sieben Uhr angesetzt, mal abends nach dem normalen Training. Das war alles Schikane“, erinnert sich Eilers.

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Von Griechen zu einer Vertragsauflösung gedrängt

Valerien Ismael, hatte ihn nach Griechenland geholt. Werders Double-Sieger war bei Apollon Smyrnis als Trainer eingestiegen. Doch nach nur wenigen Monaten schmiss er die Brocken hin, weil sich der Club-Präsident immer wieder in seine Arbeit einmischte. Danach wurde es auch für Eilers, der im ersten Ligaspiel noch zur Startelf gehört hatte, schwer. Außerdem bremste ihn eine Hüftverletzung. 

„Das dauerte den Griechen alles zu lange“, berichtet Eilers: „Sie haben mich zu einer Vertragsauflösung gedrängt, damit sie einen anderen Stürmer holen können.“ Doch Eilers lehnte ab, wurde wieder fit, durfte aber nicht mehr mitwirken. „Ich habe auch kein Gehalt mehr bekommen. Sie wollten mich mit allen Mitteln loswerden.“

Justin Eilers: Seine Karriere in Bildern

Justin Eilers
Justin Eilers begann seine fußballerische Karriere in den Jugendmannschaften des Braunschweiger SC Acosta und Eintracht Braunschweig. Von dort ging es zunächst zum FT Braunschweig, dann zur zweiten Mannschaft von Eintracht Braunschweig. © imago
Justin Eilers
Nach zwei Jahren beim VfL Bochum II wechselte Eilers schließlich in der Saison 2011/12 zum Goslarer SC, mit dem er auch auf Werders U23 traf. © imago
Justin Eilers
Bei all diesen Stationen entwickelte sich der Stürmer immer weiter. 2012/13 erzielte er in 25 Regionalligaspielen 14 Treffer. In der folgenden Saison wechselte er zur zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg. © imago
Justin Eilers
2014 verpflichtete der Drittligist Dynamo Dresden den Offensivmann. In seiner ersten Saison 2014/15 sicherte er Dresden mit einem Doppelpack im DFB-Pokal das Achtelfinale. © imago
Justin Eilers
Insgesamt traf Justin Eilers 46 Mal in 81 Pflichtspielen für die Sachsen. © imago
Justin Eilers
In der Saison 2015/16 konnte er mit Dynamo Dresden die Drittliga-Meisterschaft feiern und wurde als Torschützenkönig und bester Spieler der Saison geehrt. © imago
Im Juli 2016 sicherte sich schließlich Werder Bremen seine Dienste. Der damals 28-Jährige sollte mit seinen Torjägerqualitäten die Erstligamannschaft verstärken.
Im Juli 2016 sicherte sich schließlich Werder Bremen seine Dienste. Der damals 28-Jährige sollte mit seinen Torjägerqualitäten die Erstligamannschaft verstärken. © gumzmedia
Justin Eilers
Doch es kam anders. Die Hinrunde der Saison 2016/17 verpasste er wegen einer Verletzung an der Hüfte und einer Leistenoperation, in der Rückrunde stand Eilers immerhin in zehn Spielen für die U23 auf dem Platz. © Gumz
Kurz vor dem letzten Saisonspiel 2016/17 dann der nächste Rückschlag: Beim Training mit den Profis reißt sein Kreuzband. Er fällt erneut ein halbes Jahr aus und muss weiter auf sein Bundesligadebüt warten.
Kurz vor dem letzten Saisonspiel 2016/17 dann der nächste Rückschlag: Beim Training mit den Profis reißt sein Kreuzband. Er fällt erneut ein halbes Jahr aus und muss weiter auf sein Bundesligadebüt warten. © Gumz
In der Folge konnte sich Eilers nicht mehr an die Mannschaft heranspielen und kam nicht einmal in der Bundesliga zum Einsatz. Im Sommer 2018 wechselte der 30-Jährige zu Apollon Smyrnis nach Griechenland.
In der Folge konnte sich Eilers nicht mehr an die Mannschaft heranspielen und kam nicht einmal in der Bundesliga zum Einsatz. Im Sommer 2018 wechselte der 30-Jährige zu Apollon Smyrnis nach Griechenland. © gumzmedia

Eilers wieder auf Vereinssuche

Letztlich sogar mit Erfolg, Eilers stimmte Ende Dezember einer Vertragsauflösung zu, nachdem er zuvor einen Anwalt eingeschaltet hatte. Finanziell sind längst noch nicht alle Fragen geklärt, „aber ich bin frei und kann sofort zu einem anderen Verein wechseln“, sagt Eilers. Jetzt wartet er auf Angebote und ist dabei „offen für alles, na ja, fast alles: Nach Griechenland gehe ich nicht.“ Wenngleich ihm das Leben in Athen schon gut gefallen hat. „Ohne diese Ablenkung wäre es gar nicht gegangen.“

Nun hofft er auf mehr Glück bei der Club-Auswahl. Richtig gut ist es für ihn zuletzt in der Saison 2015/16 bei Dynamo Dresden gelaufen. Nach seinem Wechsel zu Werder wurde er immer wieder von Verletzungen geplagt, der Traum vom Bundesliga-Debüt platzte. Jetzt wäre Eilers froh, wenn er in vernünftigen Verhältnissen einfach wieder Fußball spielen könnte.

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