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Betrachtet die Geschehnisse in der Bundesliga nach eigener Aussage nur noch von außen: Fabian Ernst.

Ex-Werder-Profi

Fabian Ernst und das „verrückte Geschäft“

Oldenburg – Eigentlich mag er sie gar nicht so gerne, die Auftritte im großen Rampenlicht. Das war schon früher nicht die Sache von Fabian Ernst, und das ist sie auch heute nicht.

Am Freitagabend war der 38-Jährige dann aber trotzdem der erste Mann, der die Halle in Oldenburg zum beben brachte. Im Auftaktspiel der Werder-Traditionsmannschaft gegen die des 1. FC Köln gelang Ernst das erste Tor – und die rund 5600 Zuschauer waren wie auf Knopfdruck aus dem Häuschen. „Es fühlt sich gut an, mal wieder das Werder-Trikot zu tragen“, sagte Ernst, der seit seinem Karriereende im Jahr 2015 nur noch äußerst selten in der Öffentlichkeit auftritt. Ernst hat Abstand gewonnen, betrachtet die Geschehnisse in der Bundesliga nur noch von außen. Es ist ein Blickwinkel, den er für sich ganz bewusst gewählt hat, wie er in Oldenburg erklärte.

Alles schneller und aufgeregter

„Mit dem nötigen Abstand betrachtet muss man einfach sagen, dass das Geschäft sehr verrückt geworden ist“, betonte Ernst, der mit Werder 2004 das Double gewonnen hat. Alles immer schneller, alles immer aufgeregter, die Profis in immer jüngeren Jahren immer prominenter – all das lässt Ernst die Stirn runzeln. Nicht, dass ihm der Fußball nicht mehr wichtig ist. Nein, ganz im Gegenteil. Es ist nur so, dass Ernst froh darüber zu sein scheint, dass er seine Hochphase als Aktiver vor einigen Jahren erlebt hat und heute eben nicht mehr mittendrin stecken muss. Aktuell kümmert sich der 23-fache Nationalspieler in seinem Wohnort Hannover um junge Talente, versucht diese „zu entwickeln und zu fördern“. Und sie darauf vorzubereiten, was sie erwartet, sollten sie eines Tages den großen Sprung in die Bundesliga schaffen. Spielerberater könne man ihn schon nennen, sagte der Ex-Profi. Gerne scheint er das Wort aber nicht zu mögen.

Bis heute eng befreundet mit Tim Borowski

Mit seinem ehemaligen Bremer Mitspieler Tim Borowski ist Ernst bis heute eng befreundet. Was Werder in der Bundesliga treibt, verfolgt er sowieso. Seit Borowski Co-Trainer der Mannschaft ist noch etwas intensiver. Zwei, manchmal auch dreimal in der Woche schnürt der gebürtige Hannoveraner seine Fußballschuhe noch selbst. Alte Herren, Hannover 96. Als er das Wort „Alte“ ausspricht, stockt er kurz. „Schreib das lieber nicht“, sagt er. Dann muss er lachen. Eigentlich ist es ihm egal, es stimmt ja. Und es hält fit. 

Beim Traditionsturnier in Oldenburg war das zu sehen. Ernst war viel unterwegs, scheute wie früher keinen Zweikampf. „Es sind die alten Abläufe“, sagte er. Dann fügte er noch an: „Nur eben etwas langsamer.“ Ein Problem hat er damit nicht.

Fotostrecke: Traditionsturnier in Oldenburg

Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © nordphoto
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © Gumz
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018.
Traditionsturnier in Oldenburg am 5 Januar 2018. © nordphoto
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