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Claudio Pizarro hat nicht nur Werder, sondern jetzt auch Bremen verlassen.

Fortsetzung der Karriere im Osten?

Pizarro hat Bremen verlassen und lebt nun in München

Bremen - Werder wollte ihn nicht mehr, und nun will Claudio Pizarro Bremen nicht mehr. Der 38-Jährige hat sich für eine neue, allerdings auch alte Heimat entschieden.

„Claudio ist schon mit der ganzen Familie nach München übergesiedelt“, berichtet Jürgen Born in einem Gespräch mit der DeichStube. Der ehemalige Werder-Boss ist mit Pizarro sehr gut befreundet und betont: „Claudio hat Bremen zwar den Rücken gekehrt, aber nicht im Zorn.“ Seine Karriere als Fußballer wolle der Peruaner unbedingt fortführen – wahrscheinlich in Asien.

Erst Anfang Juli hatte Werder das Kapitel Pizarro beendet und offiziell verkündet, dass der Vertrag nicht mehr verlängert wird. Sportchef Frank Baumann soll für eine weitere Saison mit dem Stürmer gewesen sein, Trainer Alexander Nouri wegen der Verletzungsanfälligkeit des Angreifers dagegen.

Born: „Das ist nicht spurlos an Pizarro vorbeigegangen“

„Claudios größter Wunsch war es schon, weiter für Werder zu spielen“, berichtet Born: „Mit dem Ende war er nicht happy. Die Sache ist nicht spurlos an ihm vorbeigegangen.“ Doch Pizarro sei kein Mensch, der nachtragend ist. „Ich glaube, er ist ganz gut damit fertig geworden. Er wird auch nie schlecht über Werder und Bremen sprechen. Seine Kinder sind hier schließlich geboren und zur Schule gegangen. Das ist schon eine besondere Liaison mit Bremen.“

Born kennt Pizarro schon sehr lange, er hat ihn einst in Lima selbst entdeckt. Auf einer Dienstreise. Der 76-Jährige lebte von 1969 an in Südamerika, arbeitete dort als Banker, ehe er 1999 in den Vorstand des SV Werder wechselte und nach Bremen zurückkehrte. Pizarro blieb zwar nur zwei Jahre bei Werder, hatte den Club aber mit vielen Toren und einer hohen Ablösesumme glücklich gemacht. Die Bayern zahlten 16 Millionen Mark, das Zehnfache von dem, was Bremen an Alianza Lima überwiesen hatte.

Nach einer guten Zeit in München und einem unglücklichen Jahr beim FC Chelsea kehrte Pizarro 2008 nach Bremen zurück, um sich 2012 erneut Richtung Rekordmeister zu verabschieden. 2015 gab es dann das zweite Werder-Comeback. „Claudio war ein sehr verdienstvoller Spieler von Werder, vielleicht einer der verdienstvollsten, die wir jemals hatten“, sagt Born und denkt dabei an die hohe Ablöse aus München, den Pokalsieg 2009 und Pizarros Tore im harten Abstiegskampf der Saison 2015/16. Könnte ihn Werder nicht auch jetzt noch gebrauchen? „Das Thema ist abgeschlossen“, sagt Born.

Der Ex-Boss will sich nicht einmischen. Natürlich ist er traurig, seinen Freund nicht mehr im Weserstadion zu sehen, aber er sagt auch: „Das darf nicht wehtun. Im Fußball geht irgendwann alles zu Ende – Karrieren sowieso.“ Wobei Pizarro gar nicht ans Aufhören denkt. „Er möchte gerne noch ein Jahr spielen. Aber er ist ganz ruhig, wartet erst mal ab, bis das Transferfenster schließt. Er darf dann ja immer noch wechseln“, erklärt Born: „Für Vereine, die in letzter Sekunde keinen Stürmer mehr bekommen haben, könnte so ein guter Mann wie Claudio Pizarro dann sehr interessant sein.“

Pizarros Zukunft in Dubai, Abu Dhabi oder China?

Und wenn es in Europa nichts mehr wird, gibt es offenbar auch schon andere Lösungen. „Dubai, Abu Dhabi und China“, nennt Born als Ziele: „So eine Saison geht ja kein ganzes Jahr, das kann man überleben.“ Vor allem, wenn es dafür einen triftigen Grund gibt. „Er hat immer noch den Traum: Er will mit Peru zur WM 2018 nach Russland“, erzählt Born. Allerdings sieht es in der WM-Qualifikation nicht ganz so gut aus, Pizarros Traum könnte in den Qualifikationsspielen am Wochenende schon platzen.

Er selbst wird gegen Bolivien und Ecuador nicht spielen. Wahrscheinlich wird Werders Rekordtorschütze (104 Bundesligatreffer) die Partien aus seinem Haus in München via Fernsehen verfolgen. Born ahnt, dass einige Werder-Fans den Umzug nicht so ganz verstehen könnten – und so beugt er schon mal vor: „Claudio hat immer gesagt, dass er eines Tages gerne in München leben will. Ich bitte alle Bremer, ihm deshalb nicht böse zu sein.“

Jürgen L. Born ist nach wie vor mit Claudio Pizarro befreundet.

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