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Dieter Zembski hat ein bisschen Sorge wegen Werders schwerem Auftaktprogramm.

Ex-Werderaner Dieter Zembski schwärmt vom Trainer

„Alexander Nouri hat etwas bewegt“

Syke - An ihn erinnern sich wahrscheinlich nur noch die älteren Werder-Fans: Dieter Zembski, der von 1968 bis 1975 Grün und Weiß trug. Dabei gehört er zur Garde der schrägsten Werder-Spieler überhaupt.

Der gebürtige Bremer war in der Hansestadt nämlich auch ein erfolgreicher Musiker, spielte zum Beispiel bei „The Mushroams“. Jetzt ist der 70-jährige ein zufriedener Rentner und leidenschaftlicher Golfer. Beim Major-Turnier der Gofus, der Golfspielenden Fußballer, in Syke lief es zwar nicht ganz so gut für ihn, trotzdem gab Zembski der DeichStube bestens gelaunt ein Interview zur aktuellen Situation beim Bremer Bundesligisten.

Herr Zembski, was trauen Sie Werder in dieser Saison zu?

Dieter Zembski: Ich hoffe auf das Mittelfeld ohne Abstiegsangst. Jeder weiß, was dieses Auftaktprogramm bedeutet. Wenn du die ersten Spiele verlierst, steigt sofort der Druck. Dann spielst du anders. Da habe ich ein bisschen Sorge für den Saisonstart.

Auf welchen Werder-Spieler freuen Sie sich besonders?

Zembski: Auf Thomas Delaney. Thomas ist ein echter Typ, der mir sehr gut gefällt, der Ausstrahlung hat, der auch nach vorne Akzente setzen kann, der beißen kann! Solche Spieler braucht jedes Team! Er ist mir so nahe, weil man von mir behauptet hat, zur Not dem Gegner auch mal in die Wade gebissen zu haben – natürlich nur bildlich gesprochen. Deswegen gefällt Delaney mir so gut.

War es richtig, den Vertrag mit Claudio Pizarro nicht mehr zu verlängern?

Zembski: Aus rein kaufmännischen Gründen kann ich das absolut verstehen. Ich muss einem 37 Jahre alten Profi, der in der Vergangenheit nicht so ganz schlecht verdient hat, keinen Almosen-Vertrag geben. Leider ist das von Werder etwas unverständlich in der Presse kommuniziert worden. Aber so ist nun mal das Geschäft.

Muss sich Werder noch verstärken?

Zembski: Ja, in der Abwehr. Das ist noch zu wenig.

Wie bewerten Sie die Arbeit von Trainer Alexander Nouri?

Zembski: Was ich wahrnehme, ist sehr positiv von ihm. Er ist unglaublich impulsiv und erreicht die Spieler. Er hat etwas bewegt, das haben wir alle doch in der Rückrunde sehen können.

Werder hat erstmals einen Chinesen verpflichtet und gleichzeitig Sponsoren aus China bekommen. Das wirkt wie ein Marketing-Gag. Was halten Sie davon?

Zembski: Mir wäre es relativ egal, ob da Sponsorenverträge im Spiel sind. Zu meiner Zeit gab es einen Bum-Kun Cha. Der war Südkoreaner, hat in Frankfurt gespielt und war eine absolute Granate. Wenn der Chinese gut ist und Werder verstärken kann, dann sollten die Umstände der Verpflichtung keine Rolle spielen. Fußball ist ein Big Business geworden und heute gelten ganz andere Maßstäbe als zu unserer Zeit.

Hat Werder auf Dauer überhaupt die Chance gegen die ganzen finanzstärkeren Clubs in der Bundesliga zu bestehen?

Zembski: Ja, wenn Werder noch weitere Geldquellen anzapfen könnte. Vielleicht muss man da etwas umdenken, vielleicht neue Wege gehen. Gelingt das allerdings nicht, wird der Abstand zu den Topclubs wohl immer größer werden.

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