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Jurica Vranjes absolvierte 90 Bundesliga-Spiele für Werder Bremen. (Archivfoto)

EXpertise von Jurica Vranjes

Klarer Rat an Fritz: „Es reicht jetzt!“

Bremen - Für Werder-Kapitän Clemens Fritz muss nach der laufenden Saison Schluss sein, meint Ex-Profi Jurica Vranjes. Neuzugang Thomas Delaney sei jetzt der neue Anführer.

Anruf bei Jurica Vranjes. „Braucht ihr wieder gute Tipps“, sagt der Ex-Werder-Profi zur Begrüßung und lacht: „Ich hoffe, ihr habe beim letzten Mal viel Geld mit meinen Tipps gewonnen. Oder habt ihr mir etwa nicht geglaubt?“ Stille. Wer hätte schon gedacht, dass Werder gegen Köln und Hoffenheim jeweils 1:1 spielt, wie es Vranjes prophezeit hatte. „Amateure“, schimpft Vranjes – und lacht wieder.

Aber damit ist er sogleich voll in der Aktualität. Er hält es für unprofessionell, Werder nach den guten Leistungen gegen Dortmund und Bayern stark zu reden. „Wie waren denn die Ergebnisse?“, fragt der 37-Jährige ziemlich bissig und gibt die Antwort selbst: „1:2, keine Punkte! In der Jugend kannst du vielleicht sagen: ,Okay, ihr habt nicht so schlecht gespielt.’ Aber in der Bundesliga geht das nicht mehr. Hier zählen nur die Ergebnisse!“

Also keine Lobhudelei vom Ex-Bremer, sondern eine weitere klare Ansage: „In Augsburg muss Werder punkten, sonst wird es richtig eng.“ Den direkten Abstieg müsse Werder allerdings nicht fürchten: „Hamburg und Darmstadt – sorry, Torsten Frings – sind einfach zu schlecht, die gehen beide runter.“ Und wer spielt die Relegation? „Werder muss aufpassen“, warnt Vranjes: „Gnabry, Kruse, Delaney und Pizarro sind top, aber der Rest...“

Thomas Delaney? „Der gefällt mir...“

Und jetzt fällt Pizarro auch noch aus. Keiner weiß, wie lange. „Er ist eben schon ein alter Mann, das wusste man“, sagt Vranjes über den 38-Jährigen. Gleiches gelte für Clemens Fritz. Den verletzten 36-Jährigen hat der Kroate gegen die Bayern nicht vermisst: „Clemens war ein guter Spieler. Aber es reicht jetzt! Er sollte möglichst schnell sagen, dass im Sommer Schluss ist.“

Werder habe längst einen neuen Anführer: Thomas Delaney. „Der gefällt mir. Aber das ist keine Überraschung, den wollten viele englische Clubs“, berichtet Vranjes, der inzwischen als Spielerberater tätig ist. Und da weiß er natürlich auch, wie die jungen Spieler heutzutage ticken. „Die wollen so schnell wie möglich nach ganz oben“, sagt Vranjes und denkt dabei auch an Serge Gnabry: „Das war ein super Transfer von Frank Baumann, aber das wird im Sommer schwierig. Wenn Werder in der Tabelle nicht einen Riesensprung nach oben macht, dann ist Gnabry nicht zu halten. So ein Spieler will international spielen.“

Doch das traut Vranjes Werder in den nächsten Jahren nicht wirklich zu. Schon der kurzfristig Ausblick ist nicht positiv. Der Kroate verweigert sogar den nächsten Doppeltipp. „Ich wünsche mir wirklich von Herzen, dass Werder in Augsburg und gegen Mönchengladbach etwas holt, vier Punkte wären super, aber...“ Vranjes macht eine Pause und seufzt: „Ich kann doch nicht gegen Werder tippen.“ Also gibt es diesmal keine Ergebnisse vom Experten. „Ihr hättet sie ja sowieso nicht genutzt“, merkt der Ex-Profi schnell noch an und verabschiedet sich mit einem lauten Lachen.

Zur Person: Jurica Vranjes (37) stand von 2005 bis 2011 bei Werder unter Vertrag und absolvierte 90 Bundesliga-Spiele für die Bremer. Dazu kam er zwölf Mal in der Champions League zum Einsatz. 2009 gewann der Mittelfeldspieler mit Werder den DFB-Pokal. Der ehemalige kroatische Nationalspieler (26 Einsätze) lief nach seiner Bremer Zeit noch für Aris Saloniki und HNK Rijeka (Kroatien) auf. Vor vier Jahren beendete Vranjes seine Karriere und arbeitet inzwischen als Spielerberater.
kni

Quelle: kreiszeitung.de

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