Schulz und Co. stellen sich dem Anhang

Fan-Frust in Hannover

Hannover - Einen kleinen Moment wirkte die Situation brenzlig: Rund 100 frustrierte 96-Fans blockierten nach der 1:2-Niederlage gegen Werder eine Ausfahrt und hinderten Spieler und Zuschauer daran, die HDI-Arena zu verlassen.

Doch der Anhang machte den Weg schnell frei, weil sich die 96-Profis Leon Andreasen, Lars Stindl, Jan Schlaudraff, Edgar Prib, Christian Schulz und Andre Hoffmann den Fragen der Fans stellten. Es entwickelte sich eine friedliche Diskussion, die sogar mit Applaus für die Spieler endete. Doch die Lage bleibt angespannt, denn die Angst vor dem Abstieg geht um. Nur fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz. „Wir haben die große Chance liegen gelassen, uns abzusetzen. Das wird in den nächsten Wochen nicht einfacher, denn es wird nicht immer so sein, dass die anderen Teams nicht punkten“, sagte Trainer Tayfun Korkut. Wohl wissend, dass es nächsten Sonntag richtig heiß wird: Dann geht es zum Derby nach Braunschweig. · kni

Die Noten vom Werder-Spiel

Werder Bremen gegen Hannover 96: Die Noten

Raphael Wolf: Bei Husztis Freistoßtor sieht der Keeper unglücklich aus, weil die Kugel direkt neben ihm einschlägt. Aber: Der Ball kam auch durch die poröse Mauer. Stark gegen Andreasen (77.) – und der Sieg-Retter beim Schulz-Kopfball in der Nachspielzeit. Note 3 © nph
Clemens Fritz: Toller Schlenzer, den Zieler gerade noch entschärfte (13.). Ansonsten sehr defensiv eingestellt. Sein Ausrutscher bescherte Andreasen eine Riesenchance (77.); insgesamt ganz ordentlich. Note 3 © nph
Sebastian Prödl: Einfach überragend, dieser Österreicher! Der Herrscher in beiden Strafräumen. Hinten köpfte er alles weg – und vorne das Siegtor. Note 1 © nordphoto
Luca Caldirola: Kehrte nach langer Zeit von der Außen- in die Innenverteidigung zurück. Längst nicht so präsent wie Prödl, aber konsequent und mit Köpfchen Vorbereiter des 2:1. Note 3 © nph
Santiago Garcia: Gerade erst zurück im Mannschaftstraining nach seiner Knieverletzung – und dann so ein fulminanter Auftritt. Der Linksverteidiger hatte die meisten Ballkontakte (92), führte die meisten Zweikämpfe (23) und marschierte seine Seite rauf und runter. Note 2 © nph
Philipp Bargfrede: Nach seiner Gelbsperre zurück im Team – und als alleiniger Sechser vornehmlich Abräumer und weniger Spielmacher vor der Abwehr. Unglückliches Foulspiel vor dem 96-Freistoßtor. Aber auch starke Balleroberung vor dem 1:1. Note 3 © nph
Zlatko Junuzovic: Lange sah es so aus wie immer: sehr aktiv, aber nicht effektiv. Doch dann leitete der Österreicher den Ausgleich ein, verpasste anschließend zweimal nur knapp das 2:1 – und am Ende brachte seine Ecke den Sieg. Note 2,5 © nph
Cedric Makiadi (bis 90.): Zurück in der Startelf, weil er als Einwechselspieler gegen Wolfsburg überzeugt hatte. Mit mehr Selbstbewusstsein und einigen ganz guten Aktionen im linken Mittelfeld, aber auch mit alten Problemen: Er gewann nur jeden dritten Zweikampf. Humpelte mit Oberschenkelproblemen vom Platz. Note 3,5 © nph
Aaron Hunt (bis 84.): Erstes Spiel nach der Bekanntgabe seines Abschieds im Sommer – und eines steht fest: Der Spielmacher gibt weiter Vollgas. Aber er tat sich gestern auch schwer, blieb immer mal wieder hängen. Immerhin bereitete er den Ausgleich mit seinem Pass zu Vorlagengeber Elia vor. Note 3 © nph
Eljero Elia (bis 79.): Überraschend für Obraniak in der Startelf. Sehr aktiv, aber auch sehr oft im Abseits – gleich fünfmal (!) in der ersten Halbzeit. Nach 17 Minuten muss er das 1:0 machen oder für Di Santo vorbereiten. In der 58. Minute ist das vergessen: Mit feinem Fuß bedient der Holländer den Argentinier – und Werder ist wieder im Spiel. Note 3 © nph
ranco Di Santo: Ist er doch ein Vollblutstürmer? Jedenfalls spielte er so. Lange unauffällig – und dann eiskalter Knipser zum 1:1. Beinahe hätte der Argentinier mit dem Kopf noch das 2:1 nachgelegt. Note 3 © nph
Nils Petersen (ab 79.): Stammplatz verloren, aber als Joker das Spiel zumindest mitgewonnen. Note - © nph
Assani Lukimya (ab 90.): Garcias Genesung kostet ihn den Platz in der Innenverteidigung, den nun Caldirola wieder einnimmt. Immerhin durfte Lukimya noch kurz den Dreier mitverteidigen. Note - © nph
Theodor Gebre Selassie (ab 84.): Kam für Hunt, um die Defensive zu stärken und das Unentschieden zu sichern – und er ging als Sieger vom Platz. Note - © nph

Quelle: kreiszeitung.de

Rubriklistenbild: © nordphoto

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