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Abgang: Torhüter Felix Wiedwald hat sich dazu entschieden, Werder Bremen im Sommer zu verlassen.

Club über Wechselwunsch informiert

Felix Wiedwald will Werder verlassen

Bremen - Felix Wiedwald hat genug – genug von der Rolle als Torhüter im Wartestand. Schon seit Wochen sieht sich der 27-Jährige mit an, wie Werder nach einem Nachfolger für ihn sucht, nach einem Mann, der künftig Stammkeeper werden soll.

Noch hat der Verein seinen Wunschkandidaten Jiri Pavlenka zwar nicht verpflichtet, der Transfer steht nun aber unmittelbar bevor. Wiedwald ist bereits jetzt in die Offensive gegangen und hat Werder nach Informationen der DeichStube mitgeteilt, dass er Bremen im Sommer verlassen möchte. Die Gespräche mit Wiedwalds neuem Club sind bereits voll im Gange – dabei ist der Schlussmann zunächst aber noch darauf angewiesen, dass ihm Werder keine Steine in den Weg legt.

Das könnten die Bremer tun, indem sie für Wiedwald eine derart hohe Ablösesumme verlangen, die dessen potenziell neuer Verein nicht bezahlen kann oder will. Wiedwalds Seite drängt deshalb darauf, dass Werder seinen ausgemusterten Keeper zu einem fairen Preis gehen lässt. Bis 2018 steht der Torhüter noch in Bremen unter Vertrag, nach 20 Pflichtspieleinsätzen in der abgelaufenen Saison hatte sich sein Kontrakt automatisch um ein weiteres Jahr verlängert.

Nouri kein großer Fan von Wiedwald

Ernsthaft geplant haben die Bremer mit Wiedwald aber trotzdem nicht. Der 1,90-Meter-Mann, aufgewachsen in Achim vor den Toren Bremens, hatte mehrfach betont, dass er gerne bei seinem Herzensverein bleiben würde – allerdings nur mit einer längerfristigen Perspektive und nur, wenn der Club ihm den Posten des Stammtorhüters weiterhin anvertraut.

Trainer Alexander Nouri gilt nun aber nicht gerade als Fan Wiedwalds. Zwar hat der Torhüter in der Rückrunde der abgelaufenen Saison mit starken Leistungen großen Anteil an Werders Serie von elf Spielen ohne Niederlage gehabt – im Verein trauen sie ihm diese Auftritte aber nicht konstant über eine komplette Saison hinweg zu, weil sich Wiedwald eben auch regelmäßig schwächere Phasen mit einigen Wacklern geleistet hatte. Der 27-Jährige weiß, was die Entscheidungsträger im Club von ihm denken, lässt deshalb schon länger den Markt sondieren – und hat sich nun gegen Werder entschieden.

Drei Millionen für Pavlenka geboten

Er will ins Ausland wechseln. Im Rennen sind nur noch der französische Erstligist FC Nantes sowie ein ambitionierter Verein aus der zweiten englischen Liga. Ein Wechsel nach Griechenland, zum angeblich ebenfalls an ihm interessierten Erstligisten Paok Saloniki, ist für Wiedwald hingegen nie ein Thema gewesen.

In den Freigabe-Gesprächen zwischen Werder und der Seite des Torhüters soll es in den nächsten zwei, drei Tagen eine Entscheidung geben. Werder würde zuvor gerne den Pavlenka-Deal endgültig eintüten, worauf Wiedwald aber nicht mehr warten will. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung bieten die Bremer inzwischen eine Ablösesumme von drei Millionen Euro für den 25-jährigen Nationaltorwart Tschechiens. Generell stehe der Transfer kurz vor dem Abschluss.

Update (27.06.2017): Der Wechsel von Jiri Pavlenka zum SV Werder ist fix.

Felix Wiedwald - seine Karriere in Bildern

Felix Wiedwald
Felix Wiedwald ist ein echtes Werder-Eigengewächs. Das in Thedinghausen geboren und in Achim aufgewachsene Torwart-Talent kam im Alter von neun Jahren zum SVW, durchlief dort die Jugend-Teams, spielte auch in der A-Junioren-Bundesliga (Foto). © imago
Felix Wiedwald
Wiedwald nahm auch als Nachwuchsspieler gelegentlich am Profi-Training teil und fuhr mit ins Trainingslager. © nordphoto
Felix Wiedwald
Im Februar 2010 erhielt Wiedwald seinen ersten Profivertrag bei Werder, konnte sich aber noch nicht durchsetzen. © nordphoto
Felix Wiedwald
2011 zog Wiedwald weiter: Beim MSV Duisburg war er zunächst zweiter Torwart hinter Florian Fromlowitz, verdrängte ihn aber im Laufe der Saison und wurde erstmals Stammkeeper einer Profimannschaft. © nordphoto
GER, 2.FBL, 1. FC Union Berlin, MSV Duisburg
Als Duisburg 2013 keine Lizenz für die Zweite Liga bekam und in die Dritte Liga zwangsabsteigen musste, verließ Wiedwald den Verein und schloss sich Bundesligist Eintracht Frankfurt an. © nordphoto
Felix Wiedwald
Wiedwald war die Nummer zwei hinter Kevin Trapp - bis sich Trapp im September 2014 einen Syndesmose-Riss zuzog. © nordphoto
Felix Wiedwald
Wiedwald machte seine Sache als Ersatzmann gut, musste nach Trapps Genesung aber wieder Platz machen. Immerhin hatte er die Aufmerksamkeit anderer Clubs auf sich gezogen... © nordphoto
Felix Wiedwald
... in erster Linie von Werder. Wiedwald kehrte 2015/2016 zu seinem Herzensverein zurück. In seiner ersten vollen Saison als Nummer eins kassierte Wiedwald allerdings satte 65 Gegentore. © nordphoto
Felix Wiedwald
Wiedwald ging auch als Stammtorwart in die Saison 2016/2017. Nach schwachem Saisonstart der Mannschaft degradierte ihn Trainer Viktor Skripnik. © nordphoto
Felix Wiedwald
Skripnik setzte auf Jaroslav Drobny. Nur wegen einer Handverletzung des Oldies rutschte Wiedwald nochmal ins Tor... © nordphoto
Felix Wiedwald
... doch als Drobnys Verletzung auskuriert war, musste Wiedwald auch unter dem neuen Coach Alexander Nouri wieder auf die Bank. Wiedwalds Tage in Bremen scheinen damit gezählt. Oder bekommt er nochmal seine Chance? © nordphoto
Felix Wiedwald
Ja, er bekam sie und nutzte die Chance eindrucksvoll. Als Drobny wegen einer roten Karte und einer anschließenden Schulterverletzung einige Spiele ausfiel, zeigte Wiedwald starke Leistungen. © nordphoto
Felix Wiedwald
Vor der Saison 2017/18 verließ der Keeper die Bremer jedoch - und wechselte zum englischen Zweitligisten Leeds United, wo er einen Drei-Jahres-Vertrag erhalten hat. © nordphoto

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