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Werder-Angreifer Fin Bartels beschwert sich bei Schiedsrichter Günter Perl.

Ärger nach 3:4-Niederlage

Bartels hadert mit Schiedrichter Perl

Dortmund - Hätte, Wenn und Aber - das ist nach Niederlagen oft müßig. Aber über eine Schiedsrichter-Entscheidung musste sich Werder-Angreifer Fin Bartels nach der Pleite gegen Dortmund aufregen. Eine Szene hätte das Spiel auf den Kopf stellen können.

Was wäre wohl gewesen, wenn Schiedsrichter Günter Perl die Szene in der 69. Minute anders bewertet hätte? Was, wenn er auf Foul an Fin Bartels entschieden hätte? Was, wenn er Sokratis dafür Gelb-Rot gezeigt hätte? Perl hätte all dies tun können, ja, sogar müssen. Denn wie Sokratis, der Ex-Bremer in der Dortmunder Abwehr, gegen Bartels den Arm ausfuhr, hatte nichts mit einer normalen Bewegung zu tun. Es war ein Foul, ein absichtliches noch dazu. „Meiner Meinung nach laufe ich allein aufs Tor zu, und er macht so“, schilderte Bartels die Szene und streckte zur Veranschaulichung den Arm aus.

Dass er über die zunichte gemachte Chance und die verpasste Entscheidung pro Werder reden musste, während um ihn herum die Dortmunder feierten, schmeckte dem Bremer überhaupt nicht. „Jetzt sind hier alle glücklich, und es spricht hinterher sowieso niemand mehr drüber. Aber ich laufe alleine aufs Tor zu, dann steht es 4:2“, schimpfte Bartels und gab damit seine Antwort auf die nächste Was-wäre-wenn-Frage. Was, wenn Sokratis nicht gefoult hätte? Hätte Werder dann gewonnen und wäre jetzt Siebter? Bartels meint ja.

Einzelkritik: Kruse genial, Garcia patzt doppelt

Felix Wiedwald: Es war zunächst ein undankbarer Nachmittag für den Torhüter, er hatte kaum Gelegenheit, sich auszuzeichnen. An den Gegentreffern war er machtlos. In Hälfte zwei dann mit starken Paraden wie gegen einen Pulisic-Kopfball (70.) und -Schuss (77.). Note 2
Felix Wiedwald: Es war zunächst ein undankbarer Nachmittag für den Torhüter, er hatte kaum Gelegenheit, sich auszuzeichnen. An den Gegentreffern war er machtlos. In Hälfte zwei dann mit starken Paraden wie gegen einen Pulisic-Kopfball (70.) und -Schuss (77.). Note 2 © nordphoto
Milos Veljkovic: Dass Dortmund vor allem über den linken Flügel immer wieder für Gefahr sorgte, lag auch an der schwachen Leistung des 21-Jährigen. Oftmals waren Reus und Guerreiro schlicht zu schnell für ihn. Note 4
Milos Veljkovic: Dass Dortmund vor allem über den linken Flügel immer wieder für Gefahr sorgte, lag auch an der schwachen Leistung des 21-Jährigen. Oftmals waren Reus und Guerreiro schlicht zu schnell für ihn. Note 4 © nordphoto
Niklas Moisander: Der Finne hatte vor der Pause großes Glück, dass es keinen Elfmeter für den BVB gab, als er Aubameyang im Strafraum eindeutig umgerissen hatte (23.). Ansonsten ohne größere Fehler. Note 3,5
Niklas Moisander: Der Finne hatte vor der Pause großes Glück, dass es keinen Elfmeter für den BVB gab, als er Aubameyang im Strafraum eindeutig umgerissen hatte (23.). Ansonsten ohne größere Fehler. Note 3,5 © nordphoto
Lamine Sane (bis 86.): War im Zentrum der Dreierkette um Ordnung bemüht, konnte die überfallartigen Angriffe des Gegners aber auch nicht stoppen. Verlor Aubameyang vor dem 1:2 aus den Augen (42.). In der Luft wie gewohnt so machches Mal Sieger. Note 3,5
Lamine Sane (bis 86.): War im Zentrum der Dreierkette um Ordnung bemüht, konnte die überfallartigen Angriffe des Gegners aber auch nicht stoppen. Verlor Aubameyang vor dem 1:2 aus den Augen (42.). In der Luft wie gewohnt so machches Mal Sieger. Note 3,5 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie (bis 45.): Auch er lief auf Werders rechter Abwehrseite oft nur hinterher. Zudem fehlte seinen Flanken die nötige Präzision. Gewann allerdings 77 Prozent seiner Zweikämpfe. Note 4
Theodor Gebre Selassie (bis 45.): Auch er lief auf Werders rechter Abwehrseite oft nur hinterher. Zudem fehlte seinen Flanken die nötige Präzision. Gewann allerdings 77 Prozent seiner Zweikämpfe. Note 4 © nordphoto
Ulisses Garcia: Der neue Mann in der Startelf erwischte einen Traumstart ins Spiel und war am 1:0 beteiligt (6.). Später hob er allerdings vor dem 1:1 das Abseits auf (32.) und sah auch beim 1:2 nicht gut aus. Note 4
Ulisses Garcia: Der neue Mann in der Startelf erwischte einen Traumstart ins Spiel und war am 1:0 beteiligt (6.). Später hob er allerdings vor dem 1:1 das Abseits auf (32.) und sah auch beim 1:2 nicht gut aus. Note 4 © nordphoto
Thomas Delaney: Der Däne suchte auch in Dortmund weiter nach seinem Rhythmus – fand ihn zwar nicht ganz, kam ihm aber näher. Auf der Sechserposition über weite Strecken nicht in der Lage, Struktur und Ruhe ins Spiel zu bringen. Kämpfte jedoch verbissen. Note 4
Thomas Delaney: Der Däne suchte auch in Dortmund weiter nach seinem Rhythmus – fand ihn zwar nicht ganz, kam ihm aber näher. Auf der Sechserposition über weite Strecken nicht in der Lage, Struktur und Ruhe ins Spiel zu bringen. Kämpfte jedoch verbissen. Note 4 © nordphoto (Archivbild)
Florian Grillitsch (bis 72.): Zeigte zu Beginn einige schöne Bewegungen, mit denen er für Raumgewinne sorgte. Hätte das 2:0 machen können (25.). Alles in allem war es ein guter letzter Auftritt des Österreichers im Werder-Trikot. Note 3
Florian Grillitsch (bis 72.): Zeigte zu Beginn einige schöne Bewegungen, mit denen er für Raumgewinne sorgte. Hätte das 2:0 machen können (25.). Alles in allem war es ein guter letzter Auftritt des Österreichers im Werder-Trikot. Note 3 © nordphoto (Archivbild)
Zlatko Junuzovic: Setzte vor dem 1:0 entschlossen nach und wurde dafür mit dem Treffer belohnt. Hätte später das 2:1 machen können, scheiterte aber an BVB-Keeper Bürki (33.). Genial dann der Pass auf Kruse vor dem 3:2 (68.). Note 2,5
Zlatko Junuzovic: Setzte vor dem 1:0 entschlossen nach und wurde dafür mit dem Treffer belohnt. Hätte später das 2:1 machen können, scheiterte aber an BVB-Keeper Bürki (33.). Genial dann der Pass auf Kruse vor dem 3:2 (68.). Note 2,5 © nordphoto
Fin Bartels: Machte auf der rechten Bremer Angriffsseite mächtig Dampf. Schön seine Hereingabe vor dem 1:0. Ansonsten gewohnt trickreich und immer für eine ungewöhnliche Lösung gut. Erzielte das 2:2 trocken und humorlos. Rückte nach der Pause ins Mittelfeld zurück. Note 2
Fin Bartels: Machte auf der rechten Bremer Angriffsseite mächtig Dampf. Schön seine Hereingabe vor dem 1:0. Ansonsten gewohnt trickreich und immer für eine ungewöhnliche Lösung gut. Erzielte das 2:2 trocken und humorlos. Rückte nach der Pause ins Mittelfeld zurück. Note 2 © nordphoto
Max Kruse: Ließ sich wieder weit ins Mittelfeld zurückfallen, um sich die Bälle dort abzuholen. Suchte immer den überraschenden Pass, was mal gelang – mal allerdings auch nicht. Traumhaft war sein Zuspiel vor dem 2:2 (46.), noch traumhafter sein Treffer zum 3:2. Note 2
Max Kruse: Ließ sich wieder weit ins Mittelfeld zurückfallen, um sich die Bälle dort abzuholen. Suchte immer den überraschenden Pass, was mal gelang – mal allerdings auch nicht. Traumhaft war sein Zuspiel vor dem 2:2 (46.), noch traumhafter sein Treffer zum 3:2. Note 2 © nordphoto
Gnabry (ab 46.): Agierte als zweite Spitze neben Kruse, den er bei einem Konter schön freispielte (52.). Seine auffälligste Szene dann aber in der Defensive: Verursachte Dortmunds Elfmeter an Reus (74.). Note 4,5
Serge Gnabry (ab 46.): Agierte als zweite Spitze neben Kruse, den er bei einem Konter schön freispielte (52.). Seine auffälligste Szene dann aber in der Defensive: Verursachte Dortmunds Elfmeter an Reus (74.). Note 4,5 © nordphoto
Bargfrede (ab 72.): Verursachte den zweiten BVB-Elfmeter (88.). Note -
Philipp Bargfrede (ab 72.): Verursachte den zweiten BVB-Elfmeter (88.). Note - © nordphoto (Archivbild)
Maximilian Eggestein (ab 86.): Kam in der Schlussphase als etwas offensivere Alternative für Sane. Note -
Maximilian Eggestein (ab 86.): Kam in der Schlussphase als etwas offensivere Alternative für Sane. Note - © nordphoto (Archivbild)

Doch das alles bleibt im Bereich der Mutmaßung und Spekulation. Perl hatte kein Foul gesehen. Anders, als in zwei weiteren Szenen vor dem Bremer Tor. Dass der erste Elfmeter für Dortmund einer war, blieb unstrittig. Serge Gnabrys Foul an Marco Reus war glasklar – auch wenn der Hauptbeteiligte es ein bisschen anders sah. „Es eine ekelhafte Szene. Ich komme ein bisschen zu spät, berühre ihn leicht, und er macht halt das meiste aus dem Kontakt“, meinte Gnabry.

Reus war allerdings weit von einer Schauspieleinlage entfernt. Bei Christian Pulisic konnte man sich da nicht so sicher sein. Im Zweikampf mit Philipp Bargfrede fiel er allzu leicht, und Werder-Keeper Felix Wiedwald war sich Augenzeuge „nicht so sicher“, dass auch das ein Strafstoß war. Letztlich waren die Elfmeter, die Dortmund vom 2:3 zum 4:3 verhalfen. Besonders bitter sei das gewesen, meinte Wiedwald: „Wir führen zweimal und müssen das Spiel abgeben, weil zwei Elfmeter gegen uns gepfiffen werden.“

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