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Fin Bartels haderte nach dem Spiel mit seinen vergebenen Chancen im Spiel gegen RB Leipzig.

Nach 0:2-Niederlage gegen RB Leipzig

Bartels selbstkritisch: „Den muss ich besser platzieren“

Leipzig - Es war eine große Chance zum 1:1, Fin Bartels ließ sie in der 75. Minute allerdings liegen.

Im Strafraum kam der Bremer Angreifer während des Auswärtsspiels bei RB Leipzig frei zu Schuss, traf den Ball auch mit voller Wucht, jedoch geriet sein Abschluss nicht genau genug, sodass Leipzigs Keeper Peter Gulacsi letztlich leichtes Spiel hatte. Es war eine Szene, die nach Werders 0:2-Niederlage als Sinnbild für die schwache Bremer Chancenverwertung taugte.

„Den muss ich einfach besser platzieren, dann hat der Torwart wenig Chancen“, sagte Bartels. „Wenn wir in dieser Phase, in der wir wirklich gut drauf waren, das 1:1 machen, dann schwimmt selbst eine Mannschaft wie Leipzig, die heute genug Probleme gegen uns hatte.“ Eine ziemlich zutreffende Einschätzung der Partie, denn am Ende war es wirklich vor allem die mangelnde Effektivität vor dem Tor, die die Gäste um den verdienten Lohn brachte.

Bartels: „Schwerer, den Kopf wieder hoch zu nehmen“

Gut gespielt, nichts geholt - viele Bremer Profis waren nach dem Schlusspfiff bemüht, die positiven Aspekte der Partie in den Mittelpunkt ihres Fazits zu stellen. Bartels ging da einen anderen Weg. „Das ganze Lob bringt uns nichts, wir brauchen Punkte“, betonte der 30-Jährige, der einen kleinen Einblick gestattete, wie schwer es für einen Fußballer ist, nach Niederlagen wie in Leipzig den Blick wieder nach vorne zu richten. „Es ist jetzt umso schwerer für uns, den Kopf wieder hoch zu nehmen und zu sagen: Das war kein schlechtes Spiel.“ Die Mannschaft müsse das aber hinkriegen.

„Wir werden das Spiel analysieren, alle positiven und negativen Dinge ansprechen und dann wird man sehen, dass durchaus viele positive Aspekte da waren“, sagte Bartels, der mit einem Auge schon auf das Stuttgart-Spiel am kommenden Samstag blickte: „Es kommt das nächste wichtige Spiel, in dem nur drei Punkte zählen.“

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Einzelkritik: Bartels ohne Glück, Pavlenka ohne Chance

Jiri Pavlenka
Jiri Pavlenka: Saisonbilanz vor dem Anpfiff: 80,3 Prozent gehaltene Schüsse – bester Wert der Liga. Aber als Naby Keita 20 Meter vor dem Tor zum Abschluss kam und den Ball via Innenpfosten ins Netz schickte, war Werder-Schlussmann Pavlenka absolut chancenlos. Ebenso beim 0:2. Bei Schüssen von Demme, Kampl und Bernardo aber auf dem Posten. Note 3  © nordphoto
Milos Veljkovic
Milos Veljkovic: Behauptete sich gut gegen die starke Leipziger Offensive, gewann einige wichtige Zweikämpfe. Note 3  © nordphot o
Lamine Sane
Lamine Sane (bis 79.): In den zuvor zwei Spielen unter seiner Regie hatte Coach Kohfeldt auf den Innenverteidiger und Stammspieler verzichtet. Jetzt spülte die Rückkehr zur Dreier- beziehungsweise Fünferkette Sane wieder in die Startelf und ins Abwehrzentrum. Dem Senegalesen unterliefen zunächst ein paar ungenaue Abspiele. Schlussendlich war es eine ordentliche Vorstellung. Auffällig allerdings: Sane bestritt nur vier Zweikämpfe – deutlich weniger als seine Nebenleute Moisander (8) und Veljkovic (9). Note 3  © imago
Niklas Moisander
Niklas Moisander: Nach dem 4:0 gegen Hannover hatte er sich noch verliebt in die Viererkette gezeigt („Das funktioniert besser“), nun war es doch wieder eine andere Abwehrformation, in der er für Sicherheit sorgen sollte. Moisander, in Vertretung von Junuzovic als Kapitän aufgelaufen, hatte ordentlich zu tun, erst in der Schlussphase schlichen sich Fehler ein, als er sich austricksen ließ. Note 3  © nordphoto
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: Spielte den Rechtsverteidiger mit der Lizenz zu gefährlichen Vorstößen. Aber Gebre Selassie war keine Bereicherung für das Bremer Spiel, trat kaum in Erscheinung. Note 4  © nordphoto
Ludwig Augustinsson
Ludwig Augustinsson: Linker Läufer, optional Außenverteidiger – diese Mischrolle mag der Schwede nicht so gerne. Ähnlich spielte er dann auch. Nichts Halbes und nichts Ganzes. Seine Eckbälle und Flanken, von denen es einige gab, erreichten die Mitspieler nicht. Lediglich eine Freistoßhereingabe beschwor Gefahr herauf – durch ein Beinahe-Eigentor von Leipzigs starkem Innenverteidiger Upamecano. Note 3,5 © nordphoto
Philipp Bargfrede
Philipp Bargfrede (bis 66.): Ihm muss eine Portion Mitschuld am 0:1 zugewiesen werden. Der Routinier verlor an der Mittellinie den Ball, ging selbigem aber nicht nach, sondern blieb stehen. Das ist nicht Bargfrede-like. Als Sechser ansonsten durchaus positiv auffällig. Aber der eine Fehler verdunkelt die Bilanz. Dass er nicht durchspielt, ist mittlerweile Gewohnheit. Note 3,5 © nordphoto
Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein: Wenn sich Werder defensiv formierte, spielte er oft auf einer Höhe mit Bargfrede und Delaney, Eggestein durfte sich aber auch nach vorne wagen und gab den ersten Bremer Torschuss ab – der blieb jedoch ungefährlich und landete am Außennetz (14.). Eggestein war mit 13,44 zurückgelegten Kilometern und 103 intensiven Läufen erneut der lauffreudigste Bremer. Note 3  © Gumz
Thomas Delaney
Thomas Delaney: Die kurze Fehlerkette vor dem 0:1 fing bei Bargfrede an und endete bei Delaney. Ein Stockfehler des Dänen geriet zur Vorlage für Leipzigs Torschützen Keita. Bitter für Delaney, der weite Wege ging und über den viel lief. Seinen Pass auf Kruse hätte der Torjäger an jedem anderen Tag wohl mit dem Ausgleich veredelt (49.). Ohne den einen Patzer hätte es nichts zu meckern gegeben. Note 3  © nordphoto
Fin Bartels
Fin Bartels: Mangelnden Mut oder gar Einsatz konnte man ihm nicht vorwerfen. Bartels war emsig, fleißig, probierte viel. Das verlangte die Position auch, denn er pendelte zwischen Mittelfeld und Angriff. Sein Fallrückzieher muss noch als artistische, aber glücklose Aktion eingestuft werden. Bei der zweiten dicken Chance hätte Bartels jedoch präziser abschließen müssen. So blieb viel Fleiß, aber kein Preis. Note 3,5  © nordphoto
Max Kruse
Max Kruse: Es war nicht der Kruse aus dem Hannover-Spiel. Der Leipzig-Kruse hatte wenige Aktionen – und wenn er doch in Erscheinung trat, versprang ihm der Ball (49.) oder er schloss schwach ab (72.). Das kann er deutlich besser. Note 4,5  © nordphoto
Florian Kainz
Florian Kainz (66.): Bemühte sich, aber die zündende Idee hatte auch er nicht. Note -  © Gumz
Ishak Belfodil
Ishak Belfodil (ab 79.): Auch er setzte keine Impulse mehr. Note - © nordphoto

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