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Claudio Pizarro wird wohl auch in den nächsten Werder-Spielen als Reservist eingeplant.

„Er könnte jetzt Winterpause machen“

Kohfeldt: Pizarro als Joker perfekt, für die Startelf fehlt die Luft

Bremen - Die Hansestadt befindet sich mal wieder im Pizarro-Hype. Dabei hat die Werder-Legende beim 1:1 gegen Hannover 96 nicht mal getroffen. Ein 30-Minuten-Einsatz mit einigen gefälligen Szenen und zwei, drei guten Chancen haben gereicht, um das alte Fieber neu zu entfachen.

Claudio Pizarro ist trotz seiner beinahe 40 Jahre wieder ein Hoffnungsträger bei Werder. Aber ein Kandidat für die Startelf ist er deshalb noch lange nicht. Das hat Trainer Florian Kohfeldt vor der Partie bei Eintracht Frankfurt (Samstag, 15.30 Uhr) ziemlich deutlich gemacht.

Zwei Gründe geben den Ausschlag, so Kohfeldt. Erstens: den speziellen Pizarro-Effekt kann er nur mit einer Einwechslung erzielen. „Als wir ihn gegen Hannover gebracht haben, ist bei uns etwas passiert, beim Gegner aber auch. Das ist ein Effekt, den ich nicht so leicht wegschenken möchte“, erklärt der Coach. Pizarro schaffe es durch bloße Anwesenheit, dass beim Gegner die Angst und gleichzeitig im eigenen Team der Mut wächst.

Pizarro in der Startelf „nicht sonderlich wahrscheinlich“

Ganz besonders aber eben nur, wenn das Spiel schon eine Geschichte hat und noch nicht entschieden ist. Pizarro dann bringen zu können, sei enorm wertvoll. „Und wenn ich ihn von Anfang an bringen würde, könnte ich ihn nicht mehr einwechseln. Das mag flapsig rüberkommen, ist aber gar nicht so unbegründet“, meint Kohfeldt.

Der andere Grund ist freilich Pizarros konditioneller Ist-Zustand. Der in die Jahre gekommene Torjäger sei zwar „auf einem sehr guten Level“, aber dass er tatsächlich 90 Minuten spielen kann, „sehe ich im Moment nicht“, sagt der Trainer. 60 Minuten sind aber drin, „die traue ich ihm auf jeden Fall zu“, so Kohfeldt, der einräumt: „Das würde einen Startelf-Einsatz rechtfertigen.“ Aber – und damit ist der Coach wieder bei Grund Nummer eins: „Ich möchte mir die Möglichkeit, Claudio in der Mitte oder gegen Ende des Spiels zu bringen, immer offen halten. Das heißt im Klartext: Ich schließe die Startelf nicht aus, halte es aber nicht für sonderlich wahrscheinlich.“

Pizarro hat Spielzeitensoll eigentlich schon überschritten

Dass nach dem ersten Spieltag überhaupt ernsthaft diskutiert wird, ob Oldie Pizarro einer für die erste Elf ist, kommt offenbar sowohl für den Trainer als auch für den Stürmer selbst überraschend. Denn im Vorfeld der Verpflichtung hatten die beiden die Szenarien besprochen, dass Pizarro zu vereinzelten Kurzeinsätzen kommen kann, aber auch mal auf der Tribüne sitzen könnte. Doch Startelf- und Stammspieler-Ambitionen wurden nicht wirklich thematisiert. Kohfeldt erklärt lachend: „Gemessen an den ersten Gesprächen, die wir miteinander hatten, hat Claudio sein Spielzeitensoll schon überschritten. Eigentlich könnte er jetzt Winterpause machen.“

Der Trainer weiß, dass er nun aufpassen muss, dass das Thema Pizarro nicht zu groß wird – vor allem bei den Fans. Doch was tun, wenn die Anhänger Pizarros Einsatz fordern? „Wenn 40.000 das machen, dann hört man da zumindest mal hin“, gibt Kohfeldt zu. Leiten lassen darf er sich davon aber nicht, sagt er: „Uns ist klar, dass die Fans teilweise so reagieren könnten, wenn der Optimalfall eintritt, wie er jetzt eingetreten ist, und Claudio sportlich wichtig ist. Ich hoffe aber, dass ich mich da nicht unter Druck setzen lasse, denn das wäre falsch. Ich muss – bei allem Respekt vor den Fans – die Entscheidungen zum Wohle der Mannschaft und nicht zum Wohle der Fans treffen. Das ist meistens zwar dasselbe, aber nicht immer.“

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