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Ex-Bremer Naldo findet, dass sein Landsmann Neymar nicht ständig gleich beim ersten Kontakt zu Boden gehen darf.

Gastkommentar des Ex-Werder-Stars

Naldo: Neymar muss von Messi lernen

Von Naldo. Glückwunsch, Deutschland! Da hat Toni Kroos bei meinen Freistößen gut hingeschaut. Kleiner Spaß. Das hat Toni wirklich klasse gemacht.

Ich habe sofort mitgejubelt, weil es auch so verdient war. Es ist einfach extrem schwer, gegen so defensive Mannschaften wie Schweden zu spielen, die dein Spiel nur zerstörten wollen. Das haben wir Brasilianer selbst gegen Costa Rica zu spüren bekommen. Da muss man viel Geduld haben. Zum Glück ist bei einer WM die Nachspielzeit so lang. Manchmal würde ich mir das auch in der Bundesliga wünschen.

Brasilien sucht bei der WM wie Deutschland noch nach der absoluten Topform. Immerhin war es beim 2:0-Sieg gegen Costa Rica schon wesentlich besser als beim 1:1 gegen die Schweiz. Aber Neymar ist einfach noch nicht bei 100 Prozent. Und dann macht er sich das Leben auch selbst schwer. Er darf einfach nicht gleich beim ersten Kontakt zu Boden gehen. Damit beraubt er sich selbst guter Möglichkeiten. So geht es nicht weiter! Neymar muss von Lionel Messi lernen! Der spielt in solchen Momenten einfach weiter, lässt sich nicht beeindrucken. Das ist für dich als Abwehrspieler viel schwieriger. Da verzweifelst du ein bisschen – und Messi erarbeitet sich und seiner Mannschaft so gute Chancen.

Naldo glaubt an Deutschland-Sieg gegen Südkorea

In Deutschland wurde berichtet, dass Neymar angeblich Stress mit Thiago Silva haben soll, weil dieser den Ball nach einer Verletzungspause aus Fair Play zu Costa Rica zurückgespielt hatte. Das ist völliger Unsinn. Sie sind gute Freunde. Wenn es da mal kurz Ärger auf dem Platz gibt, ist es danach sofort vergessen. Ich bin ja gerade im Urlaub in Brasilien und kann versichern: Hier ist das überhaupt kein Thema.

Hier wird mehr darüber gesprochen, dass Brasilien schon im Achtelfinale auf Deutschland treffen könnte. Das will wirklich keiner. Das wäre doch schon das Finale. Ich bin mir sicher, dass Brasilien gegen Serbien gewinnt, genauso wie Deutschland gegen Südkorea. Und dann schauen wir mal, was passiert. Da wir nach Deutschland spielen, könnten wir natürlich etwas taktieren, um dem Weltmeister aus dem Weg zu gehen. Aber ganz ehrlich: Das wäre viel zu gefährlich!

Zur Person: Naldos erste Station in Deutschland war Werder Bremen (2005 bis 2012). Es folgten der VfL Wolfsburg (2012 bis 2016) und der FC Schalke 04 (seit 2016). Für sein Heimatland Brasilien hat der Innenverteidiger (35) vier Partien absolviert. Mittlerweile besitzt Ronaldo Aparecido Rodrigues auch einen deutschen Pass. Von den Bundesliga-Kollegen kürzlich zum besten Feldspieler der Saison gewählt.

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