Werder trotz Steigerung 1:3 / Kinhöfer in der Kritik / Nerlingers fragwürdiger Auftritt

Die Gebeutelten

War auf Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (re.) überhaupt nicht gut zu sprechen: Werder-Kapitän Torsten Frings (li.).

Werder-Bremen - Von Arne Flügge · Kleine Präsente erhalten die Freundschaft, sagt der Volksmund. Christian Nerlinger hätte es sich besser verkniffen. Nach Spielschluss ging Münchens Sportdirektor mit vier Geschenk-Tüten des FC Bayern in die Schiedsrichterkabine, um Referee Thorsten Kinhöfer und seinen Assistenten eine Aufmerksamkeit des Rekordmeisters zu überreichen.

Werder-Boss Klaus Allofs kritisierte währenddessen nur zwei Meter entfernt die schlechte Leistung des Schiris und beklagte dabei vor allem den nicht gegebenen, klaren Handelfmeter in der 67. Minute.

Was Allofs zu Nerlingers Tüten-Aktion sagte und was er dem Schiedsrichter ins Beutelchen gesteckt hätte, das ist nicht druckreif und hätte für Allofs vermutlich auch ein Nachspiel vor dem DFB-Kontrollausschuss gehabt. So hielt Werder-Kapitän Torsten Frings nach der 1:3-Heimniederlage gegen die Bayern fest: „Es war die spielentscheidende Situation. Er hat uns die Chance genommen, in Führung zu gehen. Dann geht das Spiel ganz anders aus. Es war einfach nur grottenhaft, was der gepfiffen hat.“

Werder Bremen verliert mit 1:3 im Weserstadion

Werder Bremen verliert gegen FC Bayern mit 1:3

Werder Bremen verliert im Weserstadion mit 1:3 gegen den FC Bayern München. Die Bayern enttäuschten im traditionsreichen Nord-Süd-Duell über weite Strecken und feierten die drei Punkte vor 40500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion vor allem dank des Eigentores von Per Mertesacker (76.), der zuvor auch die Bremer Führung (47.) erzielt hatte.

Werder Bremen verliert im Weserstadion mit 1:3 gegen den FC Bayern München. Die Bayern enttäuschten im traditionsreichen Nord-Süd-Duell über weite Strecken und feierten die drei Punkte vor 40500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion vor allem dank des Eigentores von Per Mertesacker (76.), der zuvor auch die Bremer Führung (47.) erzielt hatte.

Werder Bremen verliert im Weserstadion mit 1:3 gegen den FC Bayern München. Die Bayern enttäuschten im traditionsreichen Nord-Süd-Duell über weite Strecken und feierten die drei Punkte vor 40500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion vor allem dank des Eigentores von Per Mertesacker (76.), der zuvor auch die Bremer Führung (47.) erzielt hatte.

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Werder Bremen verliert im Weserstadion mit 1:3 gegen den FC Bayern München. Die Bayern enttäuschten im traditionsreichen Nord-Süd-Duell über weite Strecken und feierten die drei Punkte vor 40500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion vor allem dank des Eigentores von Per Mertesacker (76.), der zuvor auch die Bremer Führung (47.) erzielt hatte.

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Werder Bremen verliert im Weserstadion mit 1:3 gegen den FC Bayern München. Die Bayern enttäuschten im traditionsreichen Nord-Süd-Duell über weite Strecken und feierten die drei Punkte vor 40500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion vor allem dank des Eigentores von Per Mertesacker (76.), der zuvor auch die Bremer Führung (47.) erzielt hatte.

Der Ärger über die Szene war auch gestern Morgen nach dem Training noch nicht verflogen. Allerdings wollte Allofs das „klare Handspiel“ jetzt nicht als Alibi für die zehnte Saisonniederlage heranziehen. „Wir sind nicht soweit, dass wir Spiele trotz solcher Entscheidungen gewinnen. Wir haben nach 60 wirklich guten Minuten wieder zu viele Fehler gemacht, waren vor den Gegentoren nicht konsequent genug“, kritisierte der Bremer Sportchef. Innerhalb von 21 Minuten hatten die Münchner die Bremer Führung von Per Mertesacker (47.) durch Tore von Arjen Robben (65.) und Miroslav Klose (86.) sowie einem bitteren Eigentor von Mertesacker (76.) gedreht – und Allofs konstatierte: „60 gute Minuten reichen nicht aus, wir müssen weiter zulegen, um endlich erfolgreich zu sein.“

Doch so langsam läuft Werder die Zeit davon. Die Angst vor dem Abstieg wird beim Tabellen-15. immer greifbarer. Doch in Hektik verfällt Allofs noch immer nicht. „Wir müssen vernünftig bleiben“, forderte der 54-Jährige, was vornehmlich auf die Verpflichtung von neuen Spielern gemünzt war. Der Transfer des zuletzt vereinslosen Verteidigers Samuel Firmino de Jesus soll heute noch in trockene Tücher gewickelt werden. Ob die Verpflichtung des 24-jährigen Brasilianers, zuletzt beim FC Sao Paolo unter Vertrag, in die Rubrik vernünftig fällt, sei einmal dahin gestellt. Zumindest birgt sie kein finanzielles Risiko.

Die Noten der Werder-Spieler

Die Noten: Werder Bremen - Bayern München

Werder Bremen verliert in einem anfangs spannenden Nord-Süd-Duell gegen den FC Bayern München mit 1:3 - hier die Noten der Werder-Spieler...

Tim Wiese: Superparade gegen Ottl (17.), Glanztat gegen Gomez (30.). Allerdings auch mit einem Fehler beim Herauslaufen, der Gomez fast das 1:0 ermöglicht hätte (36.). Schuldlos an den Gegentoren, dumm und unnötig dagegen sein übermotiviertes und viel zu hartes Einsteigen gegen Müller (88.), was ihm zu Recht die Rote Karte einbrachte. Damit erwies der 29-Jährige seiner Mannschaft einen Bärendienst. Note 4,5

Petri Pasanen: Der Finne verschleppte oft das Tempo, als es hätte schnell gehen müssen. Mit 57 Ballkontakten hatte er die meisten aller Bremer, doch Produktives sprang dabei nicht heraus. Ließ sich in der zweiten Halbzeit von Müller häufig düpieren. Note 4,5

Per Mertesacker: Der ärmste Kerl auf dem Platz. Klasseleistung in der Innenverteidigung, tolles Tor zum 1:0, das er abgebrüht im Stile eines Torjägers erzielte. Dann das bittere Eigentor (65.), für das er überhaupt nichts konnte, als Gomez ihn anschoss. Note 2,5

Sebastian Prödl: Nach seiner Gelbsperre gab der Österreicher der Innenverteidigung wieder Stabilität. Gutes Stellungs- und Kopfballspiel, klasse seine Rettungstat gegen Robben (16.). Hinderte allerdings Gomez vor dem 1:2 nicht energisch genug. Note 2,5

Mikael Silvestre: Bis zur 65. Minute machte der Linksverteidiger ein ganz starkes Spiel gegen Robben. Dann aber kam er beim 1:1 durch den Bayern-Star zu spät und verhinderte, wenn auch bedrängt, vor dem 1:2 den Pass von Müller auf Gomez nicht. Das trübte den guten Gesamteindruck immens. Note 4,5

Philipp Bargfrede: In der Defensive nicht nur mit einem enormen Laufpensum, sondern zudem ein starker Adjutant von Silvestre beim Bekämpfen von Robben. Trat in der Offensive dagegen kaum in Erscheinung. Note 3

Torsten Frings: Der Kapitän zeigte viel Einsatz, verlor vor dem 1:3 aber den entscheidenden Zweikampf gegen Müller, auch wenn dieser ziemlich robust eingestiegen war. Note 3,5

Clemens Fritz (bis 80.): Nach 42 Sekunden hätte der 30-Jährige das 1:0 erzielen müssen, scheiterte jedoch an Bayern-Keeper Kraft. Marko Marin hatte in der Mitte völlig freigestanden, ein Abspiel wäre sinnvoller gewesen. Der etatmäßige Rechtsverteidiger Fritz sorgte im ersten Durchgang für viel Druck, baute später aber mehr und mehr ab. Ließ Pranjic vor dem 1:1 ungehindert flanken. Note 4

Aaron Hunt (bis 89.): Als Spielgestalter im Zentrum des offensiven Dreier-Mittelfelds eine Enttäuschung. Viele Ballverluste, wenig Esprit. Note 5

Marko Marin (bis 67.): Der 21-Jährige dribbelte sich immer wieder fest und war zu keinem Zeitpunkt der Mann für die außergewöhnlichen Aktionen, die Werder an diesem Tag gebraucht hätte. Note 5

Claudio Pizarro: Allein auf weiter Flur im Bremer Angriff – dennoch ein ständiger Unruhe- und Gefahrenherd in der Bayern-Defensive. Der 32-Jährige spulte ein unglaubliches Laufpensum ab, half immer wieder hinten mit aus und scheute keinen Zweikampf. Allerdings ging vom Peruaner auch keine wirkliche Torgefahr aus. Note 2,5

Florian Trinks (ab 67.): Der 18-Jährige kam zu seinem Bundesliga-Debüt und hätte nur Sekunden nach seiner Einwechslung fast einen Elfmeter erzwungen. Doch der Pfiff blieb aus, obwohl Bayerns Luiz Gustavo die scharfe Hereingabe des Youngsters mit der Hand gespielt hatte. Note -

Sandro Wagner (ab 80.): Der Stürmer sollte Dampf machen, was ihm aber nicht gelang. Note -

Sebastian Mielitz (ab 89.): Rückte nach der Roten Karte für Tim Wiese in den Schlussminuten zwischen die Pfosten. Note -

Der Club hält weiterhin zum Trainer. Ebenso, wie Thomas Schaaf noch an seine Arbeit in Bremen glaubt. „Es gibt keine Anzeichen, dass er aufgibt“, meinte Allofs.

Auch am Tag danach saß der Frust noch tief. Die Werder Spieler beim Training am Sonntag.

Auch am Tag danach saß der Frust noch tief. Die Werder Spieler beim Training am Sonntag.

Auch am Tag danach saß der Frust noch tief. Die Werder Spieler beim Training am Sonntag.

Auch am Tag danach saß der Frust noch tief. Die Werder Spieler beim Training am Sonntag.

Ein solches angesichts der „bedrohlichen Situation“ (Allofs) einzugehen – dazu ist Werder aber nicht bereit. Dabei fehlt den Bremern an allen Ecken und Enden ein Spielmacher. Der Verkauf von Mesut Özil hat sportlich eine klaffende Wunde hinterlassen. „Wir haben nicht die Qualität im Spiel nach vorn“, räumte Allofs ein. Er sagte aber auch: „Gute, finanzierbare Spielmacher wachsen nicht auf den Bäumen.“

Heute Nacht um 0.00 Uhr schließt das Transferfenster. Und Stand gestern Mittag war, „dass wir nichts mehr machen werden“, sagte Allofs: „Ich sehe keine Lebensretter auf dem Markt, die noch vom Himmel fallen könnten. Es sei denn, Robben, Müller und Schweinsteiger sind im Paket zu haben.“ Werder muss im Abstiegskampf also der aktuellen Mannschaft vertrauen. Und der Club hält weiterhin zum Trainer. Ebenso, wie Thomas Schaaf noch an seine Arbeit in Bremen glaubt. „Es gibt keine Anzeichen, dass er aufgibt“, meinte Allofs.

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