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In Gartenstühlen auf dem Fußballplatz: Werder-Coach Florian Kohfeldt im Gespräch mit den Medienvertretern.

Harte Arbeit mit Methodenmix

Jeder lernt anders und Kohfeldt von Federer

Algorfa - So speziell war wohl noch keine Vorbereitung des SV Werder Bremen. Ein neuer Trainer versucht, in nur einer Woche der Mannschaft endgültig seine Spielidee zu vermitteln. Dieser Crashkurs sieht im spanischen Algorfa mitunter sehr anstrengend aus – speziell für die Profis.

Da stellt sich schon die Frage: Überfordert Florian Kohfeldt womöglich die Mannschaft? „Nein“, hält er dagegen: „Die Bereitschaft der Spieler ist absolut da, es ist alles besprochen.“ Und für die nächsten Wochen gibt Kohfeldt auch ein bisschen Entwarnung.

„So ein Training, wie wir es hier machen, kannst du nicht über die ganze Saison machen. Dann fragen die Spieler irgendwann: Sag mal, was ist mit dir?“, erzählt Kohfeldt und muss selbst lachen. Er hat enormen Spaß an diesen Tagen in Algorfa. Obwohl es jede Menge Arbeit für ihn bedeutet. Selbst der freie Nachmittag ist voll gepackt. „Eine Stunde Sonne“ wollte er sich dann aber doch gönnen. Ansonsten wird schon wieder das nächste Training inklusive Videoanalyse davor für die Spieler vorbereitet – vor allem mit seinen Co-Trainern Tim Borowski und Thomas Horsch sowie den Fitness-Experten Axel Dörrfuß und Günter Stoxreiter. Nun stößt auch noch Mentalcoach Prof. Andreas Marlovits zum Team. „Mit ihm werde ich mich natürlich austauschen“, verrät Kohfeldt.

So funktioniert Kohfeldts Methodenmix

Der neue Coach, der die Mannschaft Ende Oktober von Alexander Nouri übernommen hat, ist sehr kommunikativ. Auch gegenüber den Medien. Ausführlich und vor allem anschaulich erklärt er seine Ideen. Er möchte dabei nicht zu wissenschaftlich rüberkommen, also nutzt er Beispiele aus seinem Leben. „Ich bin jemand, der gut über Visuelles lernen kann. 

Beispiel Tennis: Wenn ich die Rückhand von Roger Federer sehe, kann ich die danach zwar selber nicht so gut spielen, aber ich habe eine Idee von der Bewegung“, erklärt Kohfeldt und wechselt die Sportart: „Bei mir hat einmal ein Skilehrer versucht, beim Fahren meine Technik zu verändern. Ging nicht, ich konnte eine Woche lang überhaupt kein Skifahren mehr.“ Seine Erkenntnis daraus: Er bietet einen „Methodenmix“ an, wie er es nennt. Es gibt Videos, Trockenübungen auf dem Feld, dann noch mehr Praxis mit vielen Korrekturen und schließlich das Spiel elf gegen elf. „Über die verschiedenen Wege erwischt du am Ende alle. Das ist die Hoffnung, das ist das Ziel“, sagt Kohfeldt.

Werder-Training am Donnerstag

Werder-Training am Donnerstag.
Werder-Training am Donnerstag. © Gumz
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Werder-Training am Donnerstag. © Gumz
Werder-Training am Donnerstag.
Werder-Training am Donnerstag. © Gumz
Werder-Training am Donnerstag.
Werder-Training am Donnerstag. © nordphoto
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Werder-Training am Donnerstag. © nordphoto
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Werder-Training am Donnerstag. © Gumz
Werder-Training am Donnerstag.
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Werder-Training am Donnerstag.
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Werder-Training am Donnerstag. © Gumz
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Werder-Training am Donnerstag. © Gumz
Werder-Training am Donnerstag.
Werder-Training am Donnerstag. © Gumz
Werder-Training am Donnerstag.
Werder-Training am Donnerstag. © Gumz

Natürlich fallen da auf dem Feld auch mal deutliche Worte. „Im Umgang geht es aber nie um die Person. Es ist ja immer verbunden mit einer Lösung“, betont Kohfeldt und versichert: „Deshalb muss ich mich auch nicht zurückhalten oder mich selber maßregeln. Ich bin kein Typ, der sich hinstellt und sagt: Du Leberwurst, was ist mit dir? Meine Aufgabe ist es doch, den Spieler besser zu machen. Ich profitiere doch auch davon, wenn wir gewinnen. Um einen Spieler zu beleidigen oder anzuschreien – da muss schon viel passieren.“

„Alles, was wir machen, ist Mittel zum Zweck“

War in Algorfa auch noch nicht nötig. Kohfeldt ist zufrieden – und zwar doppelt: Alle seien topfit aus dem kurzen Weihnachtsurlaub zurückgekehrt und würden voll mitziehen. Gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Rückrundenstart am 13. Januar gegen Hoffenheim. „Alles, was wir hier machen, ist nur Mittel zum Zweck“, hebt Kohfeldt hervor: „Am Samstagnachmittag sind es die Jungs, die die Entscheidungen treffen. Deshalb werde ich mich bei einem schlechten Spiel immer vor sie stellen und sagen: Es war meine Entscheidung, mein Fehler. Und bei guten Spielen werde ich immer die Mannschaft in den Vordergrund rücken. 

Denn das ist die Wahrheit. Die Jungs machen das!“ Aber Kohfeldt macht in Algorfa auf dem Platz auch so viel, „dass ich nicht mehr laufen gehen muss“. Der 35-Jährige lacht, einen kleinen Spaß baut er gerne mal ein – neben und auf dem Platz.

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