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Maximilian (l.) und Johannes Eggestein stehen im vorläufigen DFB-Kader für die U21-Europameisterschaft.

Bremer Brüder im vorläufigen U21-Kader des DFB

Die Eggesteins und die EM: Viel Vorfreude - auch auf ein Finale gegen Friedl

Bremen – Bremen, Barcelona, zurück nach Bremen und dann: Bella Italia! Es gibt gewiss schlechtere Reiserouten als die von Maximilian und Johannes Eggestein in diesen Tagen.

Die beiden Werder-Profis feiern gerade mit einigen Teamkollegen in Barcelona das Ende der Bundesliga-Saison, doch in wenigen Tagen wird es noch mal ernst für die Brüder. Eggestein und Eggestein stehen im vorläufigen DFB-Aufgebot für die U21-EM in Italien und San Marino (14. bis 30. Juni). Es wird ein Highlight in den noch jungen Karrieren und eine riesige Herausforderung, denn Deutschland geht als Titelverteidiger in das Turnier.

„Alleiniger Favorit sind wir deshalb aber nicht“, sagt Maximilian Eggestein im Gespräch mit der DeichStube. Erstmals ist er bei einem Event dieser Größenordnung dabei, erstmals durchläuft er das ganze Programm der gezielten Vorbereitung. Am 2. Juni geht es mit einem Trainingslager in Südtirol los – und Maxi Eggestein ist gespannt, „wie es so ist, beinahe einen Monat mit den Jungs aufeinander zu hocken. Ich habe noch nie so ein Turnier mitgemacht, weiß also gar nicht, was mich erwartet.“

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Eggesteins bei U21-EM: Es geht auch um Olympia

Was für ihn gilt, gilt natürlich auch für Johannes, den 17 Monate jüngeren Bruder. Während Maximilian bei Stefan Kuntz als „Unterschiedsspieler“ für den EM-Kader gesetzt ist, muss „Jojo“ noch ein wenig zittern, ob er nach den ersten Tagen der Vorbereitung am 6. Juni tatsächlich ins endgültige Aufgebot berufen wird. „Big brother“ Maxi drückt natürlich die Daumen: „Seine Chancen sind nicht schlecht. Für ihn wäre es aber auch keine Katastrophe, wenn er nicht dabei wäre. Er kann auch in zwei Jahren noch eine EM spielen.“ Maximilian nicht. Für ihn ist das Turnier der Abschied aus dem Nachwuchsalter, aus den deutschen U-Teams. Deshalb: Voller Einsatz für die EM!

Damit die Eggesteins am Ende wirklich einen knappen Monat mit allen anderen aufeinanderhocken dürfen, muss das deutsche Team erstmal die Gruppenphase überstehen. Nach dem Auftakt gegen Dänemark (17. Juni) sind Serbien (20. Juni) und Österreich (23. Juni) die deutschen Gegner. Die Sieger der drei Vorrundengruppen sowie der beste Gruppenzweite qualifizieren sich für das Halbfinale, was gleichbedeutend mit der Qualifikation für das Olympische Turnier 2020 in Tokio wäre. Maxi wäre dafür schon um 24 Tage zu alt, „Jojo“ wäre dagegen spielberechtigt.

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Mit dem Halbfinale wäre in Italien jedoch nur ein Etappenziel für die DFB-Auswahl erreicht. Tatsächlich geht es darum, den 2017 errungenen EM-Titel zu verteidigen. Maxi Eggestein: „Wir gehören sicher zum Favoritenkreis. Aber da sind auch noch Frankreich, Spanien. Außerdem gibt es bei U21-Turnieren nicht nur die großen Nationen, die es unter sich ausmachen. Es tun sich auch immer mal wieder ein, zwei Mannschaften hervor und überraschen.“ 

Ein gutes Beispiel dafür spielt mit den Eggesteins bei Werder: Ludwig Augustinsson war 2015 mit Schweden U21-Europameister geworden. „Von denen hat nie jemand geglaubt, dass sie es schaffen könnten“, meint Maximilian Eggestein und warnt deshalb auch vor den deutschen Gruppengegnern: „Auf dem Papier sind das nicht die ganz großen Namen, aber Dänemark hat zuletzt zweimal Frankreich geschlagen. Und Serbien ist auch nicht ohne.“

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U21-EM: Eggestein wünscht sich brisantes Gruppenfinale gegen Friedl und Österreich

Österreich sei zudem ein ganz spezieller Fall, ein Derby gewissermaßen wegen vieler Spieler aus der Bundesliga. Wie Marco Friedl, der Bremer und gute Kumpel von Maxi Eggestein, der ebenfalls gerade erst in das vorläufige EM-Aufgebot der österreichischen U21-Auswahl berufen worden ist. „Mit ihm hat es schon die eine oder andere Anfeindung gegeben“, lacht der DFB-Kicker und freut sich auf ein Gruppenfinale „mit viel Brisanz: Am besten wäre es, wir hätten beide sechs Punkte, um dann den Gruppensieger untereinander auszuspielen.“

Und was folgt für Maximilian Eggestein nach der EM? Eine Delle in der Karriere als Nationalspieler oder der direkte Anschluss im Team von Joachim Löw? Nach seiner Nominierungspremiere im März (ohne Einsatz gegen Serbien und die Niederlande) „hätte ich nichts dagegen, wenn ich häufiger nominiert würde. Ich weiß aber, dass ich mich weiter zeigen muss und nicht zwangsläufig wieder dabei bin, nur weil ich einmal eingeladen war“, sagt der Bremer.

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