Kyriakos Papadopoulos liegt am Boden, Kevin De Bruyne hätte freie Bahn Richtung Schalke-Tor. Doch dann kommt der Pfiff. ·
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Kyriakos Papadopoulos liegt am Boden, Kevin De Bruyne hätte freie Bahn Richtung Schalke-Tor. Doch dann kommt der Pfiff. ·

An zwei Pfiffen macht Werder die Niederlage bei Schalke 04 fest

„Kein Foul – und fertig“

Werder-Bremen - Nach dem Abpfiff ging es schnurstracks Richtung Florian Meyer. Klaus Allofs musste Dampf ablassen bei dem Unparteiischen, der seinen Anteil an einem für Werder Bremen letztlich misslungenen Nachmittag hatte.

Die 1:2-Niederlage bei Schalke 04 machte der Sportdirektor an zwei Punkten fest: den eigenen Fehlern und an denen von Schiedsrichter Meyer. „Er hat zweimal nicht glücklich für uns entschieden“, sagte Allofs, der mit seinen Emotionen in diesem Moment ganz das war, was er seit 13 Jahren ist: der Macher von Werder Bremen.

Werder Bremen unterliegt Schalke

Werder Bremen unterliegt Schalke 2:1

Die Wolfsburg-Diskussionen interessierten in diesen Augenblicken nicht. Allofs wollte und musste wissen, warum Meyer bei Kevin De Bruynes Einsatz gegen Kyriakos Papadopoulos (52.) sowie bei Marko Arnautovics Zweikampf mit Jermaine Jones (60.) jeweils auf Foul entschied, obwohl jeweils kein Vergehen erkennbar war. Der erste Pfiff verhinderte das mögliche 2:0 für Werder, der zweite bescherte Schalke einen Freistoß, in dessen Folge Roman Neustädter zum 1:1 traf. Allofs: „Ich sage nicht, dass der Schiedsrichter schuld ist an der Niederlage. Aber das waren die Knackpunkte, entscheidende Situationen. Kevin setzt sich einwandfrei durch, und Marko spielt kein Foul.“

Was Arnautovic auch so erlebt hatte. „Ich berühre ihn nicht, er hat sich fallen lassen“, beschwerte sich der Österreicher, der freilich vorher hätte klären können, statt sich auf ein Tänzchen mit Jones einzulassen. „Und deshalb ist es jetzt meine Schuld, dass wir verloren haben, oder was?“, fauchte er und würgte Nachfragen ab: „Es war kein Foul – und fertig.“

Arnautovic reichte den Schwarzen Peter einfach mal weiter. An Lukas Schmitz, der beim 1:1 Neustädter gewähren ließ. „Bei Standardsituation soll jeder seinen Mann haben – das war aber nicht so“, giftete der eine Verursacher gegen den anderen. Auch Allofs kritisierte: „Wir machen es über weite Strecken gut. Aber der Anspruch ist, über 90 Minuten die gestellten Aufgaben zu erfüllen. Das sind Dinge der Konzentration. So haben wir wieder mal einen Gegner geweckt.“ Einmal wach, legte Schalke in Person von Julian Draxler noch das zweite Tor nach – mit einem Konter nach Werder-Eckball (69.). Schalke hatte die Bremer Führung durch Aaron Hunt (16.) gedreht. „Zum Verrücktwerden“, stöhnte Allofs.

Die Noten der Spieler

Die Noten: Schalke - Werder Bremen

Sebastian Mielitz: Parierte nach 36 Sekunden mit einem Reflex gegen Huntelaar und profilierte sich auch bei einer Rettungstat gegen Draxler (83.). Dazwischen lagen zwei Gegentore, bei denen er chancenlos war und viel Torwart-Ein-maleins, das er sicher erledigte. Note 2,5 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie: Fast wäre ihm in der Nachspielzeit der Ausgleich gelungen. Fast wäre es auch seine bislang beste Leistung im Werder-Trikot geworden. Doch es muss diskutiert werden, ob der Rechtsverteidiger beim 1:2 nicht zu früh und zu weit nach innen gerückt war. Note 3 © nordphoto
Assani Lukimya: Bekam den Vorzug vor dem zuletzt angeschlagenen Sebastian Prödl – es schadete Werder nicht. Lukimya machte die Mitte dicht, war zweikampfstark und hatte Huntelaar gemeinsam mit Sokratis gut im Griff. Note 2,5 © nordphoto
Sokratis: Von seinen Grätschen bekommt Farfan möglicherweise Albträume. Konsequent fegte der Grieche dem Schalker die Bälle vom Fuß. Auch darüber hinaus agierte Innenverteidiger Sokratis überzeugend. Pech, dass er mit seinem Kopfball nur die Latte traf (30.). Note 2 © nordphoto
Lukas Schmitz (bis 90.): Farfan stellte den Bremer Linksverteidiger in der ersten Halbzeit vor manch unlösbares Problem. Aber Schmitz wuchs mit der Aufgabe. Doch dann das: Beim 1:1 war er Neustädter zugeteilt, ließ ihn aber entwischen und konnte ihn nicht am Kopfball hindern. Note 3,5 © nordphoto
Zlatko Junuzovic (bis 81.): Legte den Ball beim 1:0 perfekt in den Lauf von Aaron Hunt. Ging ansonsten voll in seiner Funktion als Arbeitsbiene auf. Note 3 Aaron Hunt: Dem Doppelpack gegen Mainz folgte der nächste Treffer – nun sind es schon sechs auf seinem Saisonkonto. Bestach mit seiner Präsenz, hielt die Fäden des Spiels meistens in der Hand. Allerdings: Eine gewisse Mitverantwortung an der Entstehung des 1:1 darf nicht verschwiegen werden. Note 2,5 © nordphoto
Aaron Hunt: Dem Doppelpack gegen Mainz folgte der nächste Treffer – nun sind es schon sechs auf seinem Saisonkonto. Bestach mit seiner Präsenz, hielt die Fäden des Spiels meistens in der Hand. © nordphoto
Allerdings: Eine gewisse Mitverantwortung an der Entstehung des 1:1 darf nicht verschwiegen werden. Note 2,5 © nordphoto
Kevin De Bruyne: Lauffreudig, technisch überragend, gutes Auge, noch besseres Füßchen – der Belgier zeigte viel. Nur die eine, entscheidende Aktion fehlte. Wobei: Er hatte auch Pech, großes Pech sogar. Sein kunstvoll gezirkelter Eckball touchierte die Latte, und bei der Großchance nach 52 Minuten wurde er zu Unrecht zurückgepfiffen. Note 2,5 © nordphoto
Nils Petersen: Arbeitete viel, hatte als Verteidiger im eigenen Strafraum jedoch bessere Szenen als als Angreifer im gegnerischen Sechzehner. Nur einmal feuerte er auf das Schalker Tor – drüber (18.). Dennoch: Stark als Teamplayer. Note 3 © nordphoto
Eljero Elia (bis 67.): Ein fast schon tragischer Fall. Elia gibt alles, Elia versucht alles, aber fast nichts funktioniert bei ihm. Zum achten Mal in Folge ausgewechselt. Note 4,5 © nordphoto
Joseph Akpala (ab 81.): Gab dem Spiel auch keine Wende mehr. Note © nordphoto
Marko Arnautovic: Der Gesamteindruck? Eigentlich gut. Arnautovic verteidigte leidenschaftlich, Arnautovic stürmte kraftvoll. Und doch: Als der Hang zur Lässigkeit mal wieder über ihn kam und er den Ball an Jones verlor, war das die Grundlage des Ausgleichs. Zudem hätte Arnautovic das 2:2 vorbereiten können, wenn seine Hereingabe auf Petersen nur präzise gewesen wäre (86.). Note 4 © nordphoto
Sebastian Prödl (ab 90.): Kam noch als letzte Hoffnung. Note - © nordphoto
Niclas Füllkrug (ab 67.): Prüfte Unnerstall aus spitzem Winkel, wusste ansonsten mit den Freiräumen auf der linken Seite wenig anzufangen. Note - © nordphoto

Der Bremer Aufschwung nach zuvor sieben Punkten aus drei Spielen ist damit vorerst gestoppt. „Jetzt müssen wir gegen Fortuna Düsseldorf einen neuen Anlauf nehmen“, forderte Allofs. Ob er dann, ausgerechnet vor dem ersten Bundesliga-Duell mit seinem Heimatverein – noch der Werder-Macher ist? · csa

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