Davy Klaassen wird der teuerste Werder-Neuzugang der Clubgeschichte.
+
Davy Klaassen wird der teuerste Werder-Neuzugang der Clubgeschichte.

Klaassen-Transfer

Jetzt will es Werder wirklich wissen – ein Kommentar

Bremen - Ein Kommentar von Björn Knips. 13,5 Millionen Euro, wahrscheinlich am Ende sogar 15 Millionen Euro – wer hätte gedacht, dass Werder mal so viel Geld für einen einzigen Spieler ausgibt?

Klar, die Preise im Fußball sind extrem gestiegen. Aber zweistellig war es bei Werder in der Vergangenheit nur, wenn Spieler abgegeben wurden. Die Bremer konnten selbst nicht so viel zahlen – und irgendwie wollten sie es auch gar nicht. Den konservativen Hanseaten war es schlichtweg zu riskant, so viel auf nur eine Karte zu setzen. Das lag gewiss auch an Carlos Alberto – dem bislang größten Transferflop.

Acht Millionen Euro wurden vor gut zehn Jahren in den Sand gesetzt. Der Transfer gilt – berechtigt oder nicht – für den Anfang des rasanten Abstiegs vom Champions-League-Teilnehmer zum Abstiegskandidaten. Inzwischen besitzen die Bremer sogar schon ein Abo für den Tabellenkeller. Und irgendwann erwischt es dann jeden.

Ein mutiges Signal

Genau da setzt die neue Vereinspolitik an. Statt sich wie in den vergangenen Jahren auf die guten Rückrunden zu verlassen, um dann in der neuen Saison wieder auf die Nase zu fallen, gibt Werder nun in allen Bereichen Vollgas – vor allem auch finanziell. Schon die Transfers von Martin Harnik (zwei Millionen Euro Ablöse), Yuya Osako (sechs Millionen) und durchaus auch Felix Beijmo, der für einen jungen Außenverteidiger mit drei Millionen Euro Ablösesumme nicht gerade günstig war, sorgten für Eindruck.

Die Verpflichtung von Davy Klaassen setzt dem jetzt die Krone auf. Ein Großteil der 20 Millionen Euro für den Verkauf von Thomas Delaney werden sofort wieder auf den Tisch gelegt – das ist ein ziemlich mutiges Signal: Werder will es jetzt wirklich wissen, die Verantwortlichen machen ernst, möchten den Club mit aller Macht wieder nach oben führen – mindestens in die obere Tabellenhälfte, gerne auch ins obere Tabellendrittel.

Angst schießt keine Tore

Sportchef Frank Baumann und inzwischen auch Trainer Florian Kohfeldt sind dabei die mutigen Vordenker, die dem Club eine selbstbewusstere Denkweise verpasst haben. Der Glaube ist zurück, sich doch irgendwie gegen diese finanziell so übermächtig erscheinende Konkurrenz durchzusetzen. Dafür muss man aber auch mal etwas wagen – wie dieser Rekordtransfer von Klaassen zeigt.

Natürlich kann das schief gehen, es gibt im Fußball keine absolute Sicherheit. Doch Angst schießt definitiv keine Tore. Und bei allem Mut: Werder steht mit einem vernünftigen Sportchef Frank Baumann nun wirklich nicht im Verdacht, nun völlig verrückt zu handeln. Deswegen ist es ein guter Tag, der richtig Lust auf die Saison macht!

Mehr zu Davy Klaasen

Klaassen sprengt alle Rekorde - Unterschrift am Freitag

Harnik: „Spielerisch ist Klaassen bockstark“

„Ein Typ wie Litmanen“

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare