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Gedämpfte Freude herrschte nach dem 3:0-Erfolg auch bei Per Mertesacker.

Werder bleibt nach Heimsieg vorsichtig / Mertesacker: „Es war nicht alles rosig“

Kleine Schritte aus der Krise

Werder-Bremen (kni) · Endlich wieder Tore, endlich wieder Punkte – aber deshalb noch lange keine Entwarnung und schon gar keine Euphorie: Werder feierte den 3:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli gestern Nachmittag so nüchtern, als herrsche absolutes „Alkoholverbot“.

Lediglich ein Schuss Erleichterung war beim Krisenclub erlaubt, aber „jetzt herrscht hier nicht Friede, Freude, Eierkuchen“, wie es Verteidiger Per Mertesacker ausdrückte: „Es war heute längst nicht alles rosig. Wir haben viel zu viele Chancen zugelassen.“

Werder Bremen gegen St. Pauli - die Noten

Tim Wiese: Der Torwart stand in der ersten Halbzeit zweimal im Brennpunkt, als er zunächst gegen Lehmann (19.) und dann gegen Bartels (22.) überragend hielt. Nach der Pause kaum geprüft, sicher in der Strafraumbeherrschung. Note 1,5 © nordphoto
Dominik Schmidt: Nach seinem ersten Auftritt in der Champions League feierte der 23-Jährige nun auch sein Bundesligadebüt. Diesmal auf der rechten Verteidigerposition eingesetzt, zeigte der Abwehrspieler viel Einsatz und wagte sich auch häufiger mit nach vorn. Note 3 © nordphoto
Per Mertesacker: Der Innenverteidiger hätte in der vierten Minute das 2:0 erzielen müssen, als er aufgerückt war, jedoch freistehend an St. Paulis Torwart Kessler scheiterte. Die Verunsicherung war ihm zu Beginn des Spiels anzumerken. Danach biss er sich rein. Nach seiner Rettungstat gegen Ebbers (16.) wurde er zunehmend sicherer. Note 3 © nordphoto
Sebastian Prödl: Auch dem Österreicher unterliefen in der Anfangsphase unnötige Fehler. Später überzeugte er durch gutes Stellungsspiel. Schlug öfter Mal die Bälle einfach raus, ging damit auf Nummer sicher. Note 3 © nordphoto
Petri Pasanen: Der Finne verteidigte hinten links. Mal kompromisslos stark, hin und wieder aber auch schlafmützig. Schaltete sich häufiger in den Spielaufbau mit ein. Note 3,5 © nordphoto
Torsten Frings: Der Kapitän ließ St. Paulis Lehmann in der ersten Halbzeit zu viel Platz. Stark sein kämpferischer Einsatz. Er gab keinen Millimeter Boden verloren. Note 3 © nordphoto
Clemens Fritz: Der 29-Jährige machte auf der zweiten „Sechserposition“ neben Frings ein starkes Spiel. Mit einem tollen Pass in die Tiefe leitete er das 1:0 ein. Fritz hatte viel Offensivdrang, bearbeitete Asamoah über 90 Minuten, verstand es zudem, Bälle zu halten und zu verteilen. Note 2 © nordphoto
Felix Kroos (bis 52.): Der 19-jährige Bundesligadebütant fiel im rechten Mittelfeld kaum auf. Ein, zwei ordentliche Pässe – das war’s schon. Note 4,5 © nordphoto
Aaron Hunt (bis 89.): Der Mittelfeldspieler spulte ein enormes Laufpensum ab, spielte aber wieder einmal glücklos. Seinen Pässen fehlte die Präzision. Probleme bei der Ballverarbeitung. Note 4 © nordphoto
Marko Marin (bis 87.): Pech für ihn, dass Kessler seinen Schuss parierte (7.). Legte Almeida zum 2:0 auf (20.) und versuchte immer wieder, mit Dribblings zum Erfolg zu kommen. Lief sich dabei oftmals fest. Musste diesmal so viel nach hinten arbeiten, wie schon lange nicht mehr. Note 3 © nordphoto
Hugo Almeida: Es war der Auftritt des Dr. Jekyll und des Mr. Hyde. Erst brillierte der Angreifer mit drei Toren – es war sein erster Dreierpack in der Liga – dann gingen mit dem 26-Jährigen die Pferde durch, als er sich gegen Zambrano eine dumme Tätlichkeit leistete und dafür Rot sah. Die Noten 1 (für Dr. Jekyll) und 6 (für Mr. Hyde) ergeben die Note 3,5 © nordphoto
Said Husejinovic (ab 53.) Der Mittelfeldspieler brachte zunächst frischen Wind ins Spiel. Gab den Pass auf Almeida vor dem 3:0. Danach hatte der 23-Jährige aber zu viele Ballverluste. Note 3,5 © nordphoto
Sandro Wagner (ab 87.): Der Stürmer stand in der 80. Minute schon zur Einwechslung bereit. Doch just in dem Moment sah Almeida Rot, Wagner musste sich erstmal wieder gedulden, kam dann aber doch noch zu seinem neunten Einsatz. Note - © nordphoto

Gleich zwei Mal hatte Werder sogar das Aluminium gerettet – erst beim Kopfball von Gerald Asamoah (2.), dann nach einer Glanzparade von Tim Wiese nach einem Schuss von Fin Bartels (22.). „Wir hatten das nötige Glück und einen überragenden Tim Wiese“, merkte Sportchef Klaus Allofs an, während Pauli-Coach Holger Stanislawski schimpfte: „Wir hatten so viele gute Szenen, aber vor dem Tor fehlt uns jegliche Konsequenz.“ Dazu noch ein Blick in die Statistik: Normalerweise hat Werder immer mehr Ballbesitz als der Gegner, gestern nicht. 61:39 Prozent lautete das Verhältnis für Pauli. Und mit zehn Ecken hatten die Gäste doppelt so viele wie die Bremer. Allofs war das mit dem Verweis auf den Ausfall von zehn Profis egal. „Wir haben das von der Mannschaft gesehen, was man in dieser personellen Situation erwarten kann: Sie hat alles gegeben.“ Und Trainer Thomas Schaaf meinte: „Das waren heute viele kleine Schritte in Richtung Besserung.“ Wohl wissend, dass die Krise noch nicht bewältigt ist, aber die Talfahrt nach sieben Pflichtspielen ohne Sieg gestoppt werden konnte.

Quelle: kreiszeitung.de

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